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Hohnbaum, Carl


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Carl Hohnbaum
(Dr. med.)

* 12.01.1780, Coburg
† 17.09.1855, Hildburghausen

 

Carl Hohnbaum
Kreidezeichnung von Carl August Keßler


 

Augenarzt, herzoglicher Leibarzt, Obermedizinalrat, Leiter der Irrenanstalt, Fachschriftsteller, Literat, Volksliedsammler 

Er ist ein Sohn des Coburger Hofpredigers und späteren Superintendenten von Rodach, Christian Hohnbaum. Nach dem Besuch des Coburger Gymnasiums studiert er Medizin in Bamberg, Wien sowie in Jena und übernimmt anschließend eine ärztliche Praxis in Rodach. 1809 heiratet er Julie Hildebrandt, Tochter eines Erlanger Professors. Er übersiedelt nach Hildburghausen und steht in der Gunst der Herzogin Charlotte. Er wird Amtsphysikus in Heldburg, es folgen Beförderungen zum Hofrat, Physikus und 2. Leibarzt, später Obermedizinalrat (Leibarzt von Herzog Friedrich. Nach dem Wegzug des Hofes 1826 nach Altenburg tritt er in den Dienst von Herzog Bernhard II. Erich Freund von Sachsen-Meiningen-Hildburghausen). Als Augenarzt erwirbt er sich große Verdienste. Er ist mit Ferdinand Jahn Begründer der ersten medizinischen Zeitschrift in Deutschland („Medizinisches Conversationsblatt“ [1830 – 1832]) und entwickelt sich zu einem der bedeutendsten medizinischen Fachschriftsteller seiner Zeit. Hohnbaum gründet die Irrenanstalt und wird ihr erster Leiter.

Er ist Friedrich Rückerts Freund sowie sein kritischer literarischer Berater. Wesentlich ist er um die Ansiedlung Joseph Meyers mit seinem Bibliographischen Institut 1828 in Hildburghausen bemüht und arbeitet später vor allem medizinische Fachartikel für „Meyers Conversations Lexicon“ aus, 1818 gehört er zu den Mitbegründern der Dorfzeitung und veröffentlicht zahlreiche Beiträge zur Volksmedizin. Mit Dr. Carl Ludwig Nonne, seinem Vater Christian Hohnbaum, H. C. Jacobi und G. L. Winzer steht er einem kultivierten Schulbuchverlag vor. Der Schriftsteller Ludwig Köhler nennt ihn „einen Meister der Sprache“. Auch um die Entdeckung und Bergung der Trittsiegel des Chirotherium barthii (gemeinsam mit Carl Barth und Dr. Friedrich Sickler) im Steinbruch des Baumeisters Winzer hat er Verdienste. Zum Dunkelgrafenpaar hat er Kontakte.

Hohnbaum zählt zu den bedeutenden thüringisch-fränkischen Volksliedsammlern. Die Lieder gehen in der Sammlung von Ludwig Erk auf (u. a. zeichnet er das Lied „Ach, wie ist's möglich dann” auf). – Sein Wohnhaus ist das der heutigen Schleusinger Straße 1 gewesen.

Werke (Auswahl)

-          Insgesamt mehr als 100 medizinische und journalistische Arbeiten

-          Über Lungenschlagfluss; Erlangen, 1816

-          Über das Fortschreiten des Krankheitsprozesses; Hildburghausen, 1826

-          Über die Pulsation der Oberbauchgegend; Hildburghausen, 1837

-          Psychische Gesundheit und Irrsein; Leipzig, 1845

Literatur zu Carl Hohnbaum

- Human, Rudolf Armin: Chronik der Stadt Hildburghausen, der Diözese und des Herzogtums. – Hildburghausen, 1886. Reprint: Herausgeber: Hans-Jürgen Salier – Hildburghausen, 1999.

- Auert, Günter: Von der Anstalt zur Klinik Hildburghausen – Zur Geschichte der Landesnervenklinik in Hildburghausen. – Eigenverlag, 1991

- Heydenreich, Helmut: Leben und Werk Carl Hohnbaums. – München (Inaugural-Dissertation)

 

 

Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit zu jedem Thema etwas sagen zu müssen!
(Teresa von Ávila
1515 – 1582
Karmelitin, Mystikerin, als Heilige verehrt)
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