Eine Seite für Hildburghausen

Spätmittelalter

1284 bis 1480

12. März 1286
Erwähnung der Kirchgemeinde in Hildburghausen in einer Münnerstädter Urkunde. Graf Hermann von Henneberg und Sohn Graf Poppo gestatten dem Priester Rupert Hoenlin, Vikar „eclesia in Hilleburgehusen“ (Kirche in Hildburghausen), den Nonnen des Zisterzienserinnen-Klosters in Frauenroth (gegründet von Otto II. Graf von Botenlauben und seiner Gemahlin Beatrix von Courtenay) drei Äcker Weinland zu Nüdlingen zu übertragen.

1287
In der vermutlich im 8. Jahrhundert gegründeten fränkischen Siedlung Reurieth wird CUNRADUS erwähnt, ein Leutpriester in „Rugerieth“. Die Kirche gilt als eine der ältesten in der Region, romanische Baureste sind heute noch nachweisbar, vor allem die Laibungen und das Tonnengewölbe der Sakristei und die dort vor einigen Jahren freigelegte Piscine.


Älteste Teile der Reuriether Kirche (Mauerwerk) stammen sicherlich aus der Zeit Ende des 13. Jahrhunderts. Der Chor (4,3 Meter im Quadrat) trägt den Turm. Die Sakristei ist 3,8 Meter lang und 2,2 Meter breit. Der Turm links gehört zur Ruine der alten Burg derer von Reurieth, nach dem Bauernkrieg von heßbergischen Vögten bewohnt.

1288
In einer Veßraer Urkunde ist ein „Hermannus plepanus Slusungen“ (Plebanus = Pfarrer) bezeugt.

1288

Das am Flüsschen Rodach gelegene Colberg wird als Besitz des Zisterzienserinnen-Klosters Sonnefeld als Stiftung der Herren von Kunstadt (Burgkunstadt) erwähnt. Hier ist Holzkohlenmeilerei betrieben worden.

1291

Stiftung der Johanniter-Kommende in Schleusingen durch Berthold VI. Graf von Henneberg-Schleusingen, er besitzt Patronatsrechte über die Stadtkirche. Zwei Konventsbrüder versehen stiftungsgemäß die Stadt und siebzehn dazugehörige und meist umliegende Ortschaften mit Gottesdienst (Geißenhöhn, Oberrod, Rappelsdorf, St. Kilian, Waldau, die Kirche auf dem Einfirst [auf der Höhe des Einfirst zwischen Schleusingen und Ratscher]). Der Johanniterhof im Spital hat sich auf dem Gelände des gegenwärtigen Gemeindezentrums „St. Johannis“ befunden (östlich der Kirche).

1290 und 1317

Der städtische Charakter Ummerstadts wird bezeugt. Der Plebanus (Pfarrer) Ludowicus wird 1290 erwähnt. Die Kirche ist romanischen Ursprungs und vermutlich das älteste Gebäude der Stadt. Es ist dem heiligen Andreas geweiht. Im Mittelalter hat er als Schutzheiliger der Metzger, Fischer, Bergleute und Seiler gegolten, aber er wird auch als Schutzpatron von Russland, Schottland, Spanien und Griechenland verehrt. Die Andreaskirche, als Wehranlage angelegt, mit einem 45 Meter hohen Turm und vier kleinen Beobachtungstürmen, ist teilweise Pfarrei, zeitweise Filialkirche von Heldburg.
Die „Kirche auf dem Berg“ ist nie allein Friedhofskirche, sondern zeitweise ist sie Pfarrei gewesen und hat dem Schutz der Bewohner gedient. Die Mauern sind damals weitaus höher gewesen, und hinter ihnen haben Gaden gestanden, wie bei einer Kirchenburg, meist einräumige und fensterlose Lager- und Schutzräume, ähnlich wie in Streufdorf. Zeitweise haben sich innerhalb der Mauern ein Schulgebäude befunden, ein Backofen, Wohnraum. 1839 ist dort sogar eine Leichenstube eingerichtet gewesen.
Nach 1250, der gotische Baustil zeigt es, wird die Stadtkirche „St. Bartholomäus“ genannt. Bartholomäus ist u. a. der Schutzpatron der Fellhändler, ebenfalls der Metzger, Buchbinder, Schuhmacher, Schneider, Bauern, Winzer und Hirten. Um die dort errichteten Mauern hat man auch die Toten begraben, ehe der Friedhof ab 1578 auf den Berg an die St.-Andreas-Kirche verlegt worden ist. 
Bei Bauarbeiten vor der Stadtkirche 2010 sind an die 80 Gräber freigelegt und die Reste der geborgenen Toten auf dem Friedhof bei der Andreaskirche beigesetzt worden. (s. auch 24. Juni 2010)

1299
Oberrod, an einer Wegekreuzung an der ehemaligen hennebergischen Zehnt Waldau, wird wegen einer Auseinandersetzung zwischen den Heßbergern mit den Hennebergern erwähnt. Von Hildburghausen führt dorthin eine alte Straße über Wiedersbach ins Schleusetal, eine wichtige Verbindung zu alten Fahrwegen über das Gebirge. Dort wird eine Kapelle gebaut, die dem heiligen Wolfgang geweiht ist, dem Beschützer der Reisenden und Fahrenden. (s. 1491)


1300
Die durch die Herren von Herbilstadt in Haina gegründete Kirche wird in einem Wachszinsbüchlein erwähnt: Dies ist der Wachszins der Kirchen der Kirchen Sankt Johannes des Täufers unseres Herren …“


14. Jahrhundert
Der Ort Häselrieth hat vermutlich eine Kapelle am Standort der heutigen St.-Wigbert-Kirche. Das Kreuzgewölbe im Chor und in der Sakristei sowie Triumphbogen, die untere Hälfte des Turms und die Spitzbogenfenster stammen aus frühgotischer Zeit, also aus der Vorgängerkirche.

1304
Von 1291 bis 1312 ist das von der Linie Henneberg-Coburg hinterlassene Erbe im Besitz des brandenburgischen Herrscherhauses der Askanier (deutsches Uradelgeschlecht [Haus Anhalt]). Der Stadthalter des Markgrafen Otto des Langen von Brandenburg, Walther von Barby, hat am Tage Simonis und Juda mit Berthold IV. (VII.) Graf von Henneberg-Schleusingen eine Fehde, die mit einem Sieg des Hennebergers endet. Im Heldburger Land rächt sich Berthold IV. mit Raub, Mord und Brandschatzung. Am 31. Oktober, am Vorabend zu Allerheiligen, kommt es bei Wiedersbach erneut zum Kampf, der von Walther von Barby gewonnen wird. Anschließend verwüstet er das Henneberger Land.
Barby belagert Schleusingen. Bei Hönn (Sachsen-Coburgische Historia in zweyen Büchern) heißt es 1700: „Dahmals beschwerten sich die Nonnen in dem Kloster Veilsdorff bey Bischoff Andrea [Andreas von Gundelfingen, der Streit hat mit dem Grafen von Henneberg wegen der doppelten Verpfändung von Burg und Stadt Schweinfurt] zu Würzburg mit weinender Stimme, wie ihr Kloster und dessen Güter, so mitten unter einem verkehrten Volck gelegen, durch Krieg, Raub und Brand dergestalt übel zugerichtet, daß, wo nicht zeitlich ihnen unter die Arm gegrieffen würde, die Nonnen solches verlassen und zu Schimpf ihres Orthens auf den Bettel sich begeben müsten, deßwegen obbemeldter Bischoff das übrige Einkommen der Vicarey zu Meder in ihren Nutzen zu verwenden … verstattet.“

An anderer Stelle heißt es: „Endlichen nachdeme sie beederseits durch solcherley umbgewechselte Verheerung ihrer Dorfschafften Schaden genug erlitten, wurden sie vermittelst auffgerichteten Vertrags die besten Freunde miteinander.“

1307
In einer Urkunde wird der Bürger Heinrich Becherer aus Hildburghausen erwähnt, der am 22. Oktober dem Kloster Veßra einige Güter gestiftet hat. Hildburghausen steht wenige Jahre vor der Stadterhebung.

1308
Die älteste der beiden Kirchen in Veilsdorf ist die heutige Friedhofskirche (Kirche St. Veit“„Gottesackerkirche“). Das in südlicher Richtung am Ortsausgang stehende Gotteshaus hat bis 1604 als Pfarrkirche gedient. Als einstige Wehrkirche soll sie mit einer starken Mauer umwehrt gewesen sein.


1315
Die Kirche „St. Johannes der Täufer“ in Haina wird mit einem Pfarrer erwähnt, sie ist eine der ältesten Kirchen in der sehr frühzeitig besiedelten Region um Römhild.


1315/16
Auch wenn Linden als „zu der Lynden“ erstmalig erwähnt wird, dürfte die Geschichte des Ortes in diesem sehr alten Siedlungsgebiet der Region mindestens 400 Jahre weiter zurück, in die nachkarolingische Epoche, reichen. Der Ort gehört zum Stift Würzburg und kommt als Lehen an das Geschlecht derer von Reurieth. Nach 1401 und 1506 ist es im Besitz der Grafen von Henneberg-Römhild. Die dicken Kirchenmauern von Sakristei und Chorraum der Kirche lassen auf ein sehr hohes Alter der Kirche schließen.
Das Patrozinium der Linder Kirche ist nicht bekannt. Es ist mündlich überliefert worden, dass die Pilger in der Zeit auf dem Weg nach Würzburg gerne dort Station machten. Hier mag das eingemeißelte Zitat über dem Westeingang aus späterer Zeit stimmig sein:

Wie heilig ist diese Stätte,
       hie ist nichts anderes denn Gottes,
       und hier ist die Pforte des Himmels“ (1. Mose 28,17).

