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Schildburghausen

Teil 307  23. Oktober 2018

Theresienfest – einst größtes Volksfest Südthüringens

Frau Schildburg zu Herrn Hausen: Ach, lieber Hausen. Es war einmal! Das „Hildburghäuser Theresienfest“ – eines der größten Volksfeste in Südthüringen - scheint längst Geschichte. Ich kann mich noch gut erinnern, als man im November 2014 für das 25-jährige Jubiläum eine Neugestaltung bzw. Neuausrichtung des Theresienfestes ankündigte. Große Töne wurden gespuckt, sogar eine Arbeitsgruppe trat zusammen. Doch dabei blieb es, wie mit so vielem. Nach dem Jubiläum ging es stetig bergab. Lag es nun an der Unfähigkeit des darauffolgenden Festwirts, der Stadt selbst oder gar beiden? Geschah es aus Geldgier oder waren es …

Herr Hausen: … einfach nur Sparmaßnahmen, liebe Schildburg. Selbst bei der Einladung zum 28. Theresienfest an besondere Gäste wurde gleich auf ganze Wörter verzichtet. Sicherlich um Druckerschwärze zu sparen oder im Sinne Grüner Politik der Umwelt zuliebe? Du weißt schon, wegen der hohen Feinstaubbelastung. Zumindest sorgte die Einladung reichlich für Verwirrung, und der Fackelzug im Festzelt schien vielen Leuten dann wohl doch zu heiß, denn herzlich war man nicht willkommen.

Frau Schildburg: Vielleicht ist auch alles so gewollt, und man lässt absichtlich das Fest auf ein Minimum schrumpfen. Mit dem neuen Multifunktionsplatz Ecke Dr. Moritz Mitzenheim-Straße/ Oberes Kleinodsfeld dürfte jedenfalls ein Theresienfest mit einem attraktiven Rummelbetrieb, zahlreichen Buden und großem Festzelt sowie unmittelbar ausreichend anliegenden Parkmöglichkeiten auf Dauer unmöglich sein. Diese Konstellation scheint mir eher beschränkt und wenig durchdacht, bleibt nur zu hoffen, dass es wie bisher bei allen geleisteten Unsportlichkeiten des Bürgermeisters, gar nicht erst dazu kommen wird.

Herr Hausen: Ich bezweifle, dass die Hildburghäuser Bürger mit der Wahl des neuen Festplatzes zufrieden sind. Gefragt wurde meines Erachtens niemand? Weshalb auch, scheinbar steht die Führungselite über diesen Dingen. Schade ums Geld, mit ein bisschen mehr Weitblick hätte sich hier eine kompetentere Lösung gefunden.
Mehr Kopfschmerzen bereitet mir allerdings die bemitleidenswerte Teilnahme am „Tag der Firmen und Vereine“. Hier spiegelt sich eindeutig die Verbundenheit und Wertschätzung der Bürger zu ihren Stadtobrigkeiten wider. Das ging mal wieder glatt gegen Null. Wenigstens hat der Festumzug am Sonntag noch einiges rausgerissen.

Frau Schildburg: Könnte man meinen, lieber Hausen. Fehlanzeige! Im Vergleich zu 2010 bringt es die Teilnehmerzahl von damals 2000 in diesem Jahr nur noch auf 1200, also etwas über die Hälfte. Immerhin ein Trost, ein bisschen Hoffnung bleibt. Danke an alle, die mit großen Engagement dabei waren, das ist nicht selbstverständlich. Bleiben wir zuversichtlich, dass unser Theresienfest auch wieder bessere Zeiten erleben wird.


Teil 306  29. August 2018
Theater, Theater (4)
 

Frau Schildburg zu Herrn Hausen: Ein beeindruckendes Konzert mit bitterem Beigeschmack u.a. die Suite Nr. 1 aus „The Sea Hawk“ durften die Mitglieder des Landesjugendorchesters Thüringen am 11. August im Stadttheater erleben. Nach Wochen intensiver Proben fehlte das Publikum. War es abhanden gekommen? Oder hatten die Schunkel-, Trallala- und Seziertisch-TV-Sender wieder Vorrang? Armer Kleiner Klassiker, dein Haupt-Claim ist so anspruchsvoll. Und die wenigen Zuschauer mussten sich fremdschämen, vor den jungen Künstlern, die so bravourös und beinahe meisterlich gespielt hatten. Zwar ist Scham eine große Tugend, wie schon Vrîdanc (um 1170 - um 1233) sagte, doch in diesem Fall ein absolutes No-Go! Gähnende Leere, wie so Vieles derzeit in unserer Stadt. Ich bin ebenfalls ein Fan klassischer Filmmusik, spiele sie selbst auf dem Klavier und weiß, wie viele unzählige Proben mit ungeheurer Disziplin und Fleiß dahinter stehen. Ich verstehe zu gut die Enttäuschung der jungen Leute.

Herr Hausen: Da ist wohl gewaltig etwas schiefgelaufen. Weshalb wurde das schöne und anspruchsvolle Konzert nicht wenigstens auf der Internetseite des Stadttheaters unter den Veranstaltungen angekündigt? Auch in der Zeitung war nichts Einprägsames zu lesen. Nach dem Zwist mit der Jungen Bühne muss doch jeder Hildburghäuser gedacht haben, dass das Theater im August wegen Urlaub komplett geschlossen ist? Eine nächste Veranstaltung wurde auf der Seite des Stadttheaters erst für Ende September angesagt. Dabei hätte für solch eine Veranstaltung im Vorfeld geworben werden müssen. Ein Theater lebt nun mal nur durch seine Besucher, aber das scheint bei Bürgermeister mit seinem bravourösem Management nicht angekommen zu sein.


