Eine Seite für Hildburghausen

Genßler, Johann Andreas

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Johann Andreas Genßler

Dr. theol. et. phil., Dr. theol.

* 12.05.1748, Hildburghausen
† 19.05.1831, Hildburghausen

 
 

Johann Andreas Genßler
In der Christuskirche befindet sich ein lebensgroßes Bild Genßlers,
gemalt von Hofmaler Carl August Kessler

 

Generalsuperintendent, Oberhofprediger, Geheimer Kirchenrat, Pädagoge, Schriftsteller 

Der 1748 in Hildburghausen als Sohn eines Ratsherren und Hofseilers Geborene geht ab 1763 für drei Jahre auf das Gymnasium in Coburg. Nach dem Abitur studiert er an der Landesuniversität in Jena Theologie und wendet sich historischen Studien zu. 1770 wird er Kandidat des Predigtamtes und versieht von 1772 bis 1775 in Hildburghausen eine Hofmeisterstelle. Er erhält die vakant gewordene Frühpredigerstelle. Er ist er an der Erziehung des Erbprinzen Friedrich von Sachsen-Hildburghausen maßgeblich beteiligt, unterrichtet ihn ab 1777 in der lateinischen Sprache, in Geschichte und in Geografie. Das befördert auch sein nachmaliges Wirken und seinen raschen gesellschaftlichen Aufstieg. Das ist insofern ungewöhnlich, weil die meisten öffentlichen Ämter verkäuflich, die Vetternwirtschaft Normalität und die gegenseitigen Abhängigkeiten am Fürstenhof Normalität gewesen sind. Er wird Waisenpfarrer (1779), Hofdiakon und Stadtdiakon (1780), Hofprediger (1790), aber auch Vikar der Generalephorie, und Assessor des Konsistoriums. Als Mitglied des Konsistoriums führt er die Seilersche Liturgie ein und bearbeitet das Landesgesangbuch (Neuherausgabe 1797).

1795 initiiert er das Schullehrer-Seminar in Hildburghausen und wird dessen erster Direktor und Examinator. 1797 ist er Konsistorialrat und danach Oberhofprediger. Nach der Neuorganisation des Kirchenwesens 1800 verliert er zwar das Präsidium der Schulkommission, erhält aber den Titel eines Geheimen Kirchenrats. 1819 wird er zum Generalintendanten ernannt.  

Von der Universität Würzburg erhält er die Ehrendoktorwürde der Philosophie für eine wissenschaftliche Arbeit über den fränkischen Gau Grabfeld. 1817 verleiht ihm seine Alma mater Jena den Titel eines Doktors der Theologie.

Von 1816 bis 1818 ist er Meister vom Stuhl der Hildburghäuser Loge „Karl zum Rautenkranz“. Es wird vermutet, dass er wegen seines Alters und seiner umfassenden wissenschaftlichen und geistlichen Aufgaben nicht ausreichend Zeit besitzt, sich umfassender um die Loge zu bemühen. Während der Zeit seiner Hammerführung ordnet er akribisch die Finanzen  und verfasst die „Gesetze und Verordnungen der gerechten und vollkommenen Loge Karl zum Rautenkranz", die das so genannte „Immerwährende Komitee“ vorlegte. Die Bruderschaft sollte vor den Einflüssen der Scharlatanerie und des Obskurantismus geschützt werden.

Er ist Korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften in München, ist auf linguistischem (sprachwissenschaftlichem) Gebiet tätig und wirkt als Übersetzer sowie Schriftsteller, verfasst wissenschaftliche genealogische Arbeiten (6 Bände der Familien Hildburghausens) sowie Statistik und auch historische Schriften, z. B. Die Vandalen des 18. Jahrhunderts oder Geschichte des französischen Einfalls in einem Teil von Franken (1796); Die Welfen, ein Beweis der Abkunft des königl. Hauses Preußen von dem noch blühenden ältesten Königstamme der Welt (1801). Der König von Preußen verleiht ihm hierfür die goldene Krönungsmedaille; Geschichte des fränkischen Gaues Grabfeld (1802/03); 666 das apokalyptische Geheimnis Joh. XIII aufgeschlossen (1813); Wittekind oder Beweis, dass das Haus Sachsen aus dem Geschlecht Wittekinds des Großen abstamme (1817), Stammtafel des königl. Großherzogl. und herzogl. Hauses Sachsen (Das Werk wurde auf Kosten der Kronprinzessin Therese von Bayern in 15 Exemplaren gedruckt.): Die Sippschaft oder Anforderung zur geschichtlichen Untersuchung der Erbfolgeordnung in den Herzogtümern Gotha und Altenburg 1825 und weitere.

(s. auch Human, Armin: Chronik der Stadt Hildburghausen, der Diözese und des Herzogtums. 1886. 1999 Reprint Verlag Frankenschwelle KG Hildburghausen, Herausgeber: Hans-Jürgen Salier), S. 65 ff.).

Es ist ein eigener grillenhafter Zug, dass wir durch Schweigen das Geschehene für uns und andere zu vernichten glauben!
(Johann Wolfgang von Goethe
1749 – 1832
deutscher Dichter, Naturwissenschaftler, Staatsmann)
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