1315
Graf Berthold VII. erlässt Abgaben, u. a. für Juden. Hildburghausen gehört zu den ersten Orten Thüringens, die Juden unter Schutz stellen. Nachweisbar in Hildburghausen sind später Kesselflicker, Scherenschleifer und Hausierer.

Die Juden haben als Nichtchristen eine Sonderstellung (juristisch, wirtschaftlich, sozial). Sie dürfen im Wesentlichen nur Berufe betreiben, die den Christen kirchlich untersagt oder die im Ansehen verfemt sind, z. B. Handel, Geldhandel. Mit dem aufblühenden Handelsverkehr lassen sich immer mehr Juden in den Städten und in der Region an reichsritterlichen Dörfern nieder (Bauerbach, Berkach, Bibra, Gleicherwiesen, Marisfeld, Simmershausen – dort werden die Juden von den Gerichtsherren mit Genehmigung der Landesherren in Schutz genommen). Seit dem 14. Jahrhundert sind Ausschreitungen gegen Juden in der Region bekannt. Man beschuldigt sie, öffentliche Brunnen vergiftet, gemordet und geraubt zu haben u. ä.

Die sogenannten Schutzjuden besitzen gegenüber den einfachen Juden gewisse Privilegien. Sie müssen ihrem Fürsten, der städtischen Obrigkeit oder den Dorfherren besondere Leistungen erbringen, vor allem aber finanzielle Abgaben leisten. Für die Schutzjuden werden Schirm- und Schutzbriefe ausgestellt, damit sind sie rechtlich abgesichert.

„Während schon zur Zeit der Kreuzzüge die Juden vom Volkshaß fast ausgerottet waren, wurden sie  1348 – 49 mit brutaler Barbarei verfolgt. Anläßlich des schwarzen Todes, der sich aus der Levante über das südliche Europa verbreitete, brachte man die Mär auf, die Juden hätten die Brunnen vergiftet. So rottete sich Gesindel, die s. g. Schlegler oder Judenschläger, in Verbindung mit den Geißlern wider sie zusammen. In Erfurt tobte Mord- und Raublust am meisten; in Worms wurden die Häuser der erschlagenen Juden von der Stadt veräußert, um die Lehnsherrschaften zu entschädigen. Die Schmälerung des Handels der städtischen Kaufmannschaften durch die rührige und oftmals in der Wahl der Mittel weniger bedenkliche Konkurrenz der Juden, die Zinsesnahme seitens derselben, die durch das canonische Recht der Christen verboten war, ihr Wucher, christlicher Religionshaß und Haß vornehmer Schuldner, die sich durch die Vertreibung der Juden von ihren lästigsten Gläubigern befreien wollten und so das Volk zu deren Verfolgung aufstachelten – das waren die Ursachen der Judenverfolgungen." 

   (Human: Geschichte der Juden im Herzogtum S.-Meiningen-Hildburghausen. 1898, S. 5 f.)

1317
Die Rodungssiedlung „Biberslage“ (Biberschlag) im Oberen Waldgebiet wird erstmals 1317 im Henneberger Urbarium erwähnt. Es wird bekundet, dass Engenstein im Bibertal eine Kapelle hatte, die 1577 ihrer Baufälligkeit wegen abgetragen worden ist. An ihrer Stelle wird später die Vogtei erbaut. Die Kapelle ist aber älter, wird doch bei Johann Werner Krauß (S. 349 ff.) erwähnt, dass sie eine 1311 gegossene Silberglocke mit der Aufschrift „Anna Maria 1311 – Saxangusta Arx“ getragen hat. Die Glocke ist seit dem Dreißigjährigen Krieg verschollen.


1317
Erstes bekanntes Kirchendokument: Berthold IV. (VII.) Graf v. Henneberg für die zu einer Frühmesse in der Stadtkirche St. Lorenz (Standort der heutigen Christuskirche Hildburghausen) gestiftete Güter. Amtierender Geistlicher ist der Pfarrverweser Helmricus, Inhaber der Pfarrstelle Ludovicus de Henneberg, aus der gräflichen Familie stammend.


1317
Das 837 und 882 erstmals als Asiseshus erwähnte Eishausen hat sicherlich eine längere Kirchengeschichte, denn es ist zum Zeitpunkt ein Dekanat mit Dekan und Vikar, das die Aufsicht über Streufdorf, Stressenhausen, Steinfeld, Adelhausen, Massenhausen besitzt. Damit ist diese Pfarrei schon recht bedeutsam gewesen.


Das einstige und heute sanierte Pfarrhaus auf der rechten Seite an der Fahrstraße von Hildburghausen nach (Bad) Rodach wird von der Kirchgemeinde als Gemeindehaus genutzt.


1319
Versuch der Gründung eines Augustiner-Chorherrnstifts in Hildburghausen. Zur eigentlichen Gründung kommt es am 01.02.1319, 1320 wird das Stift nach Schmalkalden verlegt.


1321
Für den erstmals 1144 urkundlich erwähnten Ort Roda (Roth) an der Ostseite des Gleichbergmassivs wird eine in Bedheim eingepfarrte und der Jungfrau Maria geweihte Kapelle erwähnt. Die 3,2 Meter lange und 2 Meter breite Sakristei und der untere Turmteil sind mit ihren ungemein starken Mauern romanischer Herkunft.
Bei Human heißt es im Heft 72 der Schriften des Vereins für Sachsen-Meiningische Geschichte und Landeskunde, 1915, S. 349:

„… ein Priester aus Vessra alle Sonntag, alle 12 Aposteltage, alle Wittwochen und Freitag Messen hält.“ Es wird vermutet, dass der Priester (ein Mönch) zeitweise in Roth gewohnt hat.

1322

Heinrich Graf von Henneberg handelt mit seinem Vetter, Berthold IV. (VII.) Graf von Henneberg, in Veßra einen Vertrag zum Verzicht auf die Lehnschaft der Hildburghäuser Kirche aus.


1323
In einer Urkunde wird der Veßraer Mönchshof in Hildburghausen erwähnt (Standort: etwa Innenhof Bibliographisches Institut/Altes Technikum, Obere Marktstraße 44).
Das Stift Schmalkalden hat Besitzungen in Schlechtsart, ebenso die Herren von Schaumberg, das damals „Sleytishard“ (abgeleitet von Schlehen und Hardt = lichter Wald) genannt wird.


1324
Im Jahr der Erhebung zur Stadt Hildburghausen werden die Pfarrer Heinrich von der Neuenstadt und Heinrich Beicher genannt.


Vermutlich am Standort der heutigen Christuskirche gibt es vor der Zeit der 1779 abgebrannten St.-Lorenz-Kirche eine Vorläuferkirche, da der Altar der heiligen Katharina genannt wird.
Der Superintendent und Historiker Johann Werner Krauß schreibt 1753:

Dieses ist ein uraltes Gebäude, wie der Augenschein zeiget, woran mit der Zeit vieles ist geändert worden. Man findet weder daran einige Jahreszahlen und Schrifften, noch sonst etwas zur Nachricht, daraus man die Zeit eigentlich bemerken könnte, wenn sie erbaut worden“ ... „So weit gehen die Nachrichten von der Stadtkirche zu Hildburghausen, aus welchen man schier muthmaßen solle, daß dieses uralte Gebäude in dem Brand a. 1388 unversehrt geblieben sey."
Bei Vorhandensein eines Katharinen-Altars hat es noch vier Nebenaltäre gegeben: Altar der heiligen Jungfrau Maria, des heiligen Kreuzes, des Erlösers Christus und des heiligen Nikolaus.
Zu den Altären sind fünf Vikareien gestiftet.
Um das Gebäude befindet sich der Friedhof.
Nach 1324 bis zur Reformation. "... Die Gemeinde zu Hildburghausen unterhielt nachweislich von 1324 bis zur Reformation zwei Siechhäuser und ein Blockhaus. Sie dienten den Armen, Alten und Kranken sowie Irren und Aussätzigen als einzige Zufluchtsstätte, so das Siechhaus und Spital am Spittelbach (heute: Eisfelder Straße) für Arme, Alte und Kranke sowie das Seuchen- und Siechenhaus bei der St.-Niclas-Kapelle mit Blockhaus für Aussätzige, Seuchenkranke und Irre. Bedürftige Alte und Kranke wurden von der Gemeinde durch das Almosenwesen unterstützt. Wohlhabende Bürger vermachten der Kirche Spenden, sogenannte Elenden Kerzen oder Schüsseln, Jahrtage und Seelenmessen oder ewige Begängnisse. All diese Einnahmen und Ausgaben überwachte ein Heiligen- oder Kerzenmeister, der auch darüber Rechenschaft ablegen musste ... Zu bestimmten Zeiten (Jahrtagen, Festtagen, Kirchenfesten) wurden Brot und Fleisch, auch Gemüse und Suppe an die Bedürftigen nach dem Gottesdienst erteilt."
(Nach: Karl-Heinz Roß und Dr. Hanspeter Wulff-Woesten)


14. Jahrhundert –
Haupterwerbs- und Blütezeit des Klosters Veßra
Die Mönche nehmen im geistig-kulturellen und wirtschaftlichen Bereich großen Einfluss.
In der ersten Jahrhundert-Hälfte hat das Kloster in 170 Orten Besitz mit unterschiedlicher Größe. Er befindet sich in vier verschiedenen Ländern: in Henneberg-Schleusingen, Henneberg-Römhild, im Bistum Würzburg und in der sächsischen Pflege Coburg. Der gewaltige Grundbesitz ist vornehmlich bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts erworben worden. Daraus ergibt sich der Nachteil, dass der Besitz vom mittleren Werra-Raum bis an den Main gestreut ist. Wegen seines Reichtums ist das Kloster über Jahrhunderte hinweg Kreditgeber für die hennebergischen Landesherren.
Das Kloster Veßra ist für die geistliche Versorgung von etwa 50 Orten zuständig. Anfangs wird die Tätigkeit von Veßra aus wahrgenommen, später von der Mutterpfarrei Leutersdorf und anderen Pfarr- und Vikarstellen aus, z. B. Reurieth, Themar, Vachdorf, Belrieth, Lengfeld, Marisfeld, Westenfeld, Frauenwald, St. Kilian, Steinbach bei Schmalkalden.
Neben Beziehungen zu Klöstern und Stiften besitzt Kloster Veßra Kontakte zu anderen Kongregationen (geistlichen Vereinigungen). Zur Verwaltung des zersplitterten Besitzes sind Wirtschaftshöfe (Grangien) für die zinspflichtigen Bauern und die seelsorgerische Betreuung gegründet worden. Diese Propsteien befinden sich auf dem Rodacher Georgenberg, in Ottelmannshausen bei Königshofen und in Haard nahe Münnerstadt. Tochtergründungen von Veßra sind Griffenthal in Kärnten, Hausen bei Kissingen, Frauenwald, Trostadt und Frauenbreitungen.