Frau Schildburg: Oder will man hier nicht weiter denken? Ab Freitag um Eins … Ab diesem Zeitpunkt kann man letztlich auch überall in der Stadt parken. Es ist halt so. Da kannst du auch deine Parkuhr schonen. Berufliche Ausbildung braucht man nicht unbedingt. So eine Straße oder einen Platz würde ich mir kaufen und Kasse machen. Aber in dem Falle kommt das Geld auch ohne Engagement. Enttäuschung ist, wenn einem nichts mehr dazu einfällt! Dieses Haus sollte endlich in unserer Stadt leben. Sich zu einer Seele entwickeln, die Genres und Generationen zusammenführt, dabei Grenzen überwindet, den Umgang mit der eigenen Geschichte sucht, behutsam seine Gedanken formuliert und diese mit Nachdruck in die Welt trägt. Egal, ob Kindergarten, Grundschule, Vereine, Jugendzentrum, Jung und Alt aus Nah und Fern, das Haus muss alle erreichen, sie stärker für Kunst und Kultur im Sinne der kulturellen Vermittlung begeistern.


Herr Hausen: Ein Ort der Begegnung, des offenen transparenten Austauschs und Dialogs. Sollte es mit einem vielseitigen und abwechslungsreichen Programm bestehend aus Kabarett, Schauspiel, Volkstheater, Musik, Unterhaltung für Kinder, sogar Kino u.v.m. sein Publikum einladen. Nur im Miteinander und niemals im Gegeneinander lassen sich solche Träume verwirklichen. Ein Theater für Unbedachtes, Ungedachtes und Undenkbares. Ein Theater für die Freude, dem Leichtsinn und dem gemeinsamen Ausleben unserer Zeit. Mit wöchentlich zwei bis drei Veranstaltungen könnte sich unser Theater entwickeln, das sich weder als Manufaktur noch als leeres Haus versteht, sondern mit seinen Stücken und Geschichten ihren Raum und ihre Zeit gibt, sodass unser Städtchen auch den Namen „Kleiner Klassiker“ verdient. So ist es nur halb fertig, wie so einige Stellen mit Baumängeln oder Unvollendetem in unserer Stadt.


Teil 305  22. August 2018

Theater, Theater (3)

Der gescheite Herr Genosse Kummer und sein Leserbrieflein

Schildburg etwas knurrig zu Herrn Hausen: Nee, Zeit will ich nicht mit einer Gegendarstellung zu Kummers Leserbrief in der „Südthüringer Rundschau“ 28/2018 vom 18. August 2018 verschwenden. Mit den ständig wiederkehrenden Ziffern 1 und 8 werden wir dann sicherlich als Nazis identifiziert, auch wenn wir für die Einführung des Gregorianischen Kalenders nun wirklich nicht verantwortlich sind. Die Selbstgerechten SED-LINKEN finden immer eine tumbe Art der Agitation, das zeigen deren Dauerleserbriefschreiber in regelmäßiger Folge. Man muss nur mit der Schere lesen, da entsteht sehr schnell eine staunenswert lustige Sammlung.
Im Interesse der Leserschaft seien ein paar Zeilen hinzugefügt, natürlich wie immer – mit Häme.

Herr Hausen:
Du musst Dummheiten, Halbheiten, Lügen oder Fakes nur oft genug erzählen, je eher werden sie geglaubt. Mit dem kümmerlichen Text habe ich keine Probleme, denn ich erwarte nicht viel, aber ein paar simple Anmerkungen seien mir gestattet:
Der Herr Genosse sagte, dass Schildburg&Hausen mit mehr oder minder langen Texten den Weg in die Öffentlichkeit suchen. Dem entgegnen wir, dass wir keine Volksverführer wie gewisse politische Randgruppen sind. Realität ist, dass die Öffentlichkeit Texte auf unseren beiden Homepages www.dunkelgraefinhbn.de und www.schildburghausen.de sucht. Wir suchen nichts, zumal uns die Themen entgegensprudeln und uns sehr oft die Zeit zur Aufbereitung fehlt. Er kritisiert, dass die Autoren anonym schreiben. Na, sowas!

Frau Schildburg: Da musst du aber noch hinzufügen, dass irgendjemand Wahrnehmungsstörungen hat. Hunderte Texte, historische und kulturelle Aufsätze, Biografien, satirische Manuskripte und, und, und sind auf den Homepages zu Hildburghausen zu finden. Die Namen der Autoren, Herr Kummer ist gewiss des Lesens mächtig, steht auf den Homepages im Impressum. Die Redaktion der SR hat mit unserer Genehmigung die Texte übernommen und veröffentlicht. Wir haben den Text der SR nicht angeboten. Vielleicht hat Kummer auch aufmerksam den fett gedruckten Text der Redaktion mit dem „Augenzwinkern“ gelesen und ihn verstanden. Wir glauben es allerdings nicht.


Herr Hausen: Herr Kummer hatte genügend Zeit, sich zur Agitation mit dem Hohen Gast aus Erfurt zu erklären. Als Landtagsabgeordneter ist man nämlich nicht vordergründig für die Partei, sondern für das Volk verantwortlich. Die etwas spitze Feder von Schildburg&Hausen hat wenigstens einen Teil der notwendigen Antwort herausgelockt. Es geht nicht gegen missliebige Personen, wie der Herr Landtagsabgeordnete unverschämt bemerkt, sondern gegen die Unehrlichkeit oder die parteipolitische Taktik einiger auserwählter Gewählter, denn manchmal hat man das Gefühl, die Abteilung „Desinformation“ des MfS ist nahtlos in Deutschland angekommen. So viele unbekannte Hintergrundinformationen, die Herr Kummer präsentiert, hätten bei rechtzeitiger Veröffentlichung zur Problematik „Junge Bühne“ sicherlich nicht zu unserer Glosse geführt, aber es geht ja um das fleißige Pünktchensammeln für die angebliche Landesregierung und vielleicht um die nächste Wahl. Die LINKE präsentiert sich bekanntlich gerne als der angebliche Kümmerer der Nation, nachdem die Vorgängerpartei die Teilnation wie eine Bande von Spitzbuben in den Untergang geführt und die sozialen Hoffnungen vieler Menschen mit Füßen getreten hat. Der neue Liedtext heißt heute: „Die Partei, die Partei hat nicht mehr Recht und Genossen, es bleibe dabei!“ Diese Gedanken sind uns als Nachtanz sehr wichtig. Wir machen im gleichen Stil weiter, wir kümmern uns und sind weit davon entfernt, dem Kummer zu verfallen, denn das Niveau mancher Menschen scheint sogar im Keller noch Höhenangst zu bekommen.


