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Meerrettichsuppe (Krensuppe)

Hommage an Reinhilde 

       Nur dieser eine Teller noch –
             Er wird gewiss nichts schaden.
             Meine Suppe mundet besser doch
             Als ein stolzer Braten.
            Greif recht zu, das lieb ich sehr.
            Hier ein neuer Teller!
            Mach’ die Schüssel völlig leer,
            zwei sind noch im Keller.
                  (Iwan Andrejewitsch Krylow, 1769 – 1844) 

Die Reime des russischen Fabeldichters Krylow, dessen Dichtungen im Literaturunterricht von HJS immer eine wichtige Rolle spielten, soll die Meerrettichsuppe adeln. Kaum einer hat sie gegessen oder auf der Speisekarte eines Restaurants entdeckt. HJS hat Fantasie und schmeckt sie schon beim Lesen der Zutaten. Sein Geschmacksgedächtnis hat ihn selten enttäuscht, unwiederbringliche Erinnerungen an eine Kindheit- und Jugendzeit, die nicht so überreich wie heute an Nahrungsmitteln gesegnet war, aber eine Zeit, in der wegen des Mangels handwerklich solide und ideenreich gekocht wurde. HJS hat das Gefühl, dass die Menschen in schlechteren Zeiten oder bei etwas mehr Bescheidenheit mit den Nahrungsmitteln mehr anfangen konnten als in der heutigen übersatten Wohlstandsgesellschaft. Vor allem besaßen Nahrungsmittel eine höhere Achtung. Wie sagte doch Oma Reinhilde in Dankbarkeit: „Sparsamkeit hat mit Armut nichts zu tun.“ – HJS hat die Meerrettichsuppe nachgekocht, so oder ähnlich wie Großmutter Reinhilde auf dem Herd in der Schlossgasse. HJS variiert sie mit ein paar Zutaten, deren Beschaffung heute kein Problem ist.  

Variante I: Apfel-Meerrettich-Suppe  

Zutaten für 6 Personen

   100 g            Meerrettich (frisch gerieben) oder scharf aus der Konserve

               1 l             Gemüse- oder Fleischbrühe (auch instant)

       2               Zwiebeln (mittlere)

       2               Äpfel (süße und feste, mit hohem Säuregehalt)

       1               Semmel (oder 2 Brötchen oder Weißbrotscheiben) – altbacken

   200 ml           Sahne (auch Süße Sahne)

          1 EL          Honig

          2 EL          Butter

Gewürze/Kräuter

Salz, Pfeffer aus der Mühle oder weißer Pfeffer, Muskat, Schnittlauch, mit getrockneten Apfelringen oder in Rum eingelegten Sultaninen garnieren, Petersilie (gehackt) 

Zubereitung

1.      Zwiebeln schälen, klein schneiden und in Butter glasig dünsten, Äpfel schälen, Kerngehäuse entfernen, würfeln und zu den Zwiebeln geben und dünsten lassen. Brühe hinzugeben und ca. 20 min köcheln lassen.

2.      Die zerkleinerte Semmel dazu, etwas später Sahne, mit dem Zauberstab pürieren und kurz aufkochen lassen, würzen mit Salz, Pfeffer und Honig. Die Suppe darf nicht mehr kochen, wenn der Meerrettich eingerührt wird, sonst verliert er erheblich an Schärfe.

 

3.      Die Suppe wird auf vorgewärmten Tellern verteilt, mit dem Schnittlauch bestreut bzw. mit getrockneten Apfelringen angerichtet. Dazu können auch andere klein gehackte Kräuter kommen, z. B. Petersilie. 

Beilagen

Keine, wer es vegetarisch liebt, aber manche Leute essen gerne Bockwurst, Wiener Würstchen, Fleischwurst (auch geschnitten), gekochte Rinderbrust oder geräuchertes Bauchfleisch, Brot (vom Weißbrot bis zum kräftigen Bauernbrot) dazu.  

Variante II: Apfel-Meerrettich-Lachs-Suppe  

An die Suppe 50 – 100 ml Weißwein geben, mit Zitronensaft und unbehandelter geriebener Orangenschale abschmecken. Als Suppeneinlage kommen ca. 150 – 200 g Räucherlachs hinzu. Auch mit geräucherter Forelle schmeckt die Suppe vorzüglich. 

Variante III: Kartoffel-Meerrettich-Suppe  

Zutaten für 6 Personen

  800 g                Kartoffeln

  100 g                Meerrettich (frisch gerieben) oder scharf aus der Konserve

  100 g                Roher Schinken (8 – 10 Scheiben)

            1 l                 Gemüse- oder Fleischbrühe (auch instant)

       2 – 3                  Zwiebeln (mittlere)

         200 ml             Sahne (auch Süße Sahne)

   1 EL               Honig

2 – 3 EL              Butter

Gewürze/Kräuter

Salz, Pfeffer aus der Mühle oder weißen Pfeffer (gemahlen), Schnittlauch, auch klein gehackte Petersilie (von etwa 4 – 6 Stängeln) 

Zubereitung

1.     Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Zwiebeln schälen, klein schneiden und in Butter glasig dünsten‚ die gewürfelten Kartoffeln hinzu geben und einige min mitbraten lassen.

2.      Brühe zugeben, aufkochen und ca. 25 – 30 min leicht kochen lassen.

3.      Der Meerrettich wird mit Saurer Sahne oder Schmand in einer Schüssel verrührt. Die Schinkenscheiben werden aufgerollt und in ca. 1,5 – 2 cm dicke Scheiben geschnitten. Sie können wegen der Röststoffe auch angebraten werden.

4.      Die Kartoffeln werden in der Brühe püriert und kurz aufgekocht. Die mit dem Meerrettich vermischte Saure Sahne wird unterhalb der Kochtemperatur zum größten Teil eingearbeitet, gewürzt, mit dem Schinken, der Petersilie, dem Schnittlauch und dem Schinken auf vorgewärmten Tellern angerichtet, in die Tellermitte kann ein Klacks Sahne-Meerrettich gegeben werden.

Es ist ein eigener grillenhafter Zug, dass wir durch Schweigen das Geschehene für uns und andere zu vernichten glauben!
(Johann Wolfgang von Goethe
1749 – 1832
deutscher Dichter, Naturwissenschaftler, Staatsmann)
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