1331

Die Stadt (Cives) Hildburghausen erhält das Recht, den bislang in Kloster Veilsdorf ausgerichteten Michaelismarkt abzuhalten. Eine Kaufmannschaft wird erwähnt, Kaufleute erhalten drei Tage freies Geleit.


Kloster Veilsdorf ist vorzeiten St.-Michaelis-Berg benannt worden, das beweist, dass die Stätte vor der Christianisierung eine Kultstätte für den Sonnengott gewesen ist. Der Michaelismarkt (29.09.) wird nach dem Erzengel Michael benannt.


1333
Der Veßraer Propst wird zum Abt erhoben.

1340

Kloster Veilsdorf wird von 42 Nonnen bewohnt, die dem fränkischen Landadel entstammen. Sie bringen Teile ihres Besitzes sowie ihre Aussteuer in das Klostereigentum als „Seelengeräte“ (Schenkungen) ein.

Der aus Veilsdorf stammende Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Manfred Scheler (* 1926), der auch zum Verlag Frankenschwelle (Salier) sehr enge Kontakt gehabt hat, schreibt in seiner Dokumentation „Veilsdorf und sein Heimatkreis“, 1995, im Teilkapitel „Ein kurzer Ausflug in die Geschichte Veilsdorfs und seines Klosters“ über die Nonnen und Äbtissinnen (bis 1446, siehe dort), daraus wird nachfolgend auszugsweise zitiert:
Die Äbtissinnen des Kloster auf dem Veilsdorfer Michaelisberg (Michelsberg) kamen aus den Familien des oberfränkischen Landadels. In den auf uns überkommenen Urkunden werden Gothildis zum Jahr 1237, Jutta 1308, Adelheit von Haug 1329 – 1343, Jutta von Heldritt ab 1362, Margarete von Heßberg 1398, Margarete von Burghausen (Bad Kissingen) 1416 – 1430 und als letzte Vorsteherin Katharina von Lichtenstein (etwa 20 km südlich von Heldburg gelegen) 1430 – 1446 genannt. Sie brachten, wie auch die ihnen unterstellten Nonnen, ihren Besitz oder Teile davon als Aussteuer in das kleine, im Jahr 1340 von 42 Nonnen bewohnte Kloster ein. So schenkte z. B. Gothild dem Siechenhaus (Hospital) des Klosters einen Hof in Lempfridhusen (Lempertshausen bei Rodach), Margarete von Burghausen dem Kloster ihr Gut in Harras unweit Veilsdorf. Durch Dotationen (Schenkungen) an das Kloster erhoffte der Adel besondere Verdienste vor Gott zu erwerben und eigene Schuld zu sühnen. Diese reichen von der Zueignung von Grund und Boden über die Abtretung von Privilegien wie des Zehnten (Abgabe des zehnten Teils der Ernte usw.) bis zur Stiftung von Altären und Wachskerzen für den Gottesdienst und Gedenkmessen für die eigene Person nach dem Tod.
Solche Schenkungen nannte man „Seelengeräte“. Nicht wenig von ihnen gehen auf die Familie derer von Heßberg zurück, die seit 1168 urkundlich belegt, auch im Veilsdorfer Raum begütert war. So vermachten z. B. im Jahr 1340 Cunrad von Hespurg (Heßberg) und seine Wirtin (d. h. Ehefrau) Yette dem Kloster eine Hube (oder Hufe, etwa einen halben Bauernhof) in Veilsdorf und ein Holz dortselbst genannt das Steynhauß (Steinhaus). 1409 schenkte Pfarrer Johans Beheym (Johannes Beheim) von Bürden dem Kloster eine Wiese über dem Klostersee den dem „eychich“ genannten Holz (Waldstück), die er von Dietz von Heßberg für seine Kirche in Bürden gekauft hatte, was Friedrich von Heßberg als Lehnsherr der Kirche von Bürden konfirmierte (bestätigte). Die zahlreichen sich auf die Herren von Heßberg beziehenden Klosterurkunden lassen den Schluß zu, daß diese im 14. und 15. Jahrhundert die Verweser- und Vormundschaft über das Kloster innehatten, und daß Kloster Veilsdorf zu dieser Zeit gewissermaßen ein heßbergisches Hauskloster gewesen war. Im Jahr 1444 wird z. B. Hans von Heßberg zu Eishausen in einer Urkunde Verweser und Vormund („ytzunt Eyn verweser vnd eyn vormunt) des Klosters genannt.

1340

Im Erbbuch Hildburghausens wird erstmals der Bonifatiusmarkt (05.06.) erwähnt, benannt nach dem hl. Bonifatius, dem Apostel der Deutschen, ferner der Laurentiusmarkt (auch Lorenzmarkt), Laurenz ist der Schutzheilige der Stadt, und der Katharinenmarkt (25.11.), Katharina ist eine bedeutende Heilige für die Stadt.

1341

Die Kirche in Römhild wird erstmals erwähnt. Ihr Stifter ist Graf Popo IX. von Henneberg-Aschach.

1342

Hindfeld, in dem alten Siedlungsgebiet des Grabfelds gelegen, ist schon um 800 im Licht der Geschichte erschienen. Emhild, die Äbtissin des Benediktinerinnenklosters Milz, hat Gut an das Kloster Fulda verschenkt. – Seit 1342 sind aus diesem kleinen Haufendorf am Großen Gleichberg Pfarrer lückenlos nachgewiesen. Vor dem Bau der Kirche von 1554 muss es eine Vorgängerkirche, vermutlich aus Holz, gegeben haben.

1345

Die Leutersdorfer Kirche (Mutterkirche) kommt zum Kloster Veßra. Die Mutterkirche hat für die Entwicklung der Zent, des Amtes und den Nahmarktbereich eine große Bedeutung.
Der Pfarrer der Kirche ist ab 1345 ein Veßraer Mönch gewesen. Mit dem Bevölkerungswachstum werden im Laufe der Zeit Tochterpfarreien in Reurieth, Themar, Belrieth bzw. Einhausen, Lengfeld, Oberstadt, Marisfeld, Dingsleben und Vachdorf gebildet, zu denen wiederum weitere Dörfer gehören. Erst im Zeitraum 1509 bis 1515 wird Themar selbstständig.

1345

Die Patronatsrechte der ehemaligen Kapelle in Grimmelshausen (Grymolhusen) werden vom Kloster Veßra an das Stift Würzburg abgetreten. Nach der Reformation ist die Kapelle aufgegeben und dem Verfall überlassen worden.
Der Ort nennt sich nach einer sesshaften Adelsfamilien Grimmelshausen, die von 1177 bis 1571 dort nachweisbar sind. Sie verlegen ihren Sitz in die Reichsstadt Gelnhausen. Berühmtester Vertreter der nicht sonderlich begüterten Adelsfamilie ist sicherlich Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (1622 – 1676), der Verfasser des ersten deutschen Prosaromans „Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“ (1667). Grimmelshausen gilt als der bedeutendste deutsche Erzähler des 17. Jahrhunderts. Die Herkunft des populären Schriftstellers muss in Gelnhausen gesucht werden, einige seiner Vorfahren stammen wohl auch aus Grimmelshausen.

1349

Eine Urkunde des Fürstbischofs von Würzburg, Albrecht II. von Hohenlohe († 1349), dokumentiert, daß ein Taufstein in der Kapelle oder Kirche in Eichenberg im Sprengel der volkreichen Parochie der Mutterkirche Lutelsdorf (Leutersdorf) aufgerichtet werde. (nach Berger, S. 142). Bei Berger heißt es weiter, dass der älteste Teil des Kirchengebäudes, der Turm, aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts sei, in diesem unteren Teil befinde sich der Altarraum: „Die abgefasten Rippen ruhen auf umgekehrt pyramidenförmigen Konsolen, deren eine noch mit Rosette verziert ist, wie auch der Schlußstein eine Rose trägt.“
Gotik des 14. Jahrhunderts zeigen die Sakramentsnische und das mittelalterliche Sakramentshäuschen in der nördlichen Chorwand.


Das mittelalterliche Sakramentshäuschen der Kirche in Eichenberg.
Foto: Bernhard Großmann, 2005

Um 1350 – 1380
Die Marisfelder Kirche ist wegen ihrer alten Glocken sehr bekannt. Die kleine Taufglocke wird gegossen.

1353

Nach einem Großbrand in Schleusingen wird zwischen Hinternah und Schleusingen von Mönchen des Prämonstratenser-Klosters Veßra zur Wasserversorgung Schleusingens ein Wassergraben angelegt, der heute noch wegen seines geringen Gefälles von 1,30 Meter Höhenunterschied auf ca. 4 Kilometer als wasserbauliches Denkmal gilt.

1356

Der Themarer Kirchturm mit wehrhaftem Turm wird erwähnt. Reste sind noch heute in der Bausubstanz der 1488 erbauten St.-Bartholomäus-Kirche vorhanden. Die Kirche ist vermutlich für den Verteidigungsfall mit Mauern und Gaden für die bedrohten Bürger angelegt worden. Auch der Amtshof ist mit Mauer und Graben gesichert.

