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Biersuppe

Altdeutsche Biersuppe oder Eierbiersuppe

Bier ist der überzeugende Beweis dafür,

dass Gott den Menschen liebt und


ihn glücklich sehen will.

(Benjamin Franklin


1706 – 1790


US-amerikanischer Naturwissenschaftler und Politiker)

 

Kaum eine Speise in Deutschland hat eine längere Tradition und ist in den Regionen so variantenreich auf den Tisch gebracht worden. Auch wenn die wohlschmeckende Frühstückssuppe bis weit in das 19. Jahrhundert von allen Bevölkerungsschichten gelöffelt wurde, selbst Kinder bekamen sie mit Dünnbier angerichtet. Sie war damals für Kinder gesünder als verkeimtes Wasser aus einem Brunnen. Heute ist sie beinahe in Vergessenheit geraten.
Die berühmte Liselotte von der Pfalz soll schon gesagt haben: „Tee kommt mir vor wie Heu und Mist, Kaffee wie Ruß und Feigbohnen, und Schokolade ist mir zu süß, tut mir weh im Magen, kann also keines leiden. Was ich aber wohl essen möchte, wäre eine gute Kaltschale oder eine gute Biersuppe.“

Selbst beim Alten Fritzen (1712 – 1786) in Potsdam war sie hoffähig. Er hatte genügend Kriegserfahrung und wusste, was stark macht. In der vielleicht wichtigsten Schlacht des Siebenjährigen Krieges hat er übrigens 1757 den Generalfeldmarschall der Kaiserin Maria Theresia und Befehlshaber der Reichsarmee, den berühmten Hildburghäuser Prinzen Joseph Maria Friedrich Wilhelm Hollandinus (1702 – 1787), vernichtend geschlagen. Aber zurück zum Flötisten aus Sanssouci. Er liebte Bier und Biersuppen, nicht nur weil er angeblich sparsam war. Der Alte Fritz nämlich, als er noch ein junger war und Europa in Teilen noch nicht neu ordnete, lernte in der väterlichen Brauerei den Beruf des Brauers. Seine Majestät, der König von Preußen, wusste also, was er zu sich nahm. Wenn das kein Argument für Biersuppe ist.

Er soll auch gesagt haben:
Es ist abscheulich, dass ein jeder Bauer und gemeine Mensch sich jetzt zum Kaffee gewöhnt. Wird das ein bisschen eingeschränkt, so müssen sich die Leute wieder an das Bier gewöhnen, denn das ist zum Besten ihrer eigenen Bierbrauereien. Übrigens sind Seine Königliche Majestät höchstselbst mit Biersuppe erzogen worden. Ihre Väter kannten nur Bier, und das ist das Getränk, das für unser Klima passt."
Seine Sorgen hatten andere Ursachen. Die Handelsbilanz Preußens stimmte nicht mehr. Die Menschen waren auf einen anderen Geschmack gekommen, die Kaffeeimporte ließen den Monarchen nicht mehr ruhig schlafen, das Gold wurde empfindlich knapper. Zweihundert Jahre später hatte ein anderer deutscher Teilstaat, der auch aus einst preußischem Gebiet, aus Ost-Berlin, heraus regiert wurde, schon einmal geharnischte Devisenprobleme wegen der Kaffeeeinfuhr.

Zutaten für 4 Personen

 

½ l Bier (möglichst Hefeweizen, auch alkoholfrei)

½ l Milch

¼ l süße Sahne

1 Esslöffel Speisestärke

1 Prise Salz

4, 5 EL Zucker

100 g Rosinen

3 Eigelb

1 Teelöffel Zimt (gemahlen) 

auch Muskat und Ingwer 

Zubereitung

1. Bier, Milch und Sahne werden verrührt, mit einigen Esslöffeln dieser Flüssigkeit wird die Speisestärke angerührt.


2. Salz, Zucker und die Rosinen werden in die Flüssigkeiten-Mischung gegeben und erhitzt.


3. Die angerührte Speisestärke wird untergequirlt und kurz aufgekocht. Der Topf wird von der Herdplatte genommen. Die Suppe wird mit dem Eigelb legiert und mit Zimt und Zucker abgeschmeckt.


4. Die heiße Suppe schmeckt sehr köstlich mit Zwieback oder Weißbrotwürfeln, möglichst leicht in Butter angeröstet.


Wahrheiten, die man ganz besonders ungern hat, hat man besonders nötig.
Jean de la Bruyère
1645 – 1696
französisch-moralistischer Schriftsteller)
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