Eine Seite für Hildburghausen

Deutschland I

Seit 1990 bis zur Gegenwart

 

3. Oktober 1990
Um Mitternacht wird vor dem Reichstag in Berlin feierlich die deutsche Flagge gehisst. Die staatliche deutsche Teilung ist beendet. – In vielen Dörfern und Städten des deutschen Vaterlandes wird der Tag feierlich begangen und das vom SED-Regime verfemte Lied der Deutschen gesungen.

3. Oktober 1990
Zum Tag der Deutschen Einheit wird in der „Kreuzkirche“ in Schleusingen, damals noch zum Kreis Suhl-Land gehörend, ein Ökumenischer Dankgottesdienst gefeiert. Hier hat es während der Friedlichen Revolution die Friedengebete als „Gebet für unser Land“ gegeben. Auch dieses Gotteshaus ist ein Treffpunkt der Opposition gegen die SED-Diktatur gewesen.

Die Christusstatue an der Westwand am mittleren zugemauerten Spitzbogen an der "Kreuzkirche" in Schleusingen ist dem weltbekannten dänischen Bildhauer Bertel Thorvaldsen nachempfunden.
Foto: Bernhard Großmann, 2005

1990/91
In den Jahren 1990/91 wird die Marienkirche in Stelzen restauriert.

Die Kirche „St. Marien“ in Stelzen, nahe der sagenumwobenen Itzquelle, gehört zu den bekanntesten Gotteshäusern im Landkreis Hildburghausen.
Foto: Bernhard Großmann, 2005

1990 – 1994
In der Kurklinik „Professor Volhard“ in Masserberg wird im „Splitter“ eine kleine Kapelle erbaut. Der lichtdurchflutete Raum in Glasbauweise in einer faszinierenden Architektur bietet den Kurgästen, den Besuchern und den Klinikmitarbeitern Stille, Andacht und Besinnung. Der Schweizer Künstler Urs Gerber hat ein Plexiglas-Triptichon auf den großen Fenstern gestaltet. Diese Installation kann durch die mechanische Konstruktion in verschiedene Stellungen verschoben werden. Er nennt die Installation „Andacht, „Verbindung“ und „Auferstehung“. Eine kleine Sakristei dient den evangelischen und katholischen Geistlichen zur Vorbereitung kirchlicher Handlungen.

Kapelle im Splitter der „Professor-Volhard-Klinik“ in Masserberg
Foto: Bernhard Großmann

Pfingstsonntag 1991
Die Kirche in Sachsenbrunn wird nach umassender Restaurierung durch die Kirchgemeinde und engagierter Fachleute unter Leitung von Restaurator Kurt Thümmler wiedereingeweiht. Auch die Kunstschätze und Bilder strahlen in neuem Glanz. Überhaupt zählt die Kirche mit ihrer wunderbaren Ausmalung im Stil des Bauernbarock zu den schönsten im Südthüringer Raum. Auf der Kanzel sind die Evangelisten zu sehen, die erste Empore zeigt Szenen aus dem Neuen, die zweite Empore solche aus dem Alten Testament.

Kirche Sachsenbrunn

Im Zusammenhang mit der Herausgabe des Buches „Die Kirchen des Landkreises Hildburghausen“ im Jahr 2005 ist im Schuljahr 2004/05 an den Schulen des Landkreises Hildburghausen ein Zeichen- und Malwettbewerb organisiert worden, der von Marianne Didschuneit, Fachlehrerin für Kunst am Hennebergischen Gymnasium „Georg Ernst“, angeleitet worden ist. In drei Altersklassen sind die besten „jungen“ Künstler ermittelt worden, in der Gruppe „Grundschule“ hat Johanna Thiemich aus Sachsenbrunn den Wettbewerb gewonnen. Ihr Bild ist in den Ausstattungsband aufgenommen worden.

17. August 1991
Festgottesdienst in der Apostelkirche anlässlich des 100. Geburtstags des aus Hildburghausen stammenden Landesbischofs Dr. Moritz Mitzenheim (1891 – 1977). Die Straße (Teil der Geschwister-Scholl-Straße) zwischen Goetheplatz bis Kreuzung Schleusinger Straße erhält den Namen D.-Dr.-Moritz-Mitzenheim-Straße.

Die Kirche „Zur Krippe Christi“ in Westenfeld
Foto: Bernhard Großmann, 2005

November 1991 bis September 1993
Die kommissarische Leiterin der Kreisstelle für Diakonie und zugleich Diakoniepastorin wird Pastorin Eckert in Hildburghausen
-Häselrieth.