Teil 304  14. August 2018

Ringel, Ringel Reihe, wir sind der Kinder viele ...

 


Frau Schildburg zu Herrn Hausen: Ach Hausen, als ich kürzlich wieder einmal unseren Schlosspark besuchte und zum Denkmal der Königin Luise ging, die man schon zu Lebzeiten „Königin der Herzen“ genannt hat, konnte ich meinen Augen nicht trauen, obwohl sie in letzter Zeit zur Höchstform aufgelaufen sind. Warum? Ich muss sie eben täglich im Städtchen mehrmals verdrehen. Denk nur, das Denkmal unserer Königin Luise von Preußen (1776 – 1810) wurde zum Klettergerüst für Kinder umfunktioniert. Mir tat es im Herzen weh, dass man so respektlos dem über 200 Jahre alten Andenken und Wahrzeichen der Stadt begegnet. Auch wenn man heutzutage die kulturelle Vielfalt über alle Maßen lobpreist, kann man schon mal eigene Traditionen „vergessen“. Dafür habe ich kein Verständnis! Freiheit und Demokratie schließen Disziplin und Ordnung nicht aus, wohl aber eine Menge Verantwortung ein.

Herr Hausen: Ja, liebe Schildburg, über so viel Unvernunft der Eltern bin ich auch erschüttert. Werte haben immer weniger wert, da reicht nicht mal mehr eine Scheibenwischerbewegung. Kinder können nichts dafür, sie „repräsentieren“ oft ihre Eltern! Und trotzdem liegt die Hauptverantwortung bei der Stadt. Ich erinnere mich noch gut an die Sprüche des Bürgermeisters vor seiner Wahl 2016: „Mit Biotopen sind wir durch unseren Stadtwald sehr gut versorgt und als Hundekotpark ist mir dieses Areal unserer Stadt zu schade. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir unseren Schlosspark wieder zur Freude und Erholung für alle Menschen in Hildburghausen nutzbar machen können, als Begegnungsstätte für unsere Bürger und Gäste.“

Frau Schildburg: Nichts, aber auch gar nichts hat sich seit seinem Amtsantritt für unser Städtchen nur ansatzweise auf diesem Terrain positiv verändert. Alle rhetorischen Luftblasen sind letztendlich an der Selbstkritik und Übernahme von Verantwortung zerplatzt. Dabei beziehe ich mich nur auf das, was ich selbst sehe, nicht mal, was ich höre. Scheinbar genügt es nicht, nur keinen Plan zu haben, man muss auch unfähig sein, den „Nicht-Plan“ durchzusetzen. Mir bleibt es völlig unverständlich, weshalb es nicht möglich sein kann, in unserem wunderschönen Schlosspark einen kleinen Kinderspielplatz mit Klettergerüst, Schaukel, Spielturm und sonstigem einzurichten, an denen sich die Kinder austoben können. Dann wird der Schlosspark tatsächlich zu einer Stätte zur Freude und Erholung. Wenn die Stadt schon klamme Kassen hat, was nicht stimmt, aber immer wieder lauthals alibihaft nach außen gekrächzt wird, könnte man die Einwohner, Vereine und die Wirtschaft im wahrsten Sinne des Wortes begeistern. Man muss es nur können und wollen. Glauben kann ich es nicht, dass sich in einer Kreisstadt kein Sponsoring für ein solches Juwel findet und organisieren lässt. Um das Denkmal gehört nun mal eine denkmalgerechte Abgrenzung (historische Bilder dazu gibt es zuhauf), und die Beschaffung von Hortensien ist wohl im blumen- und pflanzenreichen Deutschland kein Problem. Die Hortensie soll übrigens die Lieblingspflanze der Königin gewesen sein. Selbst in der untergehenden DDR haben verantwortungsvolle Menschen aus dem Landkreis, die Mitglieder der Kreisfachgruppe Numismatik des Kulturbundes, das Denkmal 1989 restauriert und wieder an seinen angestammten Platz in Schlossparkmitte neu aufgebaut, nachdem es seit 1867 aus „militärischen“ Gründen im Abseits gestanden hat. In der denkmalreichen und finanziell gut ausgestatteten Bundesrepublik Deutschland fristet es jetzt ein mehr als kümmerliches und peinliches Dasein.


Herr Hausen: So ist es, liebe Schildburg, und wie viel teurer als ein paar Spielgeräte würde eine Sanierung des Luisendenkmals sein? 1815 ist das Königin-Luise-Denkmal im Hildburghäuser Schlossgarten (auch Irrgarten, Friedenspark genannt) für die am 19. Juli 1810 verstorbene preußische Königin Luise errichtet worden. Das Denkmal wurde von Herzog Friedrich und Herzogin Charlotte, ihrer Schwester, gestiftet und im klassizistischen Stil aus Sandstein mit einem weißen Marmor-Relief der Königin von Hofbildhauer Ernst F. Schulze gefertigt, etwa eineinhalb Meter hoch ist es. Die Inschrift wurde von Gymnasialdirektor Dr. Friedrich Sickler verfasst. Sie ist in ihren letzten Zeilen heute nicht mehr lesbar. Es handelt sich übrigens um das erste außerhalb Preußens aufgestellte Denkmal für die Königin.