Um 1360

Im Umfeld der stattlichen Westhäuser Pfarrkirche haben sich im Laufe der Geschichte drei weitere Kapellen befunden, so eine der heiligen Maria geweihte um 1360, die Kapelle des heiligen Laurentius (zwischen 1621 und 1750 abgerissen). Es wird auch von einer 1531 baufällig gewordenen Petruskapelle berichtet, die bereits 1085 und 1129 als Missionskapelle erwähnt worden ist. Zu ihr gehörte eine bis 1528 besetzte Vikarei. Sie hat vermutlich in der Nähe des Lorenzenhofes gestanden. Das Abbruchsdatum ist nicht bekannt, denn für das Jahr 1660 wird sie noch in Prof. Brückners Landeskunde genannt.

1362

Die Pfarrei Themar wird genannt.


In einer Ortsübersicht, die mit der Karte „Zent Themar und Sprengel der Mutterkirche Leutersdorf“ korrespondiert, trägt der Historiker Dr. Günther Wölfing Angaben zur Pfarrei und ihre Beziehungen zusammen:
Pfarrei Themar: Erwähnt 1362. Als zu Leutersdorf bezeugt, z. B. 1429, 1521, 1555, 1562, 1509 bis 1514 von Leutersdorf getrennt. Filialkirchen und -orte: Ehrenberg 1555, Grub 1511, 1555; Wachenbrunn 1555; Grimmelshausen 1555. Die Kapelle in Grimmelshausen 1345 aber dem Kloster Veßra gehörig und gegen die Inkorporation der Urpfarrei Leutersdorf an Würzburg abgetauscht. Um 1450 … immer noch bischöfliche Eigenkirche, aber schon unbesetzt; Siegritz 1667; Tachbach ohne Beleg, nach Brückner aber zugehörig.“
(Nach: Günther Wölfing: Themar und die Osterburg, Bd. 1 – S. 15 [ohne Fußnoten zitiert], S. 50


1380
Die Kirche von Oberstadt wird erwähnt, ein Nachfolgebau ist wahrscheinlich vor 1608 errichtet worden, am Turm befindet sich diese Jahreszahl. 1716 kommt es zu einer grundlegenden Erneuerung und 1834 zu einer umfassenden Renovierung, zum Neubau 1886/87, da die Kirche 1885 abgebrannt ist.



1388
Bei einer Brandkatastrophe wird ein großer Teil Hildburghausens vernichtet, auch des Steinhaus sowie Einrichtungen des Veßraer Mönchshofes.
Landgraf Balthasar gewährt für den Wiederaufbau zehn Jahre Steuerfreiheit. 1395 schenkt er den Bürgern auf deren Bitten hin die Ruine des Steinhauses zum Bau eines Rat- und Kaufhauses. Teile sind im heutigen Rathausbau noch nachweisbar.

1398

In Häselrieth wird ein Geistlicher erwähnt.

1399
Abt Albrecht von Veßra erwirbt bei Hildburghausen den Hof Elmutwinde (Der Hof befindet sich vermutlich auf oder nahe des Geländes des Fachkrankenhauses bzw. der Wiedersbacher Straße, heute: Wüstung bei Hildburghausen).

14. Jahrhundert
Auf dem Kirchberg in Streufdorf steht die einst der heiligen Katharina (heute: „St. Marien“) geweihte spätromanische Kirche als Kirchenburg.


Die Königstochter Katharina erleidet unter Maxentium um 310 den Märtyrertod durch das Schwert. Sie ist die Patronin der Gelehrsamkeit, der Jungfrauen und Mädchen und Gewerbetreibenden (Wagner und Müller). Ihr Festtag ist der 25. November.


1570 erfolgt der Um- und 1707 der Neubau der Kirche. Von der Vorgängerkirche hat sich an der Südseite des Turmuntergeschosses ein Rundbogenfenster bis in unsere Zeit erhalten, zudem die Vierung und der Choranbau.

1400
Erstmals wird die St.-Lorenz-Kirche in Hildburghausen genannt.

1401
Das Heldburger Erbbuch (1517) vermerkt, dass in Ebenhards oberhalb des Dorfes auf einer Hochfläche über einem Abhang die Capelle zu Unser Liben Frawen liegt. Sie ist eine Hildburghäuser Filialkirche und wird von einem Kaplan versorgt. Man muss davon ausgehen, dass es sich um eine sehr alte Kirche handelt, aus der Zeit der Frühgotik.

1401
In der später erbauten „Kreuzkirche“ von Schleusingen hängt eine kleine Bronzeglocke mit den Maßen 40 Zentimeter hoch und 50 Zentimeter im Durchmesser. Auf ihr steht die römische Jahreszahl 1401. Vermutlich stammt sie aus der kleinen Kirche „Unserer lieben Frauen“ auf dem Einfirst. Dann ist sie in einen kleinen Dachturm des Satteldaches der „Kreuzkirche“ gekommen, der wegen Baufälligkeit eingelegt worden ist. Heute kann man die Glocke bei Trauerfeiern noch per Hand anschlagen oder läuten.

1404
Bischof Johann I. von Egloffstein, Würzburg, verspricht den eifrigen Besuchern der St.-Lorenz-Kirche in Hildburghausen einen 40-tägigen Ablass. Johann ist 1402 Gründer der Würzburger Universität, eine der ersten in Deutschland.

1404
Ältestes Bauwerk von Marisfeld ist der Kirchturm, er misst bis zur Helmspitze 35 Meter, vermutlich handelt es sich um einen ehemaligen Bergfried. D
er Turm besteht auch in seinem oberen Teil der Pyramide ganz aus Stein.

1405
Friedrich I. Graf von Henneberg-Römhild holt das Kirchrecht nach Römhild. Die erstmals 1341 erwähnte Marienkirche ist bis zum Zeitpunkt eine Tochterkirche von Mendhausen und wird jetzt selbstständige Pfarrkirche. Der Graf lässt die Stadtkirche erweitern und erneuern.

1409
Die Kapelle „Heilige Katharina“ in Bürden wird erwähnt, die 1493 ausgebaut worden ist. Aus dieser Zeit stammen der Chorraum und der noch erhalten gebliebene Turmunterbau. Der Ort hat bald seine eigene Pfarrei.

1411
Ein „Gotshauß“ im Stil einer Kirchenburg wird in Gompertshausen erbaut, es wird für die heilige Maria gestiftet. Reste von Gaden sind heute noch feststellbar. Gompertshausen gehört ursprünglich zur Urpfarrei Westhausen.

1411
Die etwas abseits von Eicha auf einem kleinen Hügel stehende typische mittelalterliche und berühmte Wallfahrtskirche wird vom Grafen Friedrich von Henneberg mit allen Einkünften und Rechten dem Antoniuskloster in Isenheim übergeben. Teile der Wallfahrtskirche finden sich unter der Ende des 15. Jahrhunderts im spätgotischen Stil erbauten Sakristei an der Nordseite des Turms.


Issenheim liegt 20 Kilometer südlich von Colmar und 20 Kilometer nördlich von Mülhausen im Elsaß. Im Frühmittelalter hat der Ort zur Benediktinerabtei Murbach gehört, 1229 ist Issenheim an die Habsburger gekommen, und Ende des 13. Jahrhunderts gründet der Antoniter-Orden eine Niederlassung. Anfang des 16. Jahrhunderts hat Matthias Grünewald für das Antoniterkloster den inzwischen weltberühmten Isenheimer Altar geschaffen, der heute in Colmar zu bewundern ist.
Isenheim ist ein sehr wichtiges Haus in der Geschichte des Ordens gewesen. Von der Ausdehnung seines Wirkungskreises reicht es von Basel in der Schweiz (zuständiges Bistum) zu den Diözesen Straßburg, Speyer, Worms, Würzburg und Bamberg. Niederlassungen hat es in Basel, Straßburg, Bruchsal, Würzburg, Bamberg und Eicha (heute: Ortsteil der Stadt Römhild [nicht zu verwechseln mit dem später gegründeten Antoniterkloster im Naunhofer Ortsteil Eicha, südöstlich von Leipzig] sowie des elsässischen Drei-Ähren.


1414 – 1418
Karl von Heßberg ist Teilnehmer am Konzil von Konstanz (05.11.1414 – 22.04.1418). In der „Konzilschronik des Ulrich von Richenthal“ ist das Wappen des Heßbergers neben dem anderer fränkischer Adeliger mit dem Zusatz abgebildet: „Dies(e) seint aus Francken.“


Das Konzil ist auf Betreiben des römisch-deutschen Königs Sigismund von Gegenpapst Johannes XXIII. einberufen worden. Ziel ist die Wiederherstellung der Kirche gewesen und eine Kirchenreform, vor allem ging es um Reformen zu innerkirchlichen Zuständen, die weltliche und kirchliche Vormachtstellung mit allen Mitteln.
Auf das Konzil ist auch Jan Hus (1372 – 1415) geladen worden. Hus ist ein böhmischer Gelehrter, Priester und zeitweise Rektor der Karls-Universität in Prag sowie Begründer der hussitischen Bewegung. Er wird der Häresie angeklagt, weil er mit seiner Lehre im Widerspruch zur herrschenden Lehre steht und wird als Ketzer gebrandmarkt. Er widerruft seine Lehre von der „Kirche als der unsichtbaren Gemeinde der Prädestinierten“ nicht. Er lehnt es ab, die Lehrautorität des Konzils anzuerkennen. Am 6. Juli 1415 wird er zum Feuertod verurteilt, das Urteil wird noch am gleichen Tag vollstreckt. Die Hinrichtung löst den ersten Prager Fenstersturz aus und die Hussitenkriege (1419 – 1439), die große Teile des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation verwüsten, auch bis in fränkische Gebiete.

