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Palatschinke

Hans-Jürgen Salier

Palacsinta

Die Palatschinke

              Der Duft eines Pfannkuchens bindet mehr ans Leben
              als alle philosophischen Argumente.


                     (Georg Christoph Lichtenberg) 

Damit die Leser ein wenig länger am Rezept tüfteln können, folgt es im Wiener Dialekt. Das Deutsch der Donauschwaben ist dem Wienerischen nicht kongruent, auch die Sprachmelodie ist eine andere, und trotzdem lässt sich eine Verwandtschaft – auch mit dem Bayerischen – ableiten, das haben Sprachwissenschaftler herausgefunden.  

Internet sei Dank! HJS gesteht, dass er hier ein wenig geistiges Eigentum geklaut, aber immerhin im Anhang die Quelle verzeichnet hat.  

Wer seine Palatschinke schneller auf den Tisch bringen will, schaue bitte im Rezeptvorschlag „Eierkuchen“ nach. – Spätestens jetzt merkt der Leser, dass die Welt sehr klein ist. Und wer dreißig verschiedene Palatschinke auf einmal essen will, im Café-Restaurant „Heindl’s Palatschinkenpfandl“ im 1. Bezirk in Wien kann er das, im süßen Wien!

Palatschinken, aa Balatschinkn, san a Möhspeis aus da ungarischn, de aa in Österreich seah beliabt is.

Dabai wiad a Dag aus Eia, Möh und Müch und a bissl Soiz in an Pfandl mid a wenig Butta oda Schmoiz aussabockn. Waun des gaunze vo da Hitz fest wiad, muass de ganze umdraht wern. Won mas kon, kan ma des so in die Heh schupfn, das si die Palatschinken in der Luft umdraht, so dass mit der wachn Seitn nach untn ins Pfandl kummt. Erst wan beide Seitn fest san und a braune Foab ham, duad ma a Fü eini und roid s zaum oda schlogt s zaum. Daun kummt no bei da siassn Palatschinkn no aa Staubzucka driwa.

S Woat Palatschinkn kummt woahscheinlich ausn Rumänischn „placinta“, wos wida fum latainisch „placenta“ fia Kuacha kummt. Iwa s ungarische „palacsinta“ is dees Wuat ins Boarische kumma.

Hochdeitsch kemman de Palatschinken ois Eierkuchen, Omelette oda Crepes daher. Dees Rezept kon do a teuweis bissl andast sei, des Prinzip is a seibe. Es gibt aa no de Bliny, wo aus da osteiropäischn Kich kemman und mid am Hefndoag aus Buachwoaznmeih gmacht wern, und de American Pancakes, wo oba kloana und dicka san wia de boarische Variantn.

In Bayern haaßn de Palatschinkn Pfannkuacha oda Pfannakuacha, es werd dann oba meistns a bissl weniga Aufwand mit da Füllung und da Dekoration gmocht. Ma schmiat hoid a Marmelad drauf oda neimodean a Nutella, oda ma straat oafach Staubzucka auffe und tripfet no an Zitronasaft dazua. Nochhea roid ma s zaum.

De klassisch Palatschinken san in Österreich mid Marmelad (Marühn), Powidl oda Topfn gmocht woan. In Ungarn hods do scho friaha vü meah Variantn gebm.

Heitzdog kaun ma mit Palatschinken-Rezeptln gaunze Kochbiachl füin, so vüi Mäglichkeit san do bekaunt. Palatschinken mit Schokolad, mit Niss, mit Eis, mit Spinod, mit Lachs oda Rahm und vüi meah.

(Nach: http://bar.wikipedia.org/wiki/Palatschinken - 04.12.2012) 

Nachdem ein Neugieriger bereits den Text Palacsinka gelesen hatte, kam die Frage. Und wie war das mit der herrlichen Füllung und der Schokoladensoße der Palatschinke in Ungarn?

In dem Buch Ungarische Gaumenfreuden von András Tóth, das HJS von Éva Majnek nahe Budapest geschenkt bekam, fand er die Rezepte für Füllung und Soße der Palatschinke.  

 Füllung

100 g geriebene Walnüsse werden in 100 ml Milch aufgekocht, 100 g Staubzucker und die im Rum eingelegten 40 g Rosinen gibt man hinzu. Man lässt alles noch mal kurz aufkochen und dann abkühlen. Der Rum wird untergehoben. Die Füllung wird auf die inzwischen gebackenen Palatschinken gestrichen, die anschließend zusammengelegt werden.  

 Schokoladensoße

200 ml Milch werden mit ¼ Vanillestange aufgekocht. In einem kleinen Topf werden das Eigelb von 2 Eiern, 100 g Zucker, 40 g Kakao, 2 EL Weizenmehl und 100 ml Süße Sahne mit einem Schneebesen glattgerührt, und die ausgelassene Blockschokolade (40 g) kommt dazu. Die heiße Milch wird langsam untergerührt. Man lässt alles langsam kochen, aber nicht aufkochen. Ein kräftiger Schuss Rum gibt der Schokoladensoße ihren ganz besonderen Kick, die kurz vor dem Servieren über die gefüllte Palatschinke gegossen und dann mit Staubzucker bestäubt werden. 


Für das Können gibt es nur einen Beweis: Das Tun.
(Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach
1830 – 1916
österreichische Schriftstellerin und Dramatikerin)
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