1991
Die Kirche „St. Mauritius“ in Marisfeld wird grundlegend restauriert, ihre barocke Fassung wird wieder angestrebt (s. auch 1711), zumal es nach überwundener DDR-Zeit notwendig geworden ist, zum anderen bereitet sich die Gemeinde auf die 1200-Jahrfeier 1996 vor. Günter Stammberger beschreibt auch das Kircheninnere: „Der Unterbau des Turmes bildet den Chorraum mit einem flachen Kreuzgewölbe. An der Südseite befindet sich ein gotisches Fenster, an der Nordseite der Anbau der Sakristei. Von den verschiedenen Bleiglasfenstern wurde das im Chorraum auf der Ostseite befindliche im Jahr 1885 gestiftet und stammt aus der Werkstatt Burckhardt, München, ein bedeutendes Glasmalereiateliers des 19. Jahrhunderts. Es zeigt die Kreuzigung Christi mit Maria und Johannes. In einer Gewölbenische, die 1995 bei der Restaurierung des Chorraumes entdeckt wurde, hängt ein Kranzkruzifix, das wohl ins 18. Jahrhundert zu datieren ist. Das Langhaus besitzt zwei Emporen und ein hölzernes mit Sternen verziertes Tonnengewölbe. Über dem Triumphbogen wurde ein barockes Wandgemälde freigelegt und restauriert. Es zeigt den geöffneten Himmel mit Gottvater, Christus und die Taube als Symbol des Heiligen Geistes. Die schlichte Barockkanzel trägt Abbildungen der vier Evangelisten. Das Lesepult, das der vorbarocken Ausstattung der Kirche zugeordnet wird, ist mit einer rustikal anmutenden Malerei versehen: Christus als Lebensbaum. Dagegen ist der neogotische Taufstein eine Anschaffung des späten 19. Jahrhunderts.“

1991

Das Satteldach der Kirche „Zur Krippe Christi“ in Westenfeld ist erneuert worden. Der an der Ostseite stehende dreietagige Turm ist mit Schiefer verschlagen worden. Den Kirchturm krönt seit 2003 eine goldene Kugel. Auf dem Turm befindet sich die Uhr. Das Krüppelwalmdach trägt einen kleinen quadratischen Dachreiter. Dort hängt die Bronze-Stundenglocke von 1598. Die große und die mittlere Glocke stammen aus dem Jahr 1955, weil die Originale die Kriegszeiten und die Rüstung nicht überstanden haben. Die kleine bronzene 68 Zentimeter messende Glocke ist 1777 in Coburg von J. A. Mayer gegossen worden. Sie trägt einen Rokkokofries mit der Aufschrift „KOMMET LASSET UNS ANBETEN“, zudem befindet sich eine weitere Bronzeglocke im Geläut, 1850 aus der Gießerei R. Mayer in Rudolstadt.

Die Kirche „St. Mauritius“ in Marisfeld.
Foto: Bernhard Großmann, 2005

19. Februar 1992
Vierzehn Eisfelder Bürger treffen sich, unter ihnen Bürgermeister Gerd Braun und Superintendent Ernst Bütter, den „Verein zur Pflege und Erhaltung von Kirche und Schloss zu Eisfeld e.V.“ zu gründen. Der Eisfelder Pfarrer Dieter Loew ist Initiator der Vereinsgründung, den er auch bis zu seiner Übersiedlung nach Coburg vier Jahre leitet. Der Verein ist ein Bindeglied zwischen politischer und kirchlicher Gemeinde. Ziel ist es, Bau-, Kunst- und Geschichtsdenkmale zu erhalten und zu pflegen. Zudem stehen heimatgeschichtliche, volkskundliche und kulturelle Forschung, Veranstaltungen und Publikationen sowie die Bewahrung des Erbes bedeutender Eisfelder Persönlichkeiten im Programm.

12. Juli 1992

Theresiengedenken zum 200. Geburtstag der Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen (* 08.07.1792, Seidingstadt) in der Apostelkirche Hildburghausen.
Abschluss des ersten Sanierungsabschnitts der Christuskirche.

Festpostkarte der Druckerei „Offizin Hildburghausen GmbH“ und „Verlag Frankenschwelle Hans J. Salier“ zum 1. Hildburghäuser Theresienfest