Zum Heiligen Jahr 2000 würdigt Papst Johannes Paul II. den sittlichen Mut von Jan Hus und bittet für die Leiden, die der Reformator und seine Anhänger erlitten haben, um Vergebung. Papst Franziskus würdigt Jan Hus im Jahr 2015 zum 600. Todestag, drückt sein tiefes Bedauern über den grausamen Tod aus und würdigt ihn als Kirchenreformer.
 


Jan Hus (1372 – 1415)
Stahlstich des Bibliographischen Instituts Hildburghausen nach einem Gemälde von Hans Holbein d. Ä. (um 1465, Augsburg – um 1524, Basel oder Isenheim).
Sammlung Hans-Jürgen Salier

1416
Im schwarzburgischen Verkaufsbrief wird der wehrhafte Kirchhof in Themar erwähnt.

1416

Der Hildburghäuser Stadtrat stiftet zur Frühmesse auf den St.-Katharinen-Altar der St.-Lorenz-Kirche u. a. fünf Wiesen und zwei Äcker in der Häselriether Gemarkung.

1416

Mit der Ersterwähnung von Schnett wird auch eine dem heiligen Oswald geweihte Kapelle genannt, die 1622 neu gebaut und 1733 erneuert worden ist. Feiertag: 5. August.


Oswald, ein volkstümlicher Heiliger, der auch Fruchtbarkeit verleihen sollte, bringt später den Schnettern auch den Beinamen „Össel“ (auch: Haber-Össel) ein. Beim früheren Flurumgang um die Felder ist auch die Figur des heiligen Oswald um die Felder getragen worden. Die Figur ist nach Lehfeldt/Voss noch 1865 vorhanden gewesen.


1417
Neben seinem Schloss Hartenberg lässt Friedrich I. Graf von Henneberg-Römhild eine Kapelle bauen.

1418
Der Kirchhof der auf einem kleinen Hügel stehenden „St.-Nikolaus-Kirche“ in Schmeheim wird in einer Lehensurkunde erwähnt. Die genaue Erbauungszeit der Kirche liegt im Dunkel der Geschichte des 914 erstmals in einer Schenkungsurkunde von König Konrad genannten Ortes.


1418 und 1429
Außerhalb der Stadt Themar ist die Oberkirche nachgewiesen, sie ist die Vorgängerin der heutigen Friedhofskirche 
und wird auch „Johanniskirche“ genannt.

1419
Mechthild Gräfin von Henneberg-Schleusingen stiftet ein Spital an der Kapelle zur Erle in St. Kilian, 1379 von Graf Heinrich als „Spital armer Lüten“ geplant, es wird auch Pfründnerhaus“ genannt.

1420
Die in Hildburghausen ansässigen Juden bekommen neben den Christen einen amtlichen Badetag zugeordnet: „… daz man die Juden nicht mit der Christenwelt laßn baden und daz si in der wochn einen eignen badtag haben.“

(Nach: Human, 1886 und 1999, S. 590)

Um 1420
Die St.-Lorenz-Kirche am Standort der heutigen Christuskirche in Hildburghausen ist mit einer Mauer umgeben und erfüllt damit die Funktion einer Wehrkirche.

Um 1421 – 1426

Vor dem Eisfelder Tor „Auf dem Baumgarten“ (Oberer Kapellenstieg) in Hildburghausen wird die Kapelle „Zu Unserer Lieben Frau“ erbaut; sie geht nach Einführung der Reformation ein und wird 1528 abgerissen.

1422

Der um 1395 geborene einzige Sohn von Friedrich I. Graf von Henneberg-Römhild, Georg I. (Regierungszeit 1422 – 1465), der auch als Georg der Große genannt wird, führt mit seiner Bündnispolitik die Grafschaft zur Blüte. Mit seiner Gemahlin Johannetta, Tochter des Grafen Philipp von Nassau-Weilburg, gründet er 1450 in Römhild das Kollegiatstift.

1425

In Heßberg wird am Platz einer Vorgängerkapelle die gotische „St. Aegidius-Kirche“ erbaut, die in den folgenden Jahrhunderten oft umgebaut worden ist. Der eigenwillige Turm auf dem Chorraum an der Nordwand hat als Fachwerk das „Wilde-Mann“-Motiv, eines der frühesten in Südthüringen überhaupt. Nach dem Meininger Oberbaurat Eduard Fritze stammt der auf dem auf zwei Pfosten stehende Turm mit einem Helm ebenfalls aus der Zeit vor 1430. Damit ist er vermutlich mit seinen sichtbaren Holzverbindungen einer der ältesten seiner Art in Südthüringen. Die einstigen drei Glocken aus den Jahren 1774 (2) und 1896 (1) sind nicht mehr vorhanden, sie enden als Kanonenfutter für den ersten imperialen Krieg. Im Glockenstuhl hängen heute drei Stahlglocken aus dem Jahr 1919.


Die Kirche „St. Aegidius“ in Heßberg
Foto: Bernhard Großmann

Über einer 1861 vermauerten Spitzbogentür an der Langhaus-Südseite (Langhaus: 13,4 Meter x 8,5 Meter) befindet sich eine Tafel mit der Inschrift zur Eckstein-Legung und darüber die Wappen derer von Heßberg und von Aufsess.
Interessant ist auch die „Piscine“ an der Nord-West-Ecke.
 


Piscine – Ausgussnische für sakrale Flüssigkeiten
in der Sakristei der Kirche „St. Aegidius“ in Heßberg

Es handelt es sich nicht um ein Bad, Pool oder Schwimmbad, sondern es ist die Ausgussnische für die ordentliche Entsorgung sakraler Flüssigkeiten, so Weihwasser oder Taufwasser. Nicht weggegossen werden darf Abendmahlswein.

In der Kirche befinden sich einige bemerkenswerte Epitaphien des Geschlechtes derer von Heßberg, auch aus dem 15. Jahrhundert, so an der Langhaus-Nordwand, teils beschädigt und verwittert. Im 1904 erschienenen Band „Bau- und Kunst-Denkmäler Thüringens/Herzogthum Sachsen-Meiningen, II. Band/Kreis Hildburghausen“ von Lehfeldt/Voss heißt es auf einer Gedenktafel (nach einer Mitteilung des Pfarrers Köhler):


Ehrengedächtniss der in Gott hier ruhenden weiland wohlgeborenen Frau Susanna Margaretha von Hessbergk geb. von Schaumburg, Herrn Georg Christoph von und zu Hessbergk herzliebste wertheste Gemahlin, eine Tochter weiland Herrn Adolf Christophs von Schaumburg zu Effelder m. seiner Frau Emilie geb. von Hessbergk; Sie war geboren den 26 Octob. A. D. 1641, verehelichte sich den 27 April 1670, entschlief selig den 25 April 1687 ihres Alters 45 J. 6 M. weniger 1 Tag. Dero zum thränenden Adieu diesen Nachruf: Schlaf sanft herzwertheste bis dir Jesus schreiet zu: komm Geliebte aus dem Grab, komm geniesse Himmelsruh.“


1427 und 1432
Zum ersten Mal wird ein „plebanus“ (Geistlicher) für Lindenau genannt. Bislang hat die Gemeinde zur Pfarrei Heldburg gehört. – Wo die zwischen 1450 und 1500 erbaute Vorgängerkirche gestanden hat, ist nicht mehr genau festzustellen. Auch ihr Aussehen ist unbekannt. Vermutlich ist sie ebenfalls dem Evangelisten Matthäus geweiht gewesen und hat den Zweck einer Wehrkirche erfüllt, weil um sie herum Gaden gestanden haben.


Wann die Pfarrei Lindenau im zu Würzburg gehörenden Landkapitel Coburg selbstständig geworden ist, bleibt unklar. 1432 ist Lindenau als eine von 34 Pfarreien des Dekanatsbezirks Coburg aufgeführt. 1464 wird Lindenau in den Würzburger Diözesanmatrikeln genannt.
Die Pfarrkirche Heldburg bezieht im Jahr 1427 den Zehnten aus Heldburg, Einöd,, Wüstung Herzhausen, Lindenau, Erlebach (zu DDR-Zeiten geschleift), Ummerstadt, der Wüstung Sulzbach, Colberg, Billmuthausen (zu DDR-Zeiten geschleift), Völkershausen, Westhausen, Gompertshausen sowie den Wüstungen Schappach und Hundshauck.


Die Kirche auf dem Friedhof von Billmuthausen, um 1900. Sie ist 1965 bei einer Nacht-und-Nebel-Aktion von den Staatsorganen der DDR aus Gründen der Grenzsicherung geschleift worden. 

Um 1428
In der Kapelle „Zu Unserer Lieben Frau“ in Hildburghausen an der Eisfelder Straße werden Altäre zu Ehren des heiligen Kreuzes und des Frankenapostels St. Kilian geweiht.

1429

Die dem heiligen Urban (25. Mai) geweihte Kirche in Mendhausen wird erstmals urkundlich erwähnt, die aber zum Zeitpunkt schon ein recht hohes Alter hat, da sie eine Mutterkirche für einige Gemeinden ist, so für Irmelshausen, Höchheim und auch Römhild.

Erstes Drittel des 15. Jahrhunderts

Älteste Häuser in Hildburghausen werden in verschiedenen Dokumenten erwähnt: Ratshaus (Steinhaus oder Kemenate), St.-Lorenz-Kirche, die Kapellen sowie die geistlichen Gebäude und Schulen, die Mönchhofstatt (Veßraer und Veilsdorfer Terminei), Schlundhaus, Garküche und das Siechhaus am Gollbach (Goldbach).

1434

An der Südwand des Kirchenschiffes in Haina steht ein Grabstein von Elisabeth von Herbilstadt, eine geborene von Steinau, mit Witwentracht und Rosenkranz und den beiden Familienwappen.

