Eine Seite für Hildburghausen

Die Täfele an die Häuser

Bernhard Sendelbach

Nu hammse alle ä Täfele gekriegt
Von Human bis zum Meyer,
doch ähn hammse dabei vagass’n –
unn zwar dann alt’n Schneyer. 

Kä Mensch wäss, wo `r hat gewohnt,
kä Grab is mehr zu finne,
doch lebt d’r alte Schneyer noch
in aller Herzen drinne. 

„Horcht! Predigt da jetz ä Pfaff?
Unn schimpft gleich drauf dar Harzog nett?
Da rachts dös is dar Essigrange,
sögt ma, wenn ma nach Heßbarg gett. 

Die Königin Viktoria, guckt,
plätzense mit Sträuß’,
unn die – hähä! Die komme hämm
wie die gebad’ne Mäus. 

Was tut ma nett der Frau zu lieb,
wärd’s täglich nett geklagt?
Hat jetzta in dar Schloßgass’ hint’n
Dar Rat ‚ar Ochs!’ nett g’sagt? 

Dös Krautbargswäldle, Gott, wie is
Dös g’schoss’n in die Höh,
wass 100 Jahr sänn, ka ma dra
mal wärklich richtig g’seh. 

Unn läut’t nu ärscht dös Achtglöckle
In Wintanacht unn Kält,
mähnt ma, vom Sternenhimmel käm
dar Gargott auf die Welt. 

Gett ma in Hilberhausen rümm,
aus jeda Gass’n, aus jed’n Haus,
aus jed’n Fansta vorn unn hint’n,
mähnt ma, da guckt dar Schneyer raus. 

Ar is nu 100 Jahr scho tot,
deswag’n lebter awa doch!
Habt ihr sei Büchle scho gekäfft?
Nett? Nacha holt’s euch ja heut noch!


In der Gerbergasse 19 lässt der Hausbesitzer nach einer Generalsanierung 1999 das „Täfele“ für Professor Dr. Ludwig Hertel wieder anbringen. Eine Straße in Hildburghausen ist übrigens auch nach ihm benannt. Eine Tafel für Professor Dr. Ernst Kaiser wäre ein weiterer Vorschlag.

Für das Können gibt es nur einen Beweis: Das Tun.
(Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach
1830 – 1916
österreichische Schriftstellerin und Dramatikerin)
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