1992
Die wesentlichsten Sanierungen und Anschaffungen für die Katholische Kirche „St. Leopold“ in Hildburghausen sind abgeschlossen. Der langjährige Pfarrer der Kirchgemeinde, Franz-Xaver Stubenitzky, schreibt in „Die Kirchen des Landkreises Hildburghausen“, S. 152:
Später wurde er (der Altar) mehrfach restauriert und überstrichen, zuletzt erfolgte 1992 eine Erneuerung, wobei der aus Nussbaumholz bestehende und 1951 durch Verzierungen erweiterte Altar in seine marmorierte Farbfassung von 1913 gebracht wurde. Sein Mittelpunkt ist der Tabernakel, über dem die Anbetung der Weisen aus dem Morgenland (Caspar, Melchior und Balthasar) vor der Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind dargestellt ist. An der Spitze des Altars befindet sich die Figur des heiligen Georg in Ritterrüstung als Drachentöter sowie das Christusmonogramm (IHS) innerhalb einer strahlenden Sonne. Im unteren Teil des Hochaltars befindet sich der Tabernakel, links vom Altar an der Wand das Ewige Licht.
Die Orgel wurde anstelle eines Vorgängerinstruments aus dem 19. Jahrhundert von Orgelbaumeister Rudolf Böhm aus Gotha im Jahr 1965 als zweimanualige mechanische Schleifladenorgel erbaut und zum letzten Mal im Jahr 1992 erneuert. Die Kanzel auf der Nordseite sowie der Taufstein auf der linken Seite in der Nähe des großen Holzkreuzes sind ebenfalls Arbeiten des 19. Jahrhunderts.
Weiterhin befindet sich auf der Südseite der Kirche der Marienaltar, dessen Bildnis die Aufnahme Mariens in den Himmel (15. August) darstellt. Es stammt aus dem Jahr 1746 und ist mit „OLCKE“ signiert. Die übrigen Teile stammen vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Das ursprünglich vorhandene Heilige Grab ist leider verloren gegangen.
Der Kreuzweg unterhalb der Emporen stammt aus dem Jahr 1940, die Deckenbemalung mit der Darstellung der „Verklärung des Herrn“ (Matthäus 17) wurde 1913 durch den Künstler Max Rossmann vollendet und im Jahr 1991 restauriert. Auf den hölzernen Bänken der Kirche finden ca. 150 Gläubige Platz. Der moderne Zelebrationsaltar, Ambo und Priestersitz sind Anschaffungen aus dem Jahr 1992.

1992 – 1994
Die Bleiglasfenster der „St.-Wigbert-Kirche“ in Häselrieth werden erneuert. Zudem ist das Gotteshaus schon vor den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts Domizil für eine große Fledermaus-Kolonie des geschützten Großen Mausohres auf dem Dachboden. Ein Schild auf der Westseite weist darauf hin. Etwa 300 bis 400 „Mausohren“ wachsen hier jährlich, vor allem in den Sommermonaten, heran. Eine enge Zusammenarbeit zwischen der Kirchgemeinde, der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises und ehrenamtlichen Naturschützern ermöglicht es, dass diese „Fledermauswochenstube“ erhalten bleibt. Inzwischen hat es auch bautechnische Arbeiten gegeben, um vor allem Schäden an der bemalten Kirchendecke und Feuchtigkeitseintritt zu verhindern.

2. August 1992
Zum 350. Geburtstag von Georg Christoph Bach (1642 – 1697) wird vor dem Bartholomäusfest der Kirchgemeinde Themar eine Gedenktafel am ehemaligen Kantorat (Kirchplatz 3) angebracht.

Sommer 1992
Bei Erdarbeiten für einen Heizungskanal in der Johann-Sebastian-Bach-Straße Hildburghausen, wenige Meter von der Christuskirche entfernt, findet man Teile des während des Stadtbrandes von 1779 vernichteten Pfarrhauses und des mittelalterlichen Friedhofs der St.-Lorenz-Kirche.

1992
Im 1528 ersterwähnten Schirnrod wird das Kirchgemeindehaus eingeweiht. Die beiden Bronzeglocken aus dem Jahr 1938 stammen aus den Schulen Saargrund und Schirnrod und sind von der politischen Gemeinde als Geschenk an die Kirchgemeinde übergeben worden. Mit einer elektrischen Läuteanlage werden sie 1993 ausgestattet. – Das Haus der Evangelischen Kirchgemeinde ist als Versammlungsort und als Gottesdienstraum bereits Ende der achtziger Jahre geplant worden. Mit dem sogenannten LIMEX-Programm, einer Vereinbarung der Evangelischen Kirchen in der DDR und der Führung des SED-Staates, ist vereinbart worden, dass der Bau mit Teilfinanzierung mit Kirchen der Bundesrepublik Deutschland, übergemeindlicher kirchlicher Werke und aus Eigenmitteln sowie Spenden beginnt. Nach der Friedlichen Revolution kommt die Finanzierung des Landkreises Hildburghausen hinzu. Das weiße Haus mit seitlich angesetztem Turm, aufgesetztem goldenen Kreuz und rotem Ziegeldach bietet heute die Möglichkeit eines modernen Gemeindelebens. Der Gottesdienst- bzw. Gemeinderaum besitzt einen hölzernen Altar, Taufgestell, Ambo (Lesepult) und flexibel verwendbare Stühle. Der aus Filz gearbeitete Wandschmuck ist von dem Künstler Klaus-Dieter Klotz für die Kirche angefertigt worden.

Kirchgemeindehaus Schirnrod.
Foto: Bernhard Goßmann, 2005

 

22. Januar 1992 

Entwurf von Prof. Martin Hänisch, Dresden für die Bronzetafel der Gedenkstätte Billmuthausen
©Hans-Jürgen Salier

Das Motiv wird auch als Titelbild für das Buch von
Norbert Fuchs „Billmuthausen – Das verurteilte Dorf“, 1991, verwendet.