Die Inschrift von Friedrich Sickler, dem in Hildburghausen wirkenden Universalgelehrten der Goethezeit lautet:

Freundliche Nymphen der Flut und des Tales sprossende Blumen!
Kinder des Haines, umher trauliche Lüfte der Au!
Schützet der Schwester Gebild, erhoben am heiligen Denkmal!
Hüllt es in lieblichen Duft! Fächelt ihm zärtlichen Hauch!
Oft hat sie Euch begrüßt in der Morgenröte der Jugend!
Wallend am Schwesterarm, hier oft verhallte ihr Laut.
Oft hat ihr Blick hier geruht, umflossen vom Lichte des Himmels.
Lieblicher strahlte von ihm Liebe wie Milde hier uns.
Ach sie war uns zu früh im Sturme der Zeiten geschieden!
Nie mehr nahet sie Euch, grüßet Euch ferner nicht mehr!
Lebend erblickte sie nicht Teutonias siegende Fahnen,
Sah nicht Borussias Aar führen der Heere Triumph.
Ach – sie ruhte, die Hand im Dunkel der Trauerzypressen!
Welche die Fahne des Siegs ‚Freiheit fürs Vaterland‘ hob.
Doch aus den Sphären des Lichts, wohin sie voran uns gestiegen,
Aus der Gestirne Kreis thront sie nun freudig herab.
Dort empfing sie die Helden, gefallen im heiligen Kampfe,
Dort erteilet sie nun ihnen die Kränze des Siegs.
Und wie Blüten des Lenzes entführt noch Düfte entsenden,
So noch spendet uns sie Segen, den himmlischen Duft.




Teil 303  05. August 2018
Theater, Theater (2)

 

Frau Schildburg zu Herrn Hausen: Ach, lieber Hausen, nun verstehe ich gar nichts mehr. Ich hätte mir in unserem Städtchen zumindest ein bisschen mehr Ehrlichkeit erhofft. Jedenfalls schmiss es mich fast vom Hocker, als ich die Gratulation des Bürgermeisters im letzten Amtsblatt las: „Am 18. Juni 2018 wurde die „Junge Bühne“ Hildburghausen im Rahmen der Thüringer Theaterpreise vom Thüringer Theaterverband für ihr Engagement mit dem Theaterförderpreis 2018 geehrt ...“ Das klang arg nach Heuchelei, und mich überkam schon fast Mitleid, weil manche Menschen so arm sind, dass sie sich nicht mal einen Charakter leisten können. Rückgrat und Konsequenz haben hier ihren Platz weit verfehlt! Eine Richtigstellung wäre angebrachter gewesen. Ein solches Szenario – unmöglich! Immerhin, so denke ich, wäre das ein Thema für Shakespeare gewesen, der einen Blick für solche Typen hatte.

Herr Hausen: Die „Junge Bühne“ ist weder ein Verein noch eine Institution, wenn man Mathias Blatt, dem Geschäftsführer des Kreisjugendrings, in seinem Leserbrief glauben darf. Sie besteht nur aus einer Einzelperson Frau Olbricht. Dabei machte mich stutzig, dass sämtliche ihrer Theaterprojekte an Fördergelder des Landes Thüringen gebunden waren. Eine Projektförderung in Höhe von über 11.000 Euro hätte die Thüringer Staatskanzlei unterstützt, um „Weiße Rose – Sophie Scholl“ mit linkspolitischem Hintergrund aufzuführen. Das stimmt mich traurig.

Frau Schildburg: Also doch nicht ganz so selbstlos, wie die junge Dame zunächst dem Publikum vorgaukelte. Leider finden die kleinen Monster des Alltags, die Hintergedanken, mal wieder vollste Bestätigung. Vielleicht hätte sich ja noch eine kulturelle Anstellung ergeben, die Herr Blatt zu verhindern wusste. Von ehrenamtlicher oder gemeinnütziger Arbeit neben Job und Familie kann wohl schwerlich die Rede sein, denn die Forderungen nach Geld und Unterstützung hatte schon mehr als ein kulantes Maß überstiegen. Auch habe ich für die Tränendrüse beim Gerhardtsgereuther „Kummer“kasten mit seinem Kulturminister kein Verständnis. Fröhlich lächelnd präsentierten uns die Linken im Blättchen eine Show, indem man extra dafür mit dem Fahrrad aus der Landeshauptstadt in unser Städtchen anreist. Ja, du hast richtig gelesen, Herr Genosse Prof. Dr. Benjamin-Imanuel Hoff, Chef der Staatskanzlei und Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten, der in so vielen Aufsichtsräten und Gesellschaften wirkt, dass man sich Sorgen machen muss, ob er noch Zeit für Familie und tägliche Arbeit hat, reist auf schnellstem Wege mit dem Fahrrad ins Städtchen, um Ungemach zu verhindern.

Herr Hausen: Da sind wir uns doch einig. Allerdings, der Vorschlag, Kinder und Jugendliche für das Theaterspielen zu begeistern und in die langjährig bestehende Amateurbühne zu integrieren, scheint mir der richtige Weg zu sein. Immerhin handelt es sich hierbei um Mitglieder, die Theaterarbeit in ihrer Freizeit noch unentgeltlich leisten, das auch für die Nachwuchsförderung des Vereins immens wichtig ist.


Teil 302  10. Juli 2018

Theater, Theater …

Frau Schildburg zu Herrn Hausen: Ach Hausen, Zorn und Unmut machen sich in unserem schönen Städtchen schon seit längerem über den Bürgermeister breit. Also am notwendigen Fleiß und der fachlichen Kompetenz liegt das sicherlich nicht, schließlich kann man nicht beschuldigen, was nicht vorhanden ist.
Mit Fassungslosigkeit las ich den heutigen Artikel im Blättchen: „Erst der Theaterpreis und nun das Aus.“ Da engagiert sich die kleine Schauspieltruppe „Junge Bühne“ neben Job und Familie, um unser Theater ohne Ensemble ein bisschen aufzupolieren, und es hapert scheinbar an Bequemlichkeiten oder gar am Unvermögen in der Organisation, was man hinter Haftungsfragen verstecken will. Die Ausrede klingt so dünn – wie Dünnschiss, also: „Ich konnte nicht kommen, mein Goldfisch ist mit einem Rettungsring ermordet worden.“

Herr Hausen: Recht hast du, liebe Schildburg. Da kann man schon die Lust verlieren, und ich verstehe Frau Olbricht voll und ganz. So nebenbei habe ich mir mal den Spielplan vom Theater angeschaut. Alle Achtung! In diesem Jahr gibt es noch sieben Veranstaltungen, die Sommerpause scheint sich vom Juli bis Ende September auszudehnen. Also bitte, die Ausreden und das Verhalten der Stadt rechtfertigen das in keiner Weise. Für diesen Glücksfall müsste man sogar noch ein paar Scheinchen draufpacken als Dankeschön.
Und den Satz: „Die Kommunikation mit der Stadt gestaltet sich so schwierig", habe ich in letzter Zeit so oft gehört, dass mir schon die Hörmuscheln weh tun und sich die letzten verbliebenen ergrauten Nackenhaare aufstellen. Für das Unvermögen kann ich kein Verständnis mehr aufbringen.

