Eine Seite für Hildburghausen

Zschaeck, Hermann

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Hermann Zschaeck

 

·        * 1. Januar 1899, Gotha

† 1. Februar 1983, München

Dr. rer. pol.


Staatswissenschaftler, Bürgermeister der Städte Themar und Hildburghausen


Hermann Zschaeck ist ältester Sohn von elf Geschwistern. Sein Vater ist der Vorstand der Lebensversicherungsbank in Gotha gewesen. Nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums legt er 1917 das Notabitur ab. Anschließend arbeitet er in der Landwirtschaft. Im letzten Jahr des Weltkrieges nimmt er an den Gefechten an der Westfront teil. Seit Anfang 1919 studiert er an den Universitäten Jena und Göttingen Rechts- und Staatswissenschaft sowie Geschichte und Sprachen. 1922 wird er zum Doktor der Staatswissenschaften (Dr. rer. pol.) mit dem Prädikat „cum laude“ promoviert. Als „wissenschaftlicher Hilfsarbeiter“ ist er anschließend bei der Jenaer Stadtverwaltung im Preisprüfungs- und Wohnungsamt tätig. Als Vierundzwanzigjährigem wird ihm 1923 die selbstständige Leitung des Wohnungsamtes übertragen. Zudem ist er im Bereich Statistisches und im Nachrichtenamt tätig, in der Hochphase der Inflation, der sozialen Krisen und der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. – 1925 wird Dr. Zschaeck Mitglied der Freimaurerloge „Karl zum Rautenkranz“ in Hildburghausen.

Zum Jahresbeginn 1924 nimmt er als Erster Beigeordneter des Bürgermeisters der Stadt Hildburghausen seine Tätigkeit auf. Aus finanziellen Gründen kommt es zum Wegfall dieses Aufgabenbereichs und er bewirbt sich als Bürgermeister der benachbarten Stadt Themar. Vom 1. April 1925 bis 1931 übt er diese Funktion in großer Souveränität aus und erwirbt das Vertrauen der Bevölkerung. – In einer nichtöffentlichen Stadtratssitzung in Hildburghausen ist er am 13. März 1931 zum Ersten Bürgermeister der Kreisstadt gewählt worden und tritt seinen Dienst am 1. April 1931 an. Er löst den sozialdemokratischen Bürgermeister Dr. Schröer ab, der in den Zeiten der Nachinflation, großer Armut, der Weltwirtschaftskrise und des Kampfes der extremen Parteien mit seinem Amt nicht immer glücklich umgegangen ist. Nach der Wahl Zschaecks ist die Zwangsverwaltung durch den Kreis wieder aufgehoben worden. Seinen Dienst tritt er am 1. April 1931 an. Er führt die Stadt mit großer Verantwortung, mit hohem verwaltungstechnischen und juristischem Wissen. Besonders hervorzuheben ist sein selbstloser persönlicher Einsatz am 7. April 1945 bei der Einnahme der Stadt durch einen Panzer-Kampfverband der 3. US-Army der Heeresgruppe Mitte unter dem Panzergeneral Patton. Auch als seine Hinrichtung durch die SS bereits beschlossen gewesen ist, rettet er Menschenleben und Teile der Stadt vor der Vernichtung.

Die US-amerikanische Militärregierung belässt den erfahrenen Bürgermeister im Amt, auch die Sowjets bestätigen ihn. In der Sowjetischen Besatzungszone führt er die Stadt mit klarer Hand, und er wird 1947 einstimmig in seinem Amt als Bürgermeister bestätigt. Wegen der im Januar 1946 erlassenen Direktive 24 des Alliierten Kontrollrats wird er 1947 aus seinem Amt entfernt und flieht in die Westzone. Dort ist er als Verwaltungsfachmann tätig.

Seit 7. Juni 1924 ist er verheiratet mit Elisabeth Zschaeck, geborene Tüngerthal (29. Januar 1902, Hannover – 24. April 1980, München). Die kinderlose Familie hat in Hildburghausen ihren Wohnsitz in der Joseph-Meyer-Straße 26.


Hermann Zschaeck mit Ehefrau Elisabeth um 1960


Hermann Zschaeck um 1960

Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen.
(Konfuzius
551 v. Chr. – 479 v. Chr.
chinesischer Philosoph)
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