Der Bürgermeister der Stadt Ummerstadt und der Verleger Hans-Jürgen Salier sind Unterzeichner und Initiatoren der Einladung zur Einweihung der Gedenkstätte Billmuthausen. Damit verbunden ist die Enthüllung eines großen Gedenksteines mit einer eingelassenen Bronzetafel. Der Maler und Grafiker Prof. Martin Hänisch (1910 – 1998), Dresden, hat den Gedenkstein mit der Bronzetafel geschaffen.
Hergestellt worden ist sie in der Firma „Formguß Radeberg, Betriebsteil Kunstguß“, Mohorner Straße 12 in Dresden.
Sie zeigt im oberen Teil eine Vertriebenenfamilie (s. Skizze) darunter die Schrifttafel mit dem Text:

HIER STAND VON 1340 BIS 1978
DAS DORF
B I L L M U T H A U S E N
DIE EINWOHNER
VERTRIEBEN

Ehemalige Bewohner Billmuthausens gedenken am 22. Januar 1992
an der bronzenen Schrifttafel ihres geschleiften Heimatortes.
Links: Dieter Ludloff, der Sohn des von den Sowjets ermordeten
Gutsbesitzers Hermann Ludloff.
Foto: Hans-Jürgen Salier

22./23. März 1992
Die Gedenkstätte wird geschändet. Die gesicherte und fest verankerte Bronzetafel wird gestohlen. Kriminalpolizeiliche Ermittlungen bleiben ergebnislos. Die Presse äußert mehrfach den Verdacht, dass alte SED-Seilschaften Urheber sind.
Am 4. November 1995 wird die neue Gedenkplatte auf dem Friedhof Billmuthausen geweiht, die motivgleiche Anfertigung liegt in den Händen der Kurt Speer KG, Coburg (Steinmetz und Bildhauerei).

1992

Die 1672 erbaute Kirche in Brünn, deren Außen- und Innenansicht von der Kirchgemeinde mit hohem Einsatz bewahrt und gepflegt wird. Bei der Renovierung 1972 werden an der Kanzel Gemälde und Verzierungen freigelegt, die von dem aus Hildburghausen stammenden Maler und Schnitzer Johann Stamm geschaffen worden sind. Der im Jahr 1714 nahezu lebensgroße Kruzifixus über dem Altar ist ein wichtiger optischer Blickpunkt, ein weiterer 1874 aus Oberammergau stammender und gestifteter Kruzifix, ebenso die 1731 erneuerte Kanzel aus dem Jahr 1672. Bemerkenswert ist der Taufstein aus dem Jahr 1674, dessen Fuß das auf den Kopf gestellte Taufbecken ist und auch der 1903 angeschaffte Kronleuchter. Der Poppenwinder Künstler Alfred Carl hat für die Opfer der beiden verheerenden Weltkriege des 20. Jahrhunderts ein Mahnmal für die Nachgeborenen geschaffen. In der Gruft des Altarraums liegen vierzehn Adlige begraben, darunter auch einige Pfarrer und Familienmitglieder, die im Laufe der Geschichte ihren Dienst in Brünn versehen haben.

1992 – 2007
Im Zeitraum wird die Friedhofskirche durch die Stadt Römhild mit Unterstützung der Städtebauförderung und der Denkmalpflege umfassend saniert, statisch stabilisiert (Fundamentsicherung) und restauriert (Altarbild, Bemalung, Epitaphien).

3. Oktober 1992

Am ehemaligen Todesstreifen an der Grenze Thüringen – Bayern zwischen Gompertshausen und Alsleben weiht die CSU-Ortsgruppe ein 5,4 Meter hohes Mahnkreuz aus Streckmetallzaun der DDR-Grenzsperranlagen.

1993

In der Christuskirche Hildburghausen kommt in der Fürstenloge zur weiteren Bestandserschließung der Bibliothek unter bibliografischen Aspekten.

21. Januar 1993
In Hildburghausen formiert sich bei einem Friedensgebet nach einem Aufruf der Gefangenenhilfsorganisation Amnesty International in der Apostelkirche eine Lichterkette zur Beendigung des Bürgerkriegs in Jugoslawien bzw. gegen die zunehmende Gewalt und die Ausgrenzung ausländischer Bürger.

Juli 1993
Der Gemeindekirchenrat Hellingen gibt zum zweihundertjährigen Jubiläum eine Broschur heraus (16 S. + 4 S. Umschlag).

Juli – September 1993

Der Kandelaber auf der Gruft für Herzogin Charlotte auf dem Zentralfriedhof Hildburghausen wird von der Firma Blaurock aus Hinternah denkmalgerecht saniert.

1993

Das Diakonische Werk des Kirchenkreises „Henneberger Land“ e. V. übernimmt Schloss Marisfeld als Kinderheim.