Frau Schildburg: So ist es, vielleicht sollten wir noch ein Sorgentelefon für Stadtgeschädigte einrichten. Egal ob Vereine, Unternehmer, Einzelhändler oder Privatpersonen, ich höre nur noch Klagen über Klagen. Vielleicht geben wir unserem Herrn Bürgermeister und seinen wohl auch da und dort bremsenden hochwohllöblichen Stadträten den guten Rat: Bürgernähe verinnerlichen, das sollte in der Amtsstube des Bürgermeisters und im Rathaus täglich gelebt werden. Das ist ein ehernes Gebot!



Teil 301  27. Juni 2018
Wahrheit muss Recht werden und das Fußball „Aus“

Frau Schildburg zu Herrn Hausen: Na, so was, das war das „Aus“ für die Mannschaft. Wohl verdient und ohne Worte, aber ein bisschen was geht immer. Ja, für mich war es heuer nicht leicht sich mit der Mannschaft zu identifizieren, der dank ihrer "Political Correctness" sogar das Wort „National“ abgesprochen wurde. Ein "Spiegelbild unserer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft", dass uns Claudia Roth sehr eindrucksvoll erklären wollte. Schön bunt, wie der gesamte politische Sumpf und allem, was momentan in unserem schönen Land passiert. Zeit für eine unbedingte Veränderung!

Herr Hausen: 
Ich habe bei der WM nichts anderes erwartet, mitfühlende Trauer ist eher unwahrscheinlich. Irgendwie hatte ich den Eindruck, es spielt keiner so richtig mit und deshalb endete die WM für Deutschland bereits im Juni noch vor Moskau. Der Kritik von Lothar Matthäus in Bild vor mehr als einer Woche kann ich mich nur anschließen: "Özil hat nicht kapiert, warum es in Deutschland solch große Diskussionen um ihn gibt. Er ist sich nicht bewusst, was die Menschen in Deutschland von einem Nationalspieler erwarten." … Nicht nur das öffentliche Schweigen des Spielers nach dem Treffen mit Tayyip Erdogan, auch die sportlichen Leistungen lassen Matthäus schlussfolgern: "Er ist ohne Freude im Spiel. Ich habe bei Özil auf dem Platz oft das Gefühl, dass er sich im DFB-Trikot nicht wohlfühlt, nicht frei ist, ja fast: als ob er gar nicht mitspielen möchte … Da ist kein Herz, keine Freude, keine Leidenschaft. Nach den letzten Eindrücken ist es für mich nicht ausgeschlossen, dass er nach der WM aus der Nationalmannschaft zurücktritt." 
Keine Ahnung oder vielleicht doch? bei mir ist jedenfalls beim Spiel immer das Herz dabei, und ich kann nicht verstehen, weshalb Bundestrainer Löw auch heute wieder auf Özil bestanden hat. Sicher ist die Niederlage nicht nur ihm zuzuschreiben, generell ist es aber das gespaltene System in unserem Land, was fast schon als „krank“ zu bezeichnen ist und sich heute auf dem Spielfeld auch so darstellte.

Frau Schildburg:
 
Recht hast Du, lieber Hausen, schon die schmutzig provozierenden Jubelgesten einiger DFB-Funktionäre vom letzten Samstag gegenüber Schweden zeugen von einem „ekelhaften Verhalten“. Abhaken, lieber Hausen, sie hätten ohnehin keine Konsequenzen gezogen. Von Anfang an war nichts anderes zu erwarten, bei solchen Zuständen in unserem Land. Das jahrzehntelange Lügenkartell bröckelt, mit jedem Tag kommen wir der Wahrheit ein Stück näher. Wahrheit muss Recht werden! Vertrauen wir dem Plan, der sich hinter den Kulissen abspielt, denn Die Wahrheit ist im Anmarsch und nichts wird sie aufhalten. […] Wenn man die Wahrheit verschließt und in den Boden vergräbt, dann wird sie nur wachsen und so viel explosive Kraft ansammeln, dass sie an dem Tag, an dem sie durchbricht, alles, was ihr im Wege steht, fortfegt“
Émile Zola (1840-1902)


Teil 300   28. Mai 2018

Realitätssinn verloren

 

Frau Schildburg zu Herrn Hausen: Ach Hausen, wie schnell vergeht die Zeit und wie schnell drückt man uns einen Gesetzestext nach dem anderen auf. Langsam bekomme ich Angst, ob wir überhaupt noch unsere Gedanken frei ins Netz stellen dürfen? Irgendwie scheint mir doch unsere Meinungsfreiheit so stetig abhanden zu kommen, dabei war sie mal unser allerhöchstes Gut. Dafür gingen wir 1989 auf die Straße! Political Correctness erst schien der Anfang, da musste man schon aufpassen, was man schreibt. Aber seit dem letzten Freitag tritt nun eine Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft, bei der man sich eigentlich fragen muss, ob es überhaupt noch zulässig ist, eine Webseite oder einen Blog zu betreiben.
 

Herr Hausen: Du hast es richtig erkannt, liebe Schildburg. Man muss sich tatsächlich fragen, dient die Verordnung dem Datenschutz eines jeden Bürgers oder lediglich immer mehr der Kontrolle? Bisher sah ich immer Datenschutz als gut und äußerst wichtig an, tatsächlich scheint er mir mehr zu einem Mittel staatlich-totalitären Drangsalierens zu werden. Zumindest fühlt es sich so an.
 

