Eine Seite für Hildburghausen

Zitiertes zu Hildburghausen


Angesehen, daß dye stat Hilpurghausen ein ansehnlicher Fleck ist ... auch daß die stat gar an der grentz gegen der Hennebergischen Herschaft gelegen und hoch von noten sein wil, einen gelerten und verstendigen man, der auch eines guten wandels und lebens were, dahin zuverordnen. 

Brief vom 19. Februar 1529 der Kirchenvisitatoren an die Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon mit der Bitte um die Einsetzung eines Geistlichen in Hildburghausen.  

Johann Werner Krauss
Theologe, Historiker 

Diesen Ruhm muß man der Stadt Hildburghausen und ihren Einwohnern lassen, daß sie zu milden Sachen sehr freygebig gewesen sind. 

Nach: Johannes Werner Krauß: Beyträge zur Erläuterung der Hochfürstl. Sachsen=Hildburghäusischen Kirchen= Schul= und Landes= Historie. 2. Theil (von der Stadt und der Dioces Hildburghausen). – Hildburghausen, 1752, S. 338. 

Karl Kühner
Geistlicher, Pädagoge, Schriftsteller 

Dem kleinen Coburg benachbart lag Hildburghausen - die kleinste unter den sächsischen Hofresidenzen, aber nicht die letzte in feiner Sitte und gehaltvoller Würde. Wie Weimar zu Klein-Athen geworden war, so schien Hildburghausen Lust zu tragen, Klein-Weimar zu werden … 
Der Karl August Hildburghausens war die Herzogin Charlotte, die geistreiche Schwester der schönen Königin Luise von Preußen ... Es herrschte, von bedeutenden Männern getragen, Intelligenz und wissenschaftliches Streben in dem Städtchen und bei kleinbürgerlicher Weise ein allzeit reger Sinn für poetischen Genuß ... In dieses reich begabte Städtchen nun kehrte hin und wieder auch der junge Dichter von Ebern ein
(Friedrich Rückert, d. Verf.); denn dort lebten zwei Brüder und eine Schwester seines Vaters, denen er stets willkommener Gast war. Im Jahre 1810, als die Sorge um ihn den Vater tief verstimmte, lebte er Monate lang im Hause des älteren Oheims, des Regierungsrats ... Aber die wohlgemeinte Absicht, den jungen Mann auf diesem Wege in das volle geistige Leben des Städtchens einzuführen, wurde nur unvollkommen erreicht. Er lebte still und eingezogen im Hause des Oheims. Auf den Bergen stieg er umher, las und schrieb im stillen Stübchen, spielte mit den Kindern-; in Gesellschaft ging er fast nie. Seine Poesien hielt er geheim; nur seinen Verwandten teilte er in guten Stunden dieses oder jenes seiner Gedichte mit. – Doch bald sollten seine Lieder in den Festsälen der Hofburg erklingen  
Nach: Karl Kühner: Dichter, Patriarch und Ritter (Teil 1). – Frankfurt, 1869. 

Carl Joseph Meyer
Verleger 

Von 107 Arbeitern aus Hildburghausen, welche das Institut seit der Hersiedlung in Dienst und Brot nahm, hat es deren gegenwärtig noch 6, schreibe sechs. Die Übrigen alle sind entweder als Diebe und Faulpelze, Tölpel, Grobiane und schlechte Arbeiter vom Institutschef fortgejagt worden, - oder sie nahmen, weil sie sich in ihrer Erwartung, mit Tagdieberei Geld zu verdienen, betrogen fanden und nicht im Schweiß ihrer Hände ihr Brot essen mochten, freiwillig Reißaus. 
Nach einem Bericht Joseph Meyers an die Regierung Sachsen-Meiningen-Hildburghausens vom Juni 1830. Laut Vertrag vom 1. November 1828 zwischen Minna Meyer, der Inhaberin des Bibliographischen Instituts, mit dem Bevollmächtigten des Herzogs wurde u. a. festgelegt, dass das BI in den ersten zwei Jahren 120 bis 150, später 250 bis 300 Inländer zu beschäftigen habe.  

