Eine Seite für Hildburghausen

Langer, Max

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Max Langer

* 07.07.1911, Gräfenroda/Thüringen

† 08.11.1985, Magdeburg




Dirigent, Musikdirektor, Musikpädagoge

Als musikalisch äußerst begabter Knabe erhält Max Langer, Sohn des Prokuristen Ernst Langer und dessen Ehefrau Else, geb. Hörnig, schon frühzeitig Violin-, Klavier- und Klarinettenunterricht. Er macht so gute Fortschritte, dass er mit 11 Jahren im Laienorchester seines Heimatortes als Violinist mitwirken kann. Der Vater hat Max zum Mediziner ausersehen. Nach seinem frühen Tod 1922 steht jedoch fest, dass die Mutter die für das Medizinstudium erforderlichen Geldmittel nicht aufbringen kann, und Max muss nach seiner Schulentlassung zunächst Geld verdienen. Von 1928 bis 1931 wirkt er als Geiger und Klarinettist in der Arnstädter Stadtkapelle. Als sie aufgelöst wird, ist er arbeitslos. Da er aber unbedingt Berufsmusiker werden will, entschließt er sich, das Musiklehrer-Seminar in Erfurt zu besuchen. Nach zweijähriger Ausbildungszeit ist er als Musikpädagoge und Chorleiter tätig. Jetzt erspart er Geld für das künftige Hochschulstudium. 

Im Jahre 1936 beginnt Max Langer ein Kapellmeisterstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik Weimar in der Dirigentenklasse von Prof. Dr. Felix Oberborbeck. 1940 legt er das Staatsexamen als Kapellmeister ab. Danach wirkt er bis 1943 als Dirigent des Steirischen Landessinfonieorchesters in Graz und daneben gleichzeitig als Direktor der Kreismusikhochschule in Weiz bei Graz. 1940 heiratet Max Langer Hilda Saft (* 18.04.1915 – † 14.03.2000), die Tochter des Fleischermeisters Wilhelm Saft aus Gräfenroda. Ihr hat Max Langer vor der Heirat das Klavier- und Blockflötenspiel gelehrt. Von 1940 bis zum Kriegsende erteilt sie Blockflötenunterricht an der Musikschule in Weiz. 

1943 wird Max Langer Soldat. 1946, aus englischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt, geht er nach Salzwedel, wo er von 1947 bis 1949 als musikalischer Oberleiter am Theater der Altmark und nach Schließung des Hauses bis 1952 in gleicher Position beim Kulturorchester Salzwedel wirkt. Gleichzeitig ist er Musiklehrer an der 12-klassigen Oberschule am selben Ort. Vom Minister für Volksbildung und Kultur des Landes Sachsen-Anhalt wird ihm 1950 der Titel „Musikdirektor“ verliehen. 

Im Jahre 1953 kommt Max Langer nach Hildburghausen, wo er als Chefdirigent das gerade gegründete Kreis-Kulturorchester übernimmt. Als erfahrenen Dirigenten und guten Orchestererzieher gelingt es ihm, in kurzer Zeit einen Klangkörper heranzubilden, der hohen künstlerischen Anforderungen gerecht wird. Als das Orchester 1957 als Sieger aus einem Orchesterwettbewerb hervorgeht, erhält es den Status eines Sinfonieorchesters. Wenn auch das Schwergewicht von Langers Programmgestaltung im klassischen Bereich gelegen hat, verschließt er sich keineswegs der modernen Musik. Im Gegenteil, er gilt als der Initiator der „Südthüringer Musiktage“ mit zeitgenössischer Musik in den Jahren 1955 bis 1958. 

Aus persönlichen Gründen verlässt Max Langer 1959 Hildburghausen. Danach wirkt er bis 1961 als künstlerischer Leiter des Ensembles des VEB Farbenfabrik Wolfen und sodann bis 1968 als Kapellmeister beim Staatlichen Ensemble für sorbische Volkskultur Bautzen. 1968 übersiedelt er nach Magdeburg. Dort ist er bis 1978 als Musiklehrer an der Polytechnischen Oberschule „Ernst Brand“ und freiberuflich an der „Telemann-Musikschule“ tätig.
1970 wird die kinderlose Ehe Max Langers mit Hilda, geb. Saft, geschieden. Max Langer heiratet in zweiter Ehre eine Cellistin aus dem ehemaligen Hildburghäuser Orchester. Sie haben eine gemeinsame Tochter.

 Nach: Ingward Ullrich: Hildburghäuser Musiker. Reihe: Schriften zur Geschichte der Stadt Hildburghausen, Band 4. – Verlag Frankenschwelle KG, Hildburghausen 2003 – 3-86180-129-9

Wahrheiten, die man ganz besonders ungern hat, hat man besonders nötig.
Jean de la Bruyère
1645 – 1696
französisch-moralistischer Schriftsteller)
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