Frau Schildburg: Haben wir eigentlich noch eine Demokratie? Oder wird tatsächlich alles nur noch von irgendwelchen Mächten gesteuert und dient in Wirklichkeit dazu politisch unerwünschte Blogs plattzumachen. Wie oft hadere ich mit mir und meinem Gewissen darüber? Ich möchte und kann gar nicht begreifen, dass sämtliche Politiker der Altparteien, ja sämtliche, ihren Realitätssinn verloren haben. Es regt sich kaum noch Widerstand.

 

Herr Hausen: Natürlich muss man sich seine Gedanken machen, ob das nicht alles so gewollt ist und sogar linke Medien nicht mit ihrer Hirnwaschung finanziert werden? Ich sehe kaum eine Chance, dass es sich zum Guten wenden wird. Das Volk wird eingelullt, die Volksdümmlichkeiten nehmen mehr und mehr zu. Schau sie dir doch an, die Eiferer in den Altparteien, hier geht es nur noch um Machterhalt und Rechthaberei. Und keiner muss sich wundern, dass die Straße wieder genutzt wird, seinen Unmut kundzutun. Wahrheiten sind in Deutschland mehr und mehr unerwünscht ... Übrigens, dann haben wir auch gleich die Schuldigen. Alle, die nicht im Mainstream mitschwimmen, eine andere Meinung haben, sind selbstverständlich Nazis. Dieser Schizophrenie werde ich mich nicht stellen.



Teil 299    24. April 2018

Weltpolitik, Sodom und Gomorrha
sowie die Grünen in Thüringen 

Frau Schildburg zu Herrn Hausen: Ach Hausen, lange haben wir nichts mehr von uns hören lassen, das werden wir in Zukunft wieder ändern müssen. Die großen Manuskripte haben die Zeit gebunden, aber auch darüber werden sich unsere Leser noch dieses Jahr freuen können. – Ich befinde mich momentan politisch in ständiger Unzufriedenheit. Irgendwie habe ich so ein dumpfes Gefühl, dass sich eine sozialistische Schlinge immer fester um meinen Hals zieht. Das hatten wir schon mal, doch diesmal scheint es wesentlich schlimmer. Und alles im Sinne einer stets geheuchelten Freiheit und Gerechtigkeit, die eigentlich nur noch wenige Freiheiten zulassen. Es ist die Gleichmacherei, die uns in Pfuhl und Sumpf geraten lässt, mit dem ich nicht umzugehen weiß. Am liebsten möchte ich alles hinausschreien, wie und was ich darüber denke. Sind wir schon so weit abtrünnig geworden, dass die Leitlinien unserer Kultur, die Achtung unserer Vorfahren, die christliche Nächstenliebe, eine intakte Familie und die freiwillige Hilfe von Bedürftigen brutal ausgenutzt werden?

Herr Hausen: Recht hast du, liebe Schildburg: Der Staat scheint sich tatsächlich immer mehr zu erdreisten, tiefer in unsere privaten Lebensbereiche einzudringen und absichtlich die über Jahrhunderte unserer Kultur gewachsenen Strukturen zu zerstören.

Frau Schildburg: Mir scheint, es geht doch nur noch um Macht und Geld. Die Steuerzahler, wir einfachen Bürger, scheinen doch nur noch zu existieren, um außer der regelmäßigen Zahlung in der Versenkung zu verschwinden. Allen voran die Grünen, Katrin Dagmar Göring-Eckardt, geb. Eckardt (* 3. Mai 1966 in Friedrichroda), eine deutsche Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen, die im Bundestag sitzt, und behauptet: „Dresden, das ist vor allem die Frauenkirche, die ist wieder aufgebaut worden, nachdem die Nazis sie zerstört haben.“ oder der Kommentar aus 2015: „30 Prozent mit Migrationshintergrund, Ossis nicht mitgerechnet“.
Hallo, Ossis? Solche Aussagen sind erschütternd. Ich glaube nicht, dass sie auch nur annähernd die Ziele unserer Friedlichen Revolution 1989 von sich gibt, wofür eigentlich Bündnis 90/Die Grünen stehen sollte?

Herr Hausen: Die Grünen müssen zu recht um ihre Fünf-Prozent-Hürde bei der nächsten Landtagswahl in Thüringen bangen, in der Partei haben sich doch die größten Dummköpfe und Faulenzer – oder sind es nur Fantasten – vereint, nichts haben sie richtig hinbekommen. Nützlich für den Steuerzahler sind sie nur gewesen, wenn sie ihr Studium abgebrochen haben. Ihnen geht es nur um Macht. Wie eine Schlampe steigen sie mit jedem ins Bett oder gehen Koalitionen ein. Die anderen etablierten Parteien sind ihnen inzwischen nicht unähnlich, Machtstreben heißt das Zauberwort. Der Steuerzahler wird es schon richten – ihre teuer bezahlten erneuerbaren Energien. Mit ihnen richten sie die Umwelt schneller hin als mit fossilen Brennstoffen. Das Insektensterben innerhalb kürzester Zeit ist u. a. den massenhaften Biogasanlagen zu verdanken, deren Abfälle dann auf die Äcker ausgebracht werden. Gülle hat kaum jemandem geschadet, wenn man sie kontrolliert ausbringt. Und wer in seinem Umfeld noch ein paar Seeadler, Rote Milane, Bussarde … hat, Ratschfatsch sind sie geschreddert. Es mögen noch viele Blitze vom Himmel kommen und diesen gigantischen Unsinn abfackeln.



Teil 298   4. Februar 2018

Instinkt und Vernunft 

Frau Schildburg zu Herrn Hausen: Ach, lieber Hausen, da waren sie wieder, meine Probleme der letzten Woche, weit entfernt von Instinkt und jeglicher Vernunft. Die vorgegaukelte Moral verkleistert die Sicht der Menschen im Informationszeitalter. –
Die „Südthüringer Rundschau“ habe ich mit meiner linken Hand gar nicht aus dem Briefkasten heben können. Zu linkslastig war sie, rechts musste nachhelfen. Aber vorher habe ich mich noch umgeschaut, dass es ja keiner bemerkt. Manche machen alles nur noch links, und so sieht es auch aus. Gleichzeitig geisterte mir immer diese Drohung vom tapferen Bodo, dem Thüringer Nichtregierer, durch den Kopf: „Linke will stärkste Partei im Freistaat werden.“ Stärkste Partei, stärkste Partei ... o Gott, wie soll das funktionieren? Da werden wir aber den lieben Gott nicht bemühen, der kann für diesen Fehlwurf des PR-Manns nicht zuständig sein. Zur Landtagswahl 2014 hatten sie noch 28,2 %, drei Jahre später bei der Bundestagswahl 17,6 %. Vergleichsoperationen sind Grundschullehrplan. Da liegt auch ein falsch interpretierter Umkehrschluss vor. Und noch eine Frage: Haben die noch Personal? Da ist doch keiner mehr aus Thüringen, alles Exportierte.

