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Architektur des Schlosses

Anmerkungen zur Architektur und
Innenausstattung des Schlosses

 

Vorbild für die Architektur des Schlosses ist zeitüblich das Versailler Schloss, bestehend aus einem mittleren Hauptbau und zwei seitlich anstoßenden Seitenflügeln mit einem großen Vorhof, dem sog. Ehrenhof, Hauptbau und Ostflügel.

Teilweise werden Steinquader des ehemaligen Veilsdorfer Klosters vermauert. Das Dach ist mit Schiefer beschlagen. Das Schloss wirkt in der kleinstädtischen Umgebung sehr wuchtig. Die Fenster des Hauptbaus und des Ostflügels sind rechteckig und mit einfachen steinernen Einfassungen versehen. Im ursprünglichen Projekt ist vorgesehen, Ritterfiguren in 15 Gruppen an Dach und Fenster nach französischem Vorbild anzubringen. Man verzichtet aber wegen der schon verbauten Geldsummen auf weitere architektonische Gestaltungselemente. Auf die Schlosskirche wird ein kleiner Turm aufgesetzt, der 1718 wieder entfernt wird.

Je vier kräftige Pilaster, welche von unten bis oben durchgehen und auf ihren Capitellen noch dorische Triglyphen mit Tropfen tragen, teilen und fassen die Hoffront ein. Über den zwei mittleren Pilastern steigt am Dach ein Dreieck-Giebel auf, mit Reliefs gefüllt (im westlichen zwei Knaben, welche Schilde mit dem Namenszug des Herzoglichen Paares – E. F. C. und L. – halten, verwittert; im östlichen drei Knaben, welche Schilde mit den Sinnbildern von Glaube, Liebe und Hoffnung tragen, erneut). Zwischen diesen mittleren Pilastern liegt jedesmal die rechteckige Haupttür, die westliche eingefaßt von dorischen, gepaarten Pilastern mit Triglyphengebälk, jetzt ohne weiteren Schmuck (ohne Giebel etc.), nur als Eingang dienend, die östliche als Durchfahrt, reicher ausgebildet, eingefaßt von dorischen Pilastern, mit frei vorgestellten dorischen Rustica-Säulen mit verkröpftem Gebälk und gebrochenem Dreieck-Giebel, darin zwei Knäbchen mit den beiden großen Hildburghäusischen Wappenschildern verwittert. An der nach Süden gelegenen Außenfront ist nur der diesem Tor entsprechende Frontteil von vier durchgehenden dorischen Pilastern eingefaßt, ohne Giebel am Dach gelassen; die rechteckige Tür hat Einfassung von dorischen Rustica-Pilastern mit vortretenden Halbsäulen, verkröpftes Gebälk und einen Dreieck-Giebel, darin in Verzierungen: „Soli Deo gloria.“ („Gott allein sei Ehre!“)

(Lehfeldt, Paul; Voss, G.: Bau- und Kunst-Denkmäler Thüringens. Herzogthum Sachsen-Meiningen, II. Bd., Kreis Hildburghausen. 1903, S. 434 f.)

  
Zur Innenausstattung des Schlosses

„Ausgestattet mit einer Reihe großer, teilweise prunkvoller Zimmer, wie z. B. dem grünen, gelben und blauen Audienzzimmer, dem weißen Saal für die Marschallstafel, sowie drei Hauptsälen, dem sog. Pantzerbieterschen, dem Weimarischen und dem Redoutensaal im 3. Stock, von denen der letzte seit c. 1800 Archiv, Bibliothek und Naturalienkabinett barg, diente das Schloß nicht nur der Landesherrschaft als Residenz, Hildburghausen, sondern auch dem Hofmarschallamt und Geheimratskollegium als Amtssitz. Heute noch bietet das Schloß viel wertvolle und anregende Kunstformen in Stukkatierungen an Wänden und Decken, die im Empire- und maßvollen Rokokostil aus freier Hand flott an die Bauteile modelliert in ziemlich starkem Relief hervortreten. Sie erinnern an gleichzeitige Stukkatierungen in Schlössern anderer Söhne Ernst des Frommen und zeugen, ob auch weniger fein als die in Eisenberg und Allstädt, schwülstiger im Entwurf, derber in der Ausführung und durch öfteres Überweißen an Schärfe und Feinheit geringer geworden, von großem Reichtum und Phantasie. Die Mittelfelder sind zum Teil noch bemalt erhalten ...“

(Human: Chronik der Stadt Hildburghausen. – 1908, S. 436)

Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen.
(Konfuzius
551 v. Chr. – 479 v. Chr.
chinesischer Philosoph)
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