Marisfeld Schloss und Kirche (Ausschnitt)
Nach einem Aquarell von Günter Heinz, Coburg, 1993

1993 – 1995
Im Zeitraum erfolgt die Umsetzung der dem Verfall ausgesetzten „Totenhofkapelle“ (Friedhofskapelle) von Herrenbreitungen bei Schmalkalden nach Kloster Veßra. Die 1728 errichtete Kapelle geht auf eine Stiftung des Johann Nikolaus Pfannstiel zurück, der einst Pächter des Schlossgutes von Herrenbreitungen und Förderer des Baues sowie der Friedhofsmauer gewesen ist. Es handelt sich um einen Fachwerkbau mit „Wilde-Mann-Motiv“ in den Maßen 15 Meter mal 8 Meter mit einem einfachen Satteldach. Der Dachreiter ist bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts zerstört gewesen, als Ersatz ist eine Nachbildung des ehemaligen Gemeindehauses des Ortsteils Altenbreitungen genommen wurden. Nach der wandweisen Überführung der Kapelle nach Kloster Veßra hat es eine umfassende Sanierung des noch vorhandenen inhaltlichen Bestandes und die entsprechende Montage an (Gestühl, Kanzel, Epitaphien), teilweise mussten viele Originalbefunde rekonstruiert (Fenster, Kanzeltreppe) oder nach analogen Belegen nachgebildet bzw. ersetzt werden (Eingangstür, Dachreiter, äußerer Treppenaufgang).
Thomas Witter beschreibt den Innenraum:
Der Innenraum erhält seine Stimmung vor allem durch die eingeschossige Empore, die hufeisenförmig drei Seiten umläuft. Die Verkleidung der Emporenbrüstung besteht aus 38 Tafeln. Jedes dieser Emporenfelder ist mit einer anderen floralen Rankenmalerei versehen. Die Motive (Blattranken, Blüten und Früchte) sind in grauer Farbe mit einer schwarzen Kontur auf weißem Grund ausgeführt. Die Kastenbänke unten stehen in vier Blöcken zu vier bzw. drei und sechs Reihen unter den Emporen. Sie vermitteln trotz der geschwungenen ausgesägten Wangen und den Zierpfosten den Eindruck einer „derben Bauernarbeit“. Das Gestühl ist in hellgraubeigen Farbtönen gehalten. Die Kanzlei hat nach ihrer Restaurierung und der Rekonstruktion der Treppe ihren ursprünglich zentralen Ort wieder eingenommen. Zur Originalausstattung gehört auch ein Holzepitaph aus der Mitte des 18. Jahrhunderts für den Sohn des Stifters der Kapelle. Es trägt ein Totenhäuschen, eine Sitte, die in einigen Orten der Region noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg gepflegt wurde, um verstorbene Kinder, aber auch unverheiratete Jugendliche zu ehren. Denkmäler sind: ein Holzepitaph unklarer Herkunft (um 1790) für drei Kinder, das sehr an die so genannten Totenbretter aus dem Raum Schmalkalden erinnert; ein Grabkreuz aus Schlechtsart von 1791 und zwei schlichte Holzkreuze aus Ellingshausen um 1862.

3. Oktober 1993
Festliche Wiedereinweihung der Christuskirche. Die Festpredigt wird vom ehemaligen Thüringer Landesbischof Dr. Werner Leich gehalten. Am Vorabend wird das Oratorium „Paulus“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy aufgeführt. Zuvor übergibt der Inhaber des Verlags Frankenschwelle Hans-Jürgen Salier dem Superintendenten KR Dr. Wulff-Woesten das erste Exemplar seines Werkes „Große Zeit in Kleiner Stadt – Geschichte und Geschichten um die Christuskirche Hildburghausen“.

Christuskirche Hildburghausen:
Taufstein aus der alten Lorenzkirche, Altar, Kanzel und Schmidt-Orgel

1990 – 1993
Im Zeitraum werden für die Sanierung der Christuskirche ca. ***** DM aufgewendet, u.a. unter Mitfinanzierung der Thüringer Denkmalpflege, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz Bonn, der Städtebauförderung, Eigenmittel der Kirchen und private Spenden aus ganz Deutschland.
Ab 1993 wird der Hauptgottesdienst der Stadt in die Christuskirche gelegt.
Die Apostelkirche bleibt weiterhin Zentrum wichtiger Arbeit im öffentlichen Interesse (ökumenische Gottesdienste, Konzerte, Choraufführungen. Kindergartenfeste, Friedensgebete, Ehrungen und Aufführungen von Kinderopern). 

Die Christuskirche Hildburghausen aus der Vogelperspektive, 1991.
Rechts das heutige Bürgerschul-Palais, darüber das ehemalige Brunnquellsche Palais (Bibliographisches Institut, Altes Technikum bzw. zur DDR-Zeit „Joseph-Meyer-Oberschule“ mit noch vorhandenem Südflügel)

Ab 1990
Die Kirche „St. Kilian“ in St. Kilian hat sich bis zur Friedlichen Revolution und bis zum Zeitpunkt der Deutschen Einheit außen wie innen in einem baulich sehr schlechten Zustand befunden. Auch hier ist ein bedeutsames Aufbauwerk geschehen. St. Kilian ist heute Hauptkirche für umliegende Gemeinden.