Herr Hausen:
Ach, Schildburg, das ist doch nicht dramatisch, vielleicht lassen sich noch Vergleichsoperationen bis 2019 per Gesetz regeln, Vorschaltgesetz oder so? Das ist die Gratwanderung zwischen Instinkt und Verstand. Anzunehmen, man könne durch Abschaffen und Überwinden des sogenannten Althergebrachten, Unvernünftiges durch einen geplanten Entwurf ersetzen, das sind doch die Methoden dieser Partei, die nicht umsetzbaren Grundgedanken des Sozialismus. Dass das auf Dauer nicht funktionieren kann, haben sie allerdings nie verstanden. Vielmehr treten sie scheinbar nur für ihre eigenen Interessen ein. Der Beweis ist die Pressemitteilung vom letzten Samstag, worin der Steuerzahlerbund zu hohe Personalausgaben kritisiert, die mehr als ein Viertel des Haushalts einnehmen, „Tendenz steigend!“ Im Bundesvergleich leistet sich das kleine Land Thüringen die höchsten Personalausgaben? Ob Thüringen nun 150 Jahre oder 200 Jahre seine Schulden zurückzahlen muss, wen interessiert das noch!

Frau Schildburg:
Nein, so denke ich nicht! Es trifft vielleicht unsere Urururenkel? Und genau deshalb müssen wir darüber nachdenken! Natürlich versucht Die LINKE. wie in einem Leserbriefbeitrag bemerkt, die Schulden der vorherigen Regierung anzulasten. Schuld haben immer die anderen. Das ist das Motto ihrer Regierungstätigkeit. Trotzdem stammen sie zu einem großen Teil aus den ökologischen Altlasten, also den industriellen Umweltschäden aus DDR-Zeiten, so aus dem Tagebau.
Mir scheint, das ist das herausragende Motiv linker Politik und linken Handelns. Das sogenannte Streben nach Gerechtigkeit und Gleichheit der Verteilung gesellschaftlich geschaffenen Reichtums entpuppt sich als Eigennutz? Man findet auch darin keine überzeugenden Antworten auf die realen Probleme der Gegenwart. Vielmehr erkennt man in der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung nur die skandalöse Wiederauferstehung historischer Gespenster. Man versucht, sie zu vertreiben, am besten endgültig. Das Gespenst der AfD geht um, o wie gruselig ...

Herr Hausen:
Ein Gespenst? Eher wohl der wahnwitzige Irrglaube, dass es eine politische Freiheit ohne wirtschaftliche Freiheit nicht geben kann, genauso wenig wie eine Demokratie ohne Marktwirtschaft funktionieren wird, niemals. Das ist wie ein Auto ohne Motor, man kann sich zwar hineinsetzen und diskutieren, bis man sämtliche Farben annimmt, von mir aus auch bunt, damit man uns nicht noch Rassismus unterstellt, doch das Auto wird niemals fahren. Aber wenn die Menschen und Verantwortlichen nicht begreifen, dass Freiheit auf den Fundamenten einer freien Marktwirtschaft basiert, werden wir wieder dort landen, wo wir begonnen haben.

Frau Schildburg:
O, Hausen, das habe ich sogar verstanden … Man darf die Augen nicht verschließen, denn „Immer noch haben jene die Welt zur Hölle gemacht, die vorgeben, sie zum Paradies zu machen.“ (Friedrich Hölderlin, 1770 – 1843, deutscher Dichter)




Teil 297  20. Januar 2018

Es lebe das Kabarett!

Leserbrief an alle weiblichen, männlichen und sonstigen Leser. 

Frau Astrid Rühle, manchmal nennt sie sich auch Astrid Rühle von Lilienstern, hat sich in der Südthüringer Rundschau mit 68er Anstrich zu Wort gemeldet. Da gibt es wenigstens 50 Jahre danach noch etwas zu schmunzeln. Die Grünen gibt es noch! Sie bezeichnet sich als Leserbriefschreiberin. Da Herr Hausen keine Leserin ist, hat er den Artikel trotzdem mit Vergnügen gelesen. Wer weiß schon, wer heutzutage ein Mann ist, bei dem zum Wahn gewordenen Genderproblem. Wäre es nicht endlich an der Zeit, Denkstrukturen zu durchbrechen und maskulin benamte weibliche Körperteile auch im Geschlecht zu ändern. Der Busen, das geht doch überhaupt nicht. Auch Kampfesformeln der mit Ihnen eng verwuselten Linken bedürften der Korrektur. Es müsste doch heißen: „Proletarierinnen und Proletarier aller Länder vereinigt Euch!“ Bei der „Hymne an die Freude“ müsste zumindest ein Hinweis auf die Brüderinnen stehen. Das konnte nämlich Friedrich von Schiller noch nicht wissen. Und was machen wir mit dem dritten Geschlecht, prognostisch mit dem vierten. – So ganz nebenbei: Alfred Emmert darf auch eine andere Meinung als Sie haben. Dass wir seiner Meinung sind, ist kein Zufall, sondern Realität. Auch wir dürfen anderer Meinung sein als Sie und können den Herrn Bundespräsidenten etwas anders einschätzen als der sogenannte Mainstream. Aber eine andere Meinung sofort an die rechte Ecke zu stellen, ist schon dumbes Denken.

Es lebe das Kabarett! In uns und um uns!