Georg Brückner
Theologe, Pädagoge, Historiker, Volkskundler 

In Bezug auf ihren Charakter sind die Kernhildburghäuser fein, freundlich und zuvorkommend, doch dies mehr aus angeborener Klugheit als aus Herzensdrang; sie sind beweglich, haben für Bildung Sinn und Anlagen, aber mehr für intellektuelle, als sittliche, mehr für Weltton, als tiefe Innerlichkeit. Man nimmt gegenseitig Notiz, aber die Teilnahme wird sehr bald zur Berechnung. Eben darum können sie bei aller Heiterkeit und Freundlichkeit parteimachend sein ... 
Nach: Georg Brückner: Landeskunde des Herzogthums Meiningen. Bd. 2. – Verlag von Brückner und Renner, Meiningen, 1853. 

Rudolf Armin Human
Theologe, Jurist, Philologe, Historiker 

Das also ist Hildburghausen, dort ist das Schloss, da die Stadtkirche, daneben das Meyersche Institut und das Gymnasium, dort die Neustadter Kirche und die katholische Kirche. Da hat schon mancher große Mann gelebt und die Stadt ist weithin bekannt.
(Pfarrer Karl Human an seinen neunjährigen Sohn Rudolf Armin im Juli 1853) 

Nach: Rudolf Armin Human: Chronik der Stadt Hildburghausen, der Diözese und des Herzogtums. - Hildburghausen, 1886 bzw. Reprint Verlag Frankenschwelle KG, Hildburghausen, 1999. 

August Trinius
Literat und Heimatgeschichtsforscher 

Hildburghausen zählt zu jenen glücklichen Orten, die man rasch liebgewinnt. Vieles eint sich hier, den Besucher in Bann zu schlagen. Alte und neue Zeit in der Architektur geben freundlichen Wechsel. Ein letzter Hauch umweht uns hier noch, dass die Stadt einst als Residenz ihr Haupt stolz recken durfte. Doch sie hat diesen Verlust einer Hofhaltung längst verschmerzt, und dass sie seitdem geistigen Bestrebungen alle Tore öffnete, gibt ihr ein Recht, heute noch freudiger aufzublicken. 
Nach: August Trinius (Hg. Julius Kühn): Das grüne Herz Deutschlands. – Leipzig, o. J. (1895). 

Ralph Giordano
Schriftsteller, Publizist 

Ich habe das Gefühl, eine der fotogensten Städte Thüringens gesehen zu haben. Durch die Verheerungen deutscher Geschichte so vieler Jahrhunderte hat diese Stadt ein angenehmes Selbstbewusstsein bewahrt, das weder deutsche Krähwinkeligkeit beeinträchtigen noch deutsche Anmaßung fehlleiten konnte. Eine schöne Stadt. 
Nach: W. Herrmann: Kleine Thüringen-Bibliothek. Das Werratal. – Erfurt, 1992.
 

Dreh-Orgel-Rolf
Aktionskünstler und Globetrotter 

Ihr habt viele Sachen, auf welche die Amis heiß sind: Meyers Werke mit Brehms Tierleben, die Erfindung des Suppenwürfels, die Hexenprozesse, die Dunkelgräfin, das älteste deutsche Theater, die historischen Bauten, aber auch nette Hotels und Pensionen, die alle anonymen 'Holiday-Betonblöcke' ausstechen. Rothenburg o. d. Tauber ist mit seiner nach dem Krieg komplett renovierten Altstadt ein synthetisches Disneyland gegen euch. 
Drehorgel-Rolf, Halle, im Vorgriff auf seine Werbetour für die Stadt und den Landkreis Hildburghausen zu den Olympischen Sommerspielen in Atlanta/USA im Juli 1996.

Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde.
(Karl Jaspers
1883 – 1969
deutscher Philosoph)
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