Das Ensemble Kirche „St. Kilian“, Spital und Pfarrhaus in St. Kilian ist nach 1990 umfassend saniert worden. Zwischen Kirche und dem ehemaligen Spital hat man einen Durchgang zum Gemeinderaum geschaffen.
Foto: Bernhard Großmann, 2005

Nach 1991
Günter Stammberger schreibt über einen seiner Predigtorte, die Valentinskirche in Leimrieth:
Im Inneren bietet die Valentinskirche Leimrieth das Bild einer schlichten evangelischen Dorfkirche. Dieser Eindruck blieb auch nach einer mehrjährigen Innenrenovierung (1989 – 1991) erhalten. Trotzdem erregen einige wenige Kunstgegenstände das Interesse des Besuchers, so das alte, sehr ausdrucksstarke Altarkreuz mit dem Corpus Jesu Christi, das man auf die Zeit um 1500 datiert und dem großen fränkischen Holzbildhauer Tilman Riemenschneider bzw. seiner Werkstatt zuschreibt.
Das Prozessionskreuz mit einer doppelten Christusfigur entstammt dem 18. Jahrhundert. Die niedrige Renaissancekanzel aus Stein gefertigt, wie der Altar auch, trägt an der Brüstung die Bilder der vier Evangelisten in schlichter Malerei. Der Taufstein, aus Sandstein gearbeitet und mit barocken Engelsköpfen verziert, wurde laut Inschrift 1683 aufgestellt. Die kleine Kirche ist mit zwei Emporen versehen, die auf zum Teil zopfartig geschnittenen Pfosten ruhen. An einem Pfosten steht die Zahl 1724. Die zweimanualige, so genannte „romantische“ Orgel an der Westseite. 1904 durch den Hildburghäuser Orgelbaumeister Christian Müller errichtet, wurde im Jahr 2001 gründlich restauriert.

1993
Das Kirchenschiff und der Kirchtum von „St. Marien“ in Roth werden restauriert. Die Holzverschalung im oberen Turmteil verdeckt heute das Fachwerk von 1542/
43, das wegen fehlender finanzieller Mittel nicht saniert worden ist. Der schieferverschlagene Dachreiter stammt im Ursprung aus dem Jahr 1865, das Kirchendach ist 1996 grundlegend saniert und neu gedeckt worden. Der Treppenaufgang ist 2003 mit Spenden der örtlichen Jagdgenossenschaft erbaut worden.

Kirche „St. Marien“ in Roth.
Foto: Bernhard Großmann, 2005

1993
Die Kirchgemeinde Hellingen begeht mit einem großen Festprogramm den 200. Jahrestag der Weihe der „St.-Michael-Kirche“.

St.-Michael-Kirche“ in Hellingen
Foto: Bernhard Großmann, 2005

Der Gemeindekirchenrat Hellingen gibt zum zweihundertjährigen Jubiläum eine Mehrbildkarte heraus. 

Nach 1994


Reinhold Albert (* 1953) aus Sternberg, Gemeinde Sulzdorf an der Lederhecke, Kreisheimatpfleger für den Altlandkreis Bad Königshofen im Grabfeld, hat seit Grenzöffnung mehr als 30 Bücher und Hunderte heimatgeschichtliche Schriften verfasst, vor allem Chroniken zu Gemeinden des Landkreises Hildburghausen, in denen die Kirchengeschichte eine bedeutsame Rolle spielt. Die meisten dieser Bände sind im Verlag Frankenschwelle mit Hans-Jürgen Salier entstanden. Wer sich mit der Kirchengeschichte des Landkreises Hildburghausen beschäftigt, besonders der des Heldburger Unterlandes, kommt am Gesamtwerk Alberts nicht vorbei. Einige Beispiele seien genannt:


- Chronik der Gemeinde Sulzdorf an der Lederhecke (2 Bände). 1994
- 875 Jahre Gompertshausen 1119 – 1994. Festschrift. 1994
- Schweickershausen. Festschrift zur Wiedereinweihung der Kirche am 15. Januar 1995
- 100 Jahre Chor „Sängerkranz“ Rieth. 1997
- Chronik von Rieth und Albingshausen. 1049 – 1999. 950 Jahre Rieth. 1999
- Grenzerfahrungen Bezirk Suhl – Bayern/Hessen (Mitautor). Ab 1999
- Streufdorf und Seidingstadt – Die Chronik. 1999
- Chronik von Westhausen mit seinem Ortsteil Haubinda. 2001
- Chronik Lindenau mit Friedrichshall. 2002
- Grenzerfahrungen. Bände 1 – 3
- Albert, Reinhold und Hans-Jürgen Salier: Grenzerfahrungen kompakt. Das Grenzregime zwischen Südthüringen und Bayern/Hessen 1945 bis 1990. 2006


20. Januar 1994
Mit der Thüringer Verordnung vom 20.01.1994 (Inkrafttreten am 08.03.1994) ist die Gemeindegebietsreform für die Stadt Hildburghausen abgeschlossen. Die Kreisstadt hat 12.563 Einwohner, davon 6.060 männlich und 6.503 weiblich, Fläche 72,92 km² (30.06.1996).
Ortschaften:
Bürden, Ebenhards, Gerhardtsgereuth (mit Neuendambach), Hildburghausen (mit Birkenfeld, Wallrabs, Häselrieth), Leimrieth, Pfersdorf (mit Friedenthal), Weitersroda (mit Friedrichsanfang).