 Grabstein für Elisabeth von Herbilstadt.
Die Verstorbene steht betend mit gefalteten Händen und Rosenkranz. Rechts in Kopfhöhe das Wappen derer von Herbilstadt (drei siebenspeichige Räder) und links oben das Wappen von Tettau (vier Sturmpfähle).
1596 sind die von Herbilstadt mit Veit Ulrich ausgestorben. Das Gut kommt an Herzog Johann Casimir als hennebergischer Nachfolger.
Zeichnung: Nach Lehfeldt/Voss, 1904, S. 381

 1438
Die Kapelle „Zu Unserer Lieben Frau“ wird vom Stadtrat Hildburghausen und der Bürgerschaft mit einer zweiten Vikarie bedacht.

1440

Historische Nachrichten bezeugen, dass es im als „Glychin an dem Berge“ erstmals 1182 erwähnten Gleichamberg oberhalb des Dorfes eine dem heiligen Nikolaus geweihte baufällige Kapelle gegeben habe, die an die Gemeinde übertragen und abgetragen worden sei. Ein Teil der Steine wird zum Bau der Pfarrkirche verwendet. – Gleichamberg gehört zu einem alten Siedlungsgebiet. Im Mittelalter ist der Ort bereits ein bedeutender Pfarrsprengel mit Linden, Eicha (bis 1411) und Gleicherwiesen (bis 1493) gewesen sowie bis zur Reformation ein Lehen des Klosters Bildhausen (Maria Bildhausen, die 1156 gestiftete Zisterzienserabtei bei Münnerstadt gehört zur Diözese Würzburg).


1442
Bis zum Zeitpunkt ist die „St.-Bartholomäus-Kirche“ in Stressenhausen eine Filiale von Streufdorf gewesen. Die Gemeinde wird wegen guter Vermögensverhältnisse eine Vikarei und 1529 wird Stressenhausen nach einer Visitation eigene Pfarrei. Ein Pfarrhaus wird in der Nähe der Kirche errichtet.
Aus spätgotischer Zeit stammt der Altarraum (5 Meter im Quadrat), der den Kirchturm mit zwei Geschossen trägt, die durch kein Gesims getrennt sind. Im Kern ist der Altarraum romanisch, aber auch gotische Teile befinden sich in ihm, beispielsweise die kehlprofilierten Rippen mit Schlussstein und Rosette, der Triumphbogen und das große Spitzbogenfenster. Auch die Sakristei an der Nordseite der für die Region typischen Chorturmkirche mit dem rippenlosen Kreuzgewölbe gehört der romanisch-gotischen Zeit an.


1443
Die Kirche „St. Johannes des Täufers“ in Haina wird mit Vikarie und ausgestattet mit fünf Altären erwähnt. Die Grundrissform beträgt für den gotischen Chor 8,2 Meter lang und 6,3 Meter breit, die nördlich gebaute Sakristei ist 3,3 Meter lang und 3,6 Meter breit, der im Erdgeschoss 3,9 Meter lange und 2,8 Meter breite Turm bis zur Kirchdach-Höhe stammt aus der Zeit.

1445

In der Nähe der späteren Ortschaft Unterneubrunn (heute: Einheitsgemeinde Schleusegrund) wird eine Missionskapelle erbaut, vermutlich für die Fuhrleute, Kaufleute und Reisende, die den beschwerlichen Weg zum Kamm des Thüringer Waldes, zum Rennsteig, zurücklegen. Der Ort wird nachweisbar als Hüttenneubrunn 1485 politisch selbstständig.


Ab 1446
Das Benediktinerinnenkloster Veilsdorf (heßbergisches Hauskloster) wird u. a. wegen geringer Einkünfte von Bischof Gottfried von Würzburg und Wilhelm III. Herzog von Sachsen in ein Mönchskloster der Benediktiner umgewandelt.
Den Klosterinsassen, meist sind es gelehrsame Damen des fränkischen Adels gewesen, leben nach der Benediktinerregel sehr intensiv religiös und diszipliniert, sie sind vor allem für karitative Aufgaben zuständig, also sorgen sich um Kranke, Arme und Waise. In der Zeit des 15. Jahrhunderts kommt es insgesamt in den Klöstern zu einem Verfall von Zucht und Ordnung. Der Vormund des heßbergischen Hausklosters, Johann von Heßberg, führt Klage beim Würzburger Bischof Gottfried IV. Schenk von Limpurg (Fürstbischof von 1443 – 1455) u. a. wegen zu geringer Einkünfte, dem unzureichenden Personalbestand sowie zu dem schwachen und zerrütteten „Weiberregiment“ („propter fragile feminei sexus regimen“). Gemeinsam mit Wilhelm III. Herzog von Sachsen wird unter Zustimmung der Äbtissin das Nonnenkloster in ein Mönchskloster umgewandelt. Die weiße Tracht der Nonnen macht nun dem Schwarz der Mönche Platz. Die Nonnen werden finanziell und materiell abgefunden. 
Erster Abt wird Pater Nikolaus aus dem Kloster Kastl (Oberpfalz). Das Kloster hat Sitz und Stimme im kursächsischen Landtag. – Am Standort eines heutigen Warenhauses (Ecke Marktplatz/Apothekergasse) in Hildburghausen besitzt es eine Terminei. Hier sind vermutlich die Apotheke und die Niederlage (Warenlager) des Klosters untergebracht.


Lange hält sich die Legende oder wird immer wieder kolportiert, dass sich dort die Schatzkammer des Klosters befunden habe. Anhaltspunkte hierzu gibt es nicht.


1446
In Schleusingen wird erstmals eine Schule unter kirchlicher Verantwortung genannt.

Prof. Dr. Manfred Scheler schreibt in seinem Aufsatz zur Geschichte des Klosters Veilsdorf u. a.:
An der Spitze stand jetzt ein Abt, der gemeinsam mit dem Prior (Vorsteher eines Klosters), dem Subprior und dem Cellarius (Kellermeister) den Konvent (im damaligen Deutsch: „Samnung“, d. h. Versammlung) bildete. Als erster Abt wird Pater Nikolaus vom oberpfälzischen Kloster Kastl am 2. August 1446 eingesetzt, ihm folgte Erasmus Reusch von 1469 – 1494, der zuvor Kellermeister in Banz gewesen war. Unter ihm schreitet der Gesundungsprozeß des Klosters voran, er kauft 1469 von Peter Krausenbach und Peter Spitzenkod, Gotteshausmeister, aus Bürden „Eyn wißfleckleyn, grunt vnd boden, mit sampt den fluß, gelegen ober (oberhalb) dem obern sehe (oberer See, Teich) an dem mulbach (Mühlbach)“, läßt einen Fischteich am Rappelsbach zwischen Goßmannsrod und Bürden anlegen, kauft Güter in Trappstadt bei Königshofen, zwei Lehngüter in Poppenwind, errichtet neue Wirtschaftsgebäude, läßt Glocken gießen, erlangt die freie Abtwahl und tritt der Bursfelder Kongregation, einer kirchlichen Reformbewegung, bei. Ihm folgt Johannes Nestler aus St. Stephan in Würzburg von 1494 – 1498 und als vierter Abt Nikolaus Kitzing bis 1510, der zuvor Prior von St. Stephan war. Dieser tätigt den umfangreichsten Güterkauf in der Geschichte des Klosters. Im Jahr 1498 erwirbt er von Dietz von Heßberg dessen Besitzungen in Veilsdorf und Ottowind, 1501 von Hans Buling die Hälfte dessen Hofes in Hexbach (Hetschbach), Sölde (Kleinanwesen von Tagelöhnern) in Meeder und umgibt das Kloster mit einer zusätzlichen Innenmauer. Letzter Abt war Johannes Zollner (1510 – 1525), ebenfalls Konventual von St. Stephan, ein strenger Klostervorsteher und eifriger Verteidiger der römischen Kirche angesichts der heraufziehenden Reformation. Ihm verdanken wir die Anfertigung des Kopialbuchs von 1514 … Zu seiner Zeit gehörte Kloster Veilsdorf neben dem ebenfalls zum Benediktinerorden gehörigen Kloster Mönchröden (gegründet 1149) und dem Zisterzienserinnenkloster Sonnefeld bei Coburg zu den geistlichen Landständen des Kurfürstentums Sachsen und hatte Sitz und Stimme auf den von den ernestinischen Wettinern einberufenen Landtagen. 1511 war Abt Zollner mit dem Abt von Mönchröden und der Sonnefelder Äbtissin auf dem Landtag zu Jena zugegen.

Mitte 15. Jahrhundert
In der Region kommt es zur Siedlungskonzentration. Kleine frühmittelalterliche Siedlungen müssen kompakten und oft umwehrten Dörfern, vielfach Haufendörfern, weichen. In den Tälern des Thüringer Waldes und des Thüringer Schiefergebirges entstehen während der Zeit des hochmittelalterlichen Landesausbaus Reihen- bzw. Straßendörfer, in denen sich die für das Waldgebiet typischen Gewerbe entwickeln, z. B. Holzverarbeitung und Bergbau. Mit den wachsenden Bevölkerungszahlen floriert der Kirchenbau.

Mitte 15. Jahrhundert
Errichtung einer kleinen steinernen Kirche am Standort der 1742 geweihten Kirche „Gottes Ruhe“ im 1157 erstmals urkundlich erwähnten Käßlitz (heute: Einheitsgemeinde Hellingen). Die Kirche ist immer Filialkirche. Vor Einführung der Reformation (1528) ist die Urpfarrei Westhausen für Käßlitz zuständig. Jährlich werden vier Gottesdienste gehalten. Bis 1678 gehört die Kirche zum Kirchspiel Hellingen, dann zum benachbarten Poppenhausen.