            Frau Schildburg und Herr Hausen

            Hildburghausen



Teil 296  16. Januar 2018

Windeln am Römersbach in Hildburghausen und
Das Aushängeschild an Brauseweins Stirn

Frau Schildburg etwas knurrig zu Herrn Hausen: Wer die vielen Windeln am Hildburghäuser Römersbach entsorgt, ist nachvollziehbar. Es ist dieselbe Art von Mensch, die ihre Kinder am Häfenmarkt auf die Rosenbeete machen lässt oder sonst ihre Exkremente mitten in der Stadt entsorgt … . Das wird noch ein Riesenproblem, mit dem sich unser Städtchen die nächste Zeit zusätzlich rumplagen muss, und niemand wird es offen aussprechen. Man könnte ja Hass schüren und die rechte Unvernunftsecke stärken. Nichts sagen und erdulden, das ist aber auch keine Lösung. Oder sind wir schon soweit?

Mit der SPD geht es weiter bergab, in Thüringen haben sie schon mit der Koalition der Linken verloren, das Aushängeschild kann sich Brausewein an die Stirn nageln, denn er hat den unanständigen und unverträglichen linken Brei zusammengerührt und das Volk gelinkt.

Herr Hausen:
Der Name Brausewein ist bei Dir auch schon fester Bestandteil. Nein, das wird nichts mehr mit der alten Tante SPD. Weder so noch so. Auch von Verzwergung kann bei mir kaum die Rede sein, die SPD macht sich flüssiger als Wasser, nämlich überflüssig. Wenn die Generation der Mittfünfziger noch altert, die vielen Genossen im Beamtenstand in den Rathäusern oder an der pädagogischen- oder an der Rentnerfront aufgebraucht sind, muss man sich –zumindest in Thüringen – um die Fünf-Prozent-Klausel kümmern. Nach dem langweiligen Schnarchen des linken Robin-Hood-Vereins, der Mischung aus Stasi, bürgerlichen Revoluzzertums und eines eigenartig verstanden Humanismus unter dem tapferen Bodo hat auch eine Menge mit den Windeln zu tun. Voller Inbrunst kann man da nicht mehr singen: „Wann wir schreiten Seit‘ an Seit‘ und die alten Lieder singen und die Wälder widerklingen“. Das beinahe zur Hymne gewordene Lied aus den Jahren 1914/15, das auch gerne die Nationalsozialisten und Kommunisten mit ergänzenden Strophen gesungen haben, ist nicht mehr der Hit. Das Lied klingt eher wie ein missverstandener Trauergesang.




Teil 295  6. Januar 2018

Es lebe das Jahr 2018 mit seinem 1. und 6. Januar an der Spitze


Frau Schildburg sorgenvoll zu Herrn Hausen:
Immer noch ist Weihnachtszeit. O, du fröhliche! Und heute ist der „Öberschte“, die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland sind da, die Weisen aus dem Morgenland: Caspar, Melchior, Balthasar. Andere sagen, das CMB hat nicht viel mit ihnen zu tun, eher „Christus mansionem benedical“ (Gott segne dieses Haus!). Egal, was da aus Kirchenkreisen gesagt wird, dass der Tag der Heiligen Drei Könige nicht, aber auch gar nichts mit dem Stärkeantrinken zu tun habe, das sei ein krankmachender Volksbrauch. Das juckt mich nicht. Heute werde ich mir in trauter Familienseligkeit Stärke antrinken und kräftig essen: Schinken, Hackepeter, Mistenflitzerschenkel, vielleicht auch noch ein Rindersteak. Kräftig sollte der Abend schon sein.

Herr Hausen: Nicht schlecht, Herr Specht. Da musst du aber noch zur Komatrinkerin werden und mindestens ein halbes Mastschwein alleine verzehren, wenn du dem „Öberschten“ gerecht werden willst. Schau dir doch die inzwischen sanierte und leergeräumte Untere Marktstraße an. Die will niemand mehr. Und der immer leerer werdende Marktplatz. Man sagt, die Geschäfte x, y und z werfen demnächst wie der KO-geboxte Boxer das Handtuch, vielleicht ist es auch schon ein großes Badetuch. Namen nenne ich nicht, sonst droht wieder einer mit dem Gericht. Das ist mir aber scheißegal, weil ich das alles zum Kotzen finde. In der Oberen Marktstraße beginnt ein Leerräumen. Da brauchen wir auch keine Sanierung mehr und denkmalgerechtes Straßenpflaster schon gar nicht. 
Die letzte Rechnung bekommt die Firma aus Themar mit dem großen Kran ausbezahlt, zum Hochklappen der Bürgersteige.

Frau Schildburg:
Ich sehe es aus praktischen Gesichtspunkten. Da bleibt doch wenigstens für den Citymanager mindestens ein Ladengeschäft, vielleicht auch noch welche für den hochwohllöblichen Stadtrat mit seinen tieffliegenden Träumereien von einer belebten City gemeinsam mit dem Herrn Bürgermeister. In Birkenhäselrabshausen im wirtschaftlich boomenden Deutschland ist genügend Platz für die Expansion.

Herr Hausen: Bei der sprudelnden Konjunktur bleibt hoffentlich einer zum Lichtausmachen übrig. Prosit! Mein Sekt sprudelt unaufhörlich. Du hast es schon gesagt, dass die Heiligen Drei Könige und das Stärkeantrinken oder der Umtrunk, nichts, aber auch gar nichts mit den Heiligen Drei Königen zu tun haben, sagt das kirchliche Bodenpersonal. Aber Sekt ist auch fraglich. Ein Bock sollte es sein, denn in Hildburghausen werden sehr viele Böcke geschossen. Tun wir alles, dass Hildburghausen prosperiert. Ja, ich sehe deine kritischen Augen. Das Wort bedeutet „gedeihen, es zu Wohlstand bringen“. Ob das mit ausgeräumten Straßen geht, bezweifle ich. Prosit!


 
Schildburghausen Teil 61-120

Schildburghausen Teil 1-60


Ein marxistisches System erkennt man daran, daß es die Kriminellen verschont und den politischen Gegner kriminalisiert.

Alexander Issajewitsch Solschenizyn,
1918 - 2008
russischer Schriftsteller und Dramatiker
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