Mit der Kreis- bzw. Gemeindegebietsreform ergibt sich, dass Teile der Gesamtgemeinde Hildburghausen im Bereich der evangelisch-lutherischen Kirche unterschiedlichen Landeskirchen angehören.

Während Hildburghausen und weitere Ortsteile zur Landeskirche Thüringen (Aufsichtsbezirk Meiningen, Superintendentur Hildburghausen, ab 14.04.1996 Hildburghausen-Eisfeld) gehören, ist die Ortschaft Gerhardtsgereuth mit Neuendambach Teil der Kirchenprovinz Sachsen.

1994
Bei der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Hildburghausen kommt es zum Besitztausch des Gebäudes in der Coburger Straße 11 (ehemaliges „Hotel Zollhof“) mit der Kinderkombination in der Friedrich-Fröbel-Straße 1. Die beiden Pavillonbauten (je ca. 16 Meter mal 10 Meter) der Kindergarten/Kindergrippen-Kombination werden übernommen und umgebaut.

14. Juni 1994
Bistum Erfurt (Dioecesis Erfordiensis)
Mit dem Vertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Freistaat Thüringen über die Errichtung des Bistums Erfurt wird das Bischöfliche Amt Erfurt-Meiningen am 08.07.1994 mit der Apostolischen Konstitution durch Papst Johannes Paul II. zum Bistum erhoben und der Kirchenprovinz Paderborn zugeordnet. Diözesanbischof ist Joachim Wanke. Das Dekanat Geisa (Rhön) verbleibt wegen seiner engen Bindung beim Bistum Fulda. Mit einem Apostolischen Schreiben von Papst Johannes Paul II. vom 21.09.1994 wird die heilige Elisabeth von Thüringen Bistumspatronin, der heilige Bonifatius und der heilige Kilian werden Mitpatrone.

Oktober 1994
Der 450. Jahrestag der Einführung der Reformation wird im Henneberger Land mit vielfältigen Veranstaltungen und Publikationen gewürdigt. In der St.-Bartholomäus-Kirche in Themar wird ein Festgottesdienst gefeiert.


Im Verlag Frankenschwelle Hans J. Salier erscheint der Buchtitel von Karl Zeitel
Die Reformation im Henneberger Land. Von den Anfängen bis zur Annahme der Augsburgischen Konfession durch Wilhelm von Henneberg nach zeitgenössischen Zeugnissen“.

1994
Bis zum Zeitpunkt ist die Evang.-Luth. Kirchgemeinde von Kloster Veßra Eigentümerin der Nordkapelle, der sog. „Henneberger Kapelle“, die sie als Dorfkirche ausgebaut hat. Ab dem Zeitpunkt gehört sie wie alle Gebäude auf dem ehemaligen Klostergelände, also auch die späteren Domänengebäude, zur Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Über den Klosterhof und den Dorffriedhof kann sie erreicht werden.

1994 – 2005
Die Kirche „St. Nikolaus“ in Schmeiheim wird in der Gesamtheit außen erneuert: Dachdecken mit Ziegeln und Schiefer, Fassaden verputzen und streichen, Turmuhr, Turmzier und Wetterhahn saniert bzw. vergoldet.
 

Die Kirche „St. Nikolaus“ in Schmeheim
Foto: Bernhard Großmann, 2005 

23. Februar 1995
In der Apostelkirche wird des 50. Jahrestages der Bombardierung Hildburghausens gedacht. Superintendent KR Dr. Hanspeter Wulff-Woesten, der katholische Pfarrer Franz-Xaver Stubenitzky, Landrat Thomas Müller und der Amtierende Bürgermeister Jochem Vonderlind verlesen die Versöhnungsbotschaft von Hildburghausen.

17. Juni 1995
Der Landkreis Hildburghausen ist Gastgeber für das 3. Landessängerfest des Thüringer Sängerbundes, das in der Hildburghäuser Christuskirche eröffnet wird. Weitere Festorte sind Eisfeld, Schleusingen, Heldburg, Kloster Veßra, Veilsdorf. Das Abschluss-Singen findet mit ca. 1.000 Sängern auf dem Marktplatz Hildburghausen statt. Im Landkreis gibt es 1.200 aktive Sängerinnen und Sänger in 40 Chören, darunter sind eine Vielzahl Kirchenchöre.


1995

Ab dem Zeitpunkt werden umfangreiche detailgetreue Sanierungsarbeiten unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten an der St.-Kilian-Kirche in Westhausen unternommen. Besonderer Wert wird auf die statische Sicherung der gesamten Südwand genommen, aber auch der Sicherung des Dachstuhles. Bei den Hölzern des Daches sind dendrologische Untersuchungen vorgenommen worden. Es ist bewiesen worden, dass hier Hölzer bereits vor 500 Jahren eingebaut worden sind, zuvor seien sie sogar noch 200 Jahre gelagert worden. Der gesamte Bauablauf ist von der einheimischen Architekturfirma „Schneider und Müller“ vorgenommen worden.