1448
Lehfeldt/Voss beschreiben in ihrem Band Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens. Herzogthum Sachsen-Meiningen (S. 250) die Kirche in Billmuthausen (Der Ort ist im hennebergischen Urbarium von 1340, einer Liste von Besitzungen und Rechten, als Billmutehusen erwähnt worden):


Tochterkirche zuerst von Heldburg, 1448 von Ummerstadt, etwa 1740 von Gauerstadt (in Sachsen-Coburg). Die Kirche ist einfach, ein Rechteck, für Altar und Gemeinde, 13,2 m lang, 5,4 m breit, niedrig, mit flacher Holzdecke; an der Südseite vier Fenster, an der Nordseite entsprechend drei Fenster und statt des 4. eine Eingangs-Thür. Alle Oeffnungen sind rechteckig. Der östliche Theil ist in den Mauern den Steinen nach noch spätgothischer Anlage. Das 1. Fenster der Südseite hat noch Kehlprofilirung. Das zweite Fenster derselben Seite hat schräge Leibung in der Art der Fenster des 17. Jahrhunderts. Die anderen Fenster und die Thür sind aus dem 18. Jahrhundert (Restauration der Kirche 1773) und aus dem 19. Jahrhundert. Die Nordthür, welche ein neuclassisch profilirtes Krönungsgesims hat, ist eine Arbeit des 19. Jahrhunderts. Hierüber ist ein kleines steinernes Relief-Bruchstück aus gothischer Zeit vermauert, der Obertheil eines Gekreuzigten. Auf der Mitte des Daches ein kleiner, viereckiger, beschieferter Dachreiter mit Achteck-Helm. Im Innern ist Alles höchst einfach; der Altar ein Tisch. An die Ostseite schliesst sich eine quadratische Sacristei, gewöhnlicher Fachwerk-Bau. Sie nimmt die Nordhälfte ein. Südlich von ihr eine Emporentreppe.


1450 – 1556
1450 wird das Kollegiatstift „St. Maria“ in Römhild gestiftet, das eine ähnliche Rolle wie das Hauskloster für die Schleusinger Vettern spielt. Georg I. Graf von Henneberg-Römhild hat 1447 die Patronatsrechte erworben und die zwölf Priesterstellen für die zu berufenden Stiftsherren werden geschaffen. Der Würzburger Fürstbischof Gottfried IV. Schenk von Limpurg (Regierungszeit 1443 – 1455) erhebt die Römhilder Kirche 1450 zur Stiftskirche. Nach seinem Tod auf der Hartenburg (25.07.1465) wird Graf Georg in der Stiftskirche begraben.


Die Inschrift (1470) über dem Westportal der Kirche zeigt, dass im Jahre des Herrn 1450, der Bau (Westchor) zur Ehre der Jungfrau Maria und Johannes des Täufers begonnen habe. Es ist anzunehmen, dass der Baubeginn schon weitaus früher erfolgt, also zu Zeiten von Papst Nikolaus V., Kaiser Friedrich III., Fürstbischof Gottfried von Würzburg sowie von Georg Graf von Henneberg und seiner Gemahlin Johannetta von Nassau. Steinmetz und Baumeister ist Magister Albertus.

Es handelt sich dabei um eine dreischiffige, gewölbte Stufenhalle als Pseudobasilika mit einem dreijochigen Langhaus. Sie ist ein Bauzeugnis der Spätgotik in seiner reinsten, wunderschönen Form.

Im Osten und Westen befinden sich jeweils Chöre – auf der Ostseite mit einem großen barocken Altar und im Westen mit der Orgelempore, die ursprünglich der Herrschaftssitz war und später als geeigneter Ort für die Orgel entdeckt wurde. Das Gewölbe des Langhauses steht auf hohen, sehr schön gearbeiteten achteckigen Pfeilern. Alle Teile verfügen über einzigartige gerippte Gewölbe mit vielen verschiedenen Wappen, durchgehend farbig in gotischer Manier gestaltet.“
(Aus: Die Kirchen im Landkreis Hildburghausen, 2006, S. 218)


Von einzigartiger Bedeutung ist die ehemalige Stifts- und heutige Stadtkirche „St. Marien und St. Johannis“ in Römhild, sie zählt zu den bedeutendsten Kirchen des Freistaates Thüringen.


 1450
Ein Sendgericht wird in Hildburghausen abgehalten (vor allem gegen Übertretung der 10 Gebote). Bürgermeister Kunz Schlusing wird wegen Übertretung eines kirchlichen Gebots angeklagt, er unterzieht sich voller Reue der Kirchenbuße.

Mitte 14. Jahrhundert
Die hennebergische (politische) Dorfgemeinde als relativ autonomes Gebilde ist in den Anfängen nachweisbar und erreicht ihre Blütezeit Mitte des 15. Jh. Der Nachbarschafts- und Genossenschaftsverband ist weitgehend überwunden.

Dorf- und Flurordnungen gelten. Oberstes Organ ist die Dorfversammlung (obrigkeitliche Aufsicht). An der Spitze steht der Schultheiß, im 15. Jh. auch Bauermeister od. Heimbürge genannt. Den Dorfoberhäuptern stehen Berater zur Seite, niedere Amtsträger sind Flurschütze, Grenzsteinsetzer, Heiligenmeister für die Kirche. Die Gemeinde bildet meist eine Gerichtsgemeinde, an der Spitze steht der Schultheiß o.ä. Das Urteil fällen die Schöffen bzw. Zwölfer. In den Ämtern üben meist Zentgrafen die mittlere und hohe Gerichtsbarkeit aus.

Seit dieser Zeit werden zum bäuerlichen Selbstschutz auch Wehrkirchen in den Dörfern erbaut.

1452

Wilhelm III. Graf von Henneberg-Schleusingen begleitet Kaiser Friedrich III. zur Krönung nach Rom und wird zum Ritter geschlagen. Von Papst Nikolaus erwirbt er die Erlaubnis, einen tragbaren Altar auf seinen Reisen mit sich zu führen.

1453

Ein Dokument bekundet, dass die Pfarrei Hildburghausen zum IX. Archidiakonat Würzburg und zum Kapitel Coburg gehört, dessen Dechant 34 Parochien unterstehen.

1453

Auf Beschluss des Würzburger Synodus müssen die Pfarrer öffentlich vom Predigtstuhl dem Volk das Vaterunser, das Ave Maria, den christlichen Glauben und die Zehn Gebote vorsagen.

1453

Das Alter der Kirche in Lengfeld ist unbekannt, die ältesten Teile stammen aus romanischer Zeit (Chor, Sakristei). Im genannten Jahr ist sie bereits eine Pfarrkirche und für einige Nachbarorte Mutterkirche: Kloster Veßra, Zollbrück, Neuhof, Ahlstädt, Keulrod, Bischofrod, Eichenberg und Grub.
Der Chor im unteren Teil des Turms (3,6 Meter lang und 4 Meter breit) und die auf seiner Nordseite angebaute, tonnengewölbte Sakristei 4 Meter im Quadrat deuten auf die romanische Zeit hin. Teile des Langhauses, es ist 14 Meter lang und 8 Meter breit, stammen aus dem 16. Jahrhundert. An den Wänden der Sakristei sind zehn Weihekreuze und das Fundament des Altars freigelegt worden. Vermutlich handelt es sich bei der jetzt als Winterkirche mit zwanzig Plätzen dienenden Sakristei um die Urkapelle. Das Gotteshaus ist sicherlich als Wehrkirche angelegt worden, denn sie ist umfriedet, und im Turm sind Schießscharten.

1454

Urkundlich wird die Schleusinger Kirche als „Ecclesia beatae Mariae et St. Johannis“ erwähnt. Nach Einführung der Reformation in Henneberg-Schleusingen (1544) bleibt nur der Name „St. Johannes der Täufer“ oder „Johanniskirche“.

15. Juni 1457

In einer Urkunde wird das Themarer Badehaus erwähnt. Das im Besitz des Klosters Veßra befindliche Haus wird von Abt Bartholomäus an den Bürger Kilian Habern um 131 Gulden als Klosterlehen verkauft.

Zwischen 1461 und 1465

Wilhelm IV. Graf von Henneberg-Schleusingen lässt auf dem Einfirst bei Schleusingen eine Kapelle erbauen, die 1602 zerstört worden ist.

Um 1462

Für Holzhausen wird eine Kapelle erwähnt, der Vorgängerbau der heutigen Kirche mit dem Doppelpatrozinium für „St. Wolfgang und St. Jakobus“, die ein gemeinsames Filial von Heldburg und Westhausen gewesen ist. In der Reformationszeit wird die Kapelle 1529 alleiniges Filial von Heldburg.

1463

Lutz v. Heldrith zu Westhausen verkauft seinen Zehnten zu Ebenhards der Vikarei Unserer-Lieben-Frauen-Kapelle auf dem Baumgarten zu Hildburghausen für 20 Rheinische Gulden.

1464

Die Diözesanmatrikel erwähnt die Pfarrei in Häselrieth.

1464

In Heubach (1416 Haybach), eine bedeutende Ausspanne und Rastplatz an der alten Handelsstraße zwischen Nürnberg und Erfurt, die bereits 1190 als „via publica“ erwähnt worden ist, wird vermutlich eine Kapelle erbaut, die dem heiligen Wolfgang geweiht ist.


Der Schutzpatron St. Wolfgang hat den 31. Oktober als Feiertag. Der Missionar und Bischof von Regensburg ist um 924 in Pfullingen (?), Schwaben geboren und 994 in Pupping in Oberösterreich verstorben.
St. Wolfgang mit der Einsiedlerhöhle ist im Mittelalter einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Europas nach Rom, Aachen und Einsiedeln die viertgrößte Pilgerstätte gewesen.
Patronat: von Bayern und Regensburg; der Hirten, Schiffer, Holzarbeiter, Köhler, Zimmerleute, Bildhauer, unschuldig Gefangenen; des Viehs; bei Schlaganfällen; gegen Gicht, Lähmungen, Fußleiden, Ruhr, Hauterkrankungen, Hautentzündungen (Wolf), Blutfluss, Schlaganfall, Augenkrankheiten, Bauchschmerzen und Unfruchtbarkeit, Missgeburten; des Bistums Regensburg.