Die dem Frankenapostel Sankt Kilian geweihte Kirche in Westhausen.
Einst ist hier eine bedeutende Urpfarrei der Region gewesen.
Foto: Bernhard Großmann, 2005

1995
Die Außenfassade der Kirche „St. Wolfgang“ in Heubach wird grundlegend erneuert. Zudem lässt der einheimische Architekt Peter Rensen auf die vergoldete Turmspitze eine Wetterfahne mit einem Beil als Gegengewicht angebracht. Das Beil ist Symbol des heiligen Wolfgang, des Missionars und Bischofs von Regensburg.
Auf dem nahe der Kirche gelegenen alten Friedhof sind noch einige historisch wichtige Gräber erhalten: der erste Pfarrer von Heubach, Martin Bötzinger, der Heimatdichter Paul Herold sowie sieben Sänger des Gesangvereins die 1955 bei einem schweren Busunglück ihr Leben verloren haben.
Wo Martin Bötzinger in Heubach begraben liegt, ist unbekannt.

Die Kirche „St. Wolfgang“ nach der letzten Renovierung 1995.
Foto: Bernhard Großmann, 2005

31. August 1995
Dekret über die Umschreibung der katholischen Pfarrei St. Leopold in Hildburghausen

Die katholische Gemeinde St. Leopold in Hildburghausen ist eine kanonisch errichtete Pfarrei (can. 515 § 1 CIC).
Mit Wirkung vom 1. Oktober wird die derzeitige Pfarrei St. Elisabeth in Eisfeld als Filialgemeinde errichtet.
Mit Wirkung vom 1. Oktober wird die derzeitige Pfarrkuratie Heilig Geist in Heldburg als Seelsorgestelle errichtet
Die Filialgemeinde sowie die Seelsorgestelle gehören zur Pfarrei St. Leopold in Hildburghausen, die jetzt 88 Orte zu betreuen hat.

Gabriele Schmiedl beschreibt die Katholische Kapelle „St. Elisabeth“ im Pfarrhaus Eisfeld im Band „Die Kirchen im Landkreis Hildburghausen“:
„Betritt man die Kapelle, fällt der Blick auf den hölzernen Altar, der sich im Altarraum hinter einer Bogenwand befindet. An der Wand hinter dem Altar hängt ein Holzkreuz mit dem Corpus von Jesus Christus, links davon Maria, die Mutter Jesu, und rechts Johannes, der Lieblingsjünger Jesu (Johannes 19,25 ff.).
Im Kapellenraum selber befindet sich auf der linken Seite der Tabernakel und über ihm das Ewige Licht sowie auf der rechten Seite der Marienaltar mit der Gottesmutter und dem Jesuskind aus Holz. In der Kapelle finden ca. dreißig Personen auf den hölzernen Bänken Platz.
Das in der Chronik beschriebene Bild der heiligen Elisabeth, gemalt von Frater Andreas Beer, hängt an der rechten Wandseite. Deshalb ist diese Kapelle der heiligen Elisabeth von Thüringen geweiht. Der Künstler Andreas Beer, geboren 1836 in Eisfeld, absolvierte zunächst eine Ausbildung als Zeichen- und Kunstlehrer am Seminar in Hildburghausen. Später in Böhmisch-Eisenstein tätig, lernte er die katholische Kirche kennen und schätzen und konvertierte schließlich. U. a. wurde er auch Ehrenbürger der Stadt Eisfeld. Jedoch zog es ihn nach Rom, und er trat in den Franziskanerorden ein. Seine Vorgesetzten sandten ihn nach Jerusalem zur Ausmalung der Kirchen, und dabei diente er auch den deutschen Pilgern als Gastgeber und Reiseführer. In dieser Zeit wurde er zur Ausmalung der Katharinenkirche in Alexandrien (Ägypten) beauftragt. Auf Bitten des Heimatpfarrers malte er für das ‚zukünftige Kapellchen‘ in Eisfeld das Elisabethbild. Andreas Beer starb am 22. Juli 1921.“

In der katholischen Kapelle „St. Elisabeth“ im Pfarrhaus Eisfeld

5. September 1995
Grundsteinlegung für das Caritas Alten- und Pflegeheim St. Laurentius in der Johann-Sebastian-Bach-Straße.

1995

Die zweimanualige klangschöne Orgel der St.-Aegidius-Kirche in Heßberg wird grundlegend erneuert. Sie ist 1869 von dem Orgelbaumeister Ferdinand Möller aus Schmiedefeld am Rennsteig erbaut worden, er ist ein Neffe von Michael Schmidt.

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Die Entdeckung, dass es so einfach nicht ist, wie man gedacht hat, ist als Gewinn anzusehen.
(Carl Friedrich von Weizsäcker
1912 – 2007
deutscher Physiker, Philosoph und Friedensforscher)
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