1466
Der spätgotische Bau der dem heiligen Kilian (8. Juli) geweihten Kirche in Westhausen soll das Gotteshaus sehr viel einheitlicher gemacht haben. Der Chor ist im Grundriss 7,8 Meter lang und 6,5 Meter breit, die den Turm tragende nördlich befindliche Sakristei ist 4,1 Meter im Quadrat und das Langhaus 11,9 Meter lang und 12,9 Meter breit. Die Südseite tritt 2,1 Meter, die Nordseite 5,1 Meter gegen den Chor vor, so dass der Turm eingebaut ist.
Günter Stammberger beschreibt die historisch so wertvolle Kirche:
Das Schmuckstück dieses Gotteshauses ist der heute noch erhaltene spätgotische Altarraum, der sich nach Entfernung der Einbauten wieder in seiner ursprünglichen Schönheit darstellt. Mit ihm besitzt die Westhäuser Pfarrkirche einen Hochchor, wie er selten bei einer Dorfkirche zu finden ist. Kehlprofilierte Rippen, die an der Wand mitten auf zwei Köpfen (gebändigte Dämonen?), an den Ecken auf sechs leeren Wappenschilden aufsteigen, bilden eine Mischung von Kreuz- und Netzgewölben. Vier Schlusssteine zieren dieses herrliche gotische Chorgewölbe. Vier Fenster, im oberen Teil mit gotischem Maßwerk verziert, lassen reichlich Licht in den Hohen Chor der Westhäuser Kiliankirche fallen. Das große Fenster an der Chorostseite ist in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts mit farbigem Glas neu gestaltet worden. Es zeigt den gekreuzigten Jesus Christus als Auferstandenen und ist der eigentliche Mittelpunkt des Chorraums, ja der ganzen Kirche. Über drei Stufen gelangt man nach Durchschreiten eines hohen gotischen Triumphbogens in diese Altarhalle mit ihrem schlichten Steinaltar und dem eindrucksvollen Altarkreuz.
Das Kirchenschiff fällt durch seine fast quadratische Form auf. Schlichte Holzsäulen tragen die Empore, die sich an den drei Seiten des Raumes hinzieht.

1467
Bau- oder Erweiterung der alten und „St. Marien“ geweihten Kirche in unmittelbarer Nähe der sagenumwobenen Itzquelle in Stelzen. Das Kirchlein geht in das 14. Jahrhundert zurück und ist im Mittelalter von den Augustinern aus Königsberg im Grabfeld geistlich versorgt worden. 1524/25 ist die Gemeinde evangelisch geworden.
In der heutigen Kirche kann man an vielen Stellen noch Teile der alten Bausubstanz feststellen, der Chor besitzt schöne Spitzbogenfenster mit hochgotischem Maßwerk. In der Sakristei an der Nordseite sind rippenloses Kreuzgewölbe sowie die Reste einer rechteckigen Piscina, einer Ausguss-Blende (Westseite). Der Taufstein zwischen den Bänken und dem nördlichen Triumphbogenpfeiler aus Sandstein stammt aus der Zeit Ende des 16. Jahrhunderts.
Bis zum Zeitpunkt ist Stelzen eine der bekanntesten Wallfahrtsorte der Region, das Wasser der Itzquelle gilt als wundertätig. Es bildet sich die Legende heraus, dass Kranke nach der Heilung ihre Stelzen zurücklassen.


Aus der Feder von Eckhard Witter stammt nach Motiven Ludwig Bechsteins „Thüringer Sagenbuch“ (Coburg, 1858) die folgende Sage „Der Stelzener Heilbrunnen“ seiner Sagensammlung „Die Ottermahlzeit – Sagen aus dem Oberen Waldgebiet“:
In alter Zeit standen im Oberen Werratal, wo heute die Dörfer Schirnrod und Saargrund liegen, nur ein paar armselige Holzhütten, deren Bewohner in der nahen Goldwäscherei ihren Lebensunterhalt verdienten. Einer von diesen Goldwäschern erkrankte um die Weihnachtszeit schwer an der Gicht, und die Not war groß. Sein ältester Knabe Elias oder Elis musste nun für Vater und Geschwister sorgen. Bald machte er einen Botengang nach Steinheid, wo 10000 Arbeiter im Goldbergwerk arbeiteten, bald sammelte er Holz und Reisig für die Nachbarn, bald trabte er durch den tiefen Schnee ins nahe Städtchen, um geschnitzte Holzware zu liefern. Eines Tages, als er wieder einmal den dichten Wald am Bleßberg durchstreifte, kam er an ein stilles, lauschiges Plätzchen, wo unter hohen Lindenbäumen eine Quelle munter plätscherte. Müde warf er sich ins Moos und schlief ein. Da sah er im Träume kleine Nixen im Bächlein, die tanzten und jubelten:


„Holdiri, Holdira!
Heil dir, Mutter Idisa!“

Dann erschien plötzlich eine wunderschöne Frau und sang:

Der Quell in meines Berges Grund
macht kranker Menschen Leib gesund,
steigt keiner noch in meine Flut,
dass Idisa auf ewig ruht?“

Und dem Knaben rief sie zu:
Du hast Frau Idisa geschaut,
das Heil des Quells ist dir vertraut,
nun find ich Ruh, durch dich befreit,
hab‘ Dank in Ewigkeit.“

Als Elis erwachte, wollte er aus der Quelle trinken, aber das Wasser war zu heiß. Schnell eilte er heim und erzählte ganz aufgeregt von der schönen Fee und von dem heißen Wasser. Schon am Sonntag brachten die Nachbarn den kranken Vater auf einer Bahre zur Quelle. Dort badeten sie ihn, und er trank von dem Wasser. Als das öfter geschehen war, konnte er schon mit Krücken zur Quelle gehen. Und nach einigen Wochen war er ganz gesund. Die Kunde von der wunderbaren Heilung und von der heißen Quelle am Bleßberg wurde bald im ganzen Land bekannt. Von nah und fern kamen Lahme und Gichtbrüchige, um zu baden und aus der Quelle zu trinken. Auch ein reicher Mann aus Würzburg, dem die Heilige Jungfrau im Traum erschienen war, stellte sich ein und wurde gesund. Zum Dank dafür baute er neben der Quelle ein Kapellchen und nannte sie Mariahilf. Später hingen dann all die Kranken, die hier ihre Krücken und Stelzen in dem Kirchlein auf, und das Dorf, das nach und nach in der Nähe der Quelle entstand, soll danach den Namen „Stelzen“ erhalten haben.





Sonnenuhr mit Holmzahlen an einem Strebepfeiler der Kirche „St. Marien“ in Stelzen.
Über dem Stein der Sonnenuhr an der Südseite der Kirche weist eine Inschrift auf den Bau hin: „Anno. M. – MCCCCLXVII . wal-purgis. Ist . an – gehaben . diß–baw . maria.“ (Im Jahr 1467 am Tage Walpurgis ist angefangen dieser Bau zu Ehren der Maria). 
 

Der Chor der Kirche ist 9,2 Meter lang und 6,5 Meter breit, die Sakristei an der nördlichen Seite 3,2 Meter lang und 3 Meter breit, das Langhaus 12 Meter lang und 7,9 Meter breit.


An der Itzquelle.
Zeichnung von Wilhelm Scheibe, 1907
Sammlung Hans-Jürgen Salier  

1470
Unter Friedrich II. Graf von Henneberg-Römhild wird der Bau der Stiftskirche in Römhild vollendet, sie ist auch Hof- und Begräbniskirche der Grafen von Henneberg. Seither gibt es von der Außenansicht kaum nennenswerte Änderungen.

1473
Eine Laienbruderschaft in Themar zu Ehren des Heilands, der Mutter Maria und aller Himmlischen wird vom Bischof bestätigt.

1473
Erstmals wird für die zur Urpfarrei Westhausen gehörenden „Allerheiligen-Kirche“ (Patrozinium „Allerheiligen“ – 1. November) in Rieth ein Wolff Ott als Pfarrer genannt, 1516 ist es Pfarrer Georg Hernsieb. Das auf einer Anhöhe im Nordwesten des Ortes gelegene Gotteshaus ist damit eine Pfarrkirche und eine Wehrkirchenanlage, das kann man an dem massiven Mauerwerk noch erkennen. Um die Kirche ist der Friedhof angelegt, und das Gelände ist von einer zwei Meter hohen Mauer und Gräben umschlossen worden. Auch Gaden für den Notfall haben hier gestanden. Durch das an der Südseite befindliche Torhaus, das als Schulgebäude genutzt worden ist, hat man Zugang zur Kirche bekommen.


1474
Der Kirchen zu Walthen (Waldau) wird erwähnt. 1490 wird berichtet, dass ein Pfarrer zum Johanniterorden nach Schleusingen, gegangen ist, weil das Dorf wüst gelegen ist. Die Kirche ist eine sehr alte. Das Aussehen der damaligen Kirche ist unbekannt, sie ist vermutlich mit Mauer und Graben umgeben gewesen. Die zum großen Teil bis zu zwei Meter hohe Wehrmauer und Gräben umgrenzen den Frieden. Dort haben sich auch einige nicht mehr vorhandene Gaden befunden. Zum Friedhof gelangt man durch das an der südlichen Seite befindliche Torhaus, das auch zeitweilig Schulgebäude gewesen ist. Mittelalterliche Teile der Kirche sind noch heute der Chorraum und die Sakristei mit romanischen Merkmalen, so auch das Tonnengewölbe und Teil des Fensters. Der Chorraum wiederum ist gotischer Architektur, das ist am Kreuzrippengewölbe erkennbar.

 


Es ist ein eigener grillenhafter Zug, dass wir durch Schweigen das Geschehene für uns und andere zu vernichten glauben!
(Johann Wolfgang von Goethe
1749 – 1832
deutscher Dichter, Naturwissenschaftler, Staatsmann)
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