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Schildburghausen

Teil 298   4. Februar 2018

Instinkt und Vernunft 

Frau Schildburg zu Herrn Hausen: Ach, lieber Hausen, da waren sie wieder, meine Probleme der letzten Woche, weit entfernt von Instinkt und jeglicher Vernunft. Die vorgegaukelte Moral verkleistert die Sicht der Menschen im Informationszeitalter. –
Die „Südthüringer Rundschau“ habe ich mit meiner linken Hand gar nicht aus dem Briefkasten heben können. Zu linkslastig war sie, rechts musste nachhelfen. Aber vorher habe ich mich noch umgeschaut, dass es ja keiner bemerkt. Manche machen alles nur noch links, und so sieht es auch aus. Gleichzeitig geisterte mir immer diese Drohung vom tapferen Bodo, dem Thüringer Nichtregierer, durch den Kopf: „Linke will stärkste Partei im Freistaat werden.“ Stärkste Partei, stärkste Partei ... o Gott, wie soll das funktionieren? Da werden wir aber den lieben Gott nicht bemühen, der kann für diesen Fehlwurf des PR-Manns nicht zuständig sein. Zur Landtagswahl 2014 hatten sie noch 28,2 %, drei Jahre später bei der Bundestagswahl 17,6 %. Vergleichsoperationen sind Grundschullehrplan. Da liegt auch ein falsch interpretierter Umkehrschluss vor. Und noch eine Frage: Haben die noch Personal? Da ist doch keiner mehr aus Thüringen, alles Exportierte.

Herr Hausen:
Ach, Schildburg, das ist doch nicht dramatisch, vielleicht lassen sich noch Vergleichsoperationen bis 2019 per Gesetz regeln, Vorschaltgesetz oder so? Das ist die Gratwanderung zwischen Instinkt und Verstand. Anzunehmen, man könne durch Abschaffen und Überwinden des sogenannten Althergebrachten, Unvernünftiges durch einen geplanten Entwurf ersetzen, das sind doch die Methoden dieser Partei, die nicht umsetzbaren Grundgedanken des Sozialismus. Dass das auf Dauer nicht funktionieren kann, haben sie allerdings nie verstanden. Vielmehr treten sie scheinbar nur für ihre eigenen Interessen ein. Der Beweis ist die Pressemitteilung vom letzten Samstag, worin der Steuerzahlerbund zu hohe Personalausgaben kritisiert, die mehr als ein Viertel des Haushalts einnehmen, „Tendenz steigend!“ Im Bundesvergleich leistet sich das kleine Land Thüringen die höchsten Personalausgaben? Ob Thüringen nun 150 Jahre oder 200 Jahre seine Schulden zurückzahlen muss, wen interessiert das noch!

Frau Schildburg:
Nein, so denke ich nicht! Es trifft vielleicht unsere Urururenkel? Und genau deshalb müssen wir darüber nachdenken! Natürlich versucht Die LINKE. wie in einem Leserbriefbeitrag bemerkt, die Schulden der vorherigen Regierung anzulasten. Schuld haben immer die anderen. Das ist das Motto ihrer Regierungstätigkeit. Trotzdem stammen sie zu einem großen Teil aus den ökologischen Altlasten, also den industriellen Umweltschäden aus DDR-Zeiten, so aus dem Tagebau.
Mir scheint, das ist das herausragende Motiv linker Politik und linken Handelns. Das sogenannte Streben nach Gerechtigkeit und Gleichheit der Verteilung gesellschaftlich geschaffenen Reichtums entpuppt sich als Eigennutz? Man findet auch darin keine überzeugenden Antworten auf die realen Probleme der Gegenwart. Vielmehr erkennt man in der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung nur die skandalöse Wiederauferstehung historischer Gespenster. Man versucht, sie zu vertreiben, am besten endgültig. Das Gespenst der AfD geht um, o wie gruselig ...

Herr Hausen:
Ein Gespenst? Eher wohl der wahnwitzige Irrglaube, dass es eine politische Freiheit ohne wirtschaftliche Freiheit nicht geben kann, genauso wenig wie eine Demokratie ohne Marktwirtschaft funktionieren wird, niemals. Das ist wie ein Auto ohne Motor, man kann sich zwar hineinsetzen und diskutieren, bis man sämtliche Farben annimmt, von mir aus auch bunt, damit man uns nicht noch Rassismus unterstellt, doch das Auto wird niemals fahren. Aber wenn die Menschen und Verantwortlichen nicht begreifen, dass Freiheit auf den Fundamenten einer freien Marktwirtschaft basiert, werden wir wieder dort landen, wo wir begonnen haben.

Frau Schildburg:
O, Hausen, das habe ich sogar verstanden … Man darf die Augen nicht verschließen, denn „Immer noch haben jene die Welt zur Hölle gemacht, die vorgeben, sie zum Paradies zu machen.“ (Friedrich Hölderlin, 1770 – 1843, deutscher Dichter)




Teil 297  20. Januar 2018

Es lebe das Kabarett!

Leserbrief an alle weiblichen, männlichen und sonstigen Leser. 

Frau Astrid Rühle, manchmal nennt sie sich auch Astrid Rühle von Lilienstern, hat sich in der Südthüringer Rundschau mit 68er Anstrich zu Wort gemeldet. Da gibt es wenigstens 50 Jahre danach noch etwas zu schmunzeln. Die Grünen gibt es noch! Sie bezeichnet sich als Leserbriefschreiberin. Da Herr Hausen keine Leserin ist, hat er den Artikel trotzdem mit Vergnügen gelesen. Wer weiß schon, wer heutzutage ein Mann ist, bei dem zum Wahn gewordenen Genderproblem. Wäre es nicht endlich an der Zeit, Denkstrukturen zu durchbrechen und maskulin benamte weibliche Körperteile auch im Geschlecht zu ändern. Der Busen, das geht doch überhaupt nicht. Auch Kampfesformeln der mit Ihnen eng verwuselten Linken bedürften der Korrektur. Es müsste doch heißen: „Proletarierinnen und Proletarier aller Länder vereinigt Euch!“ Bei der „Hymne an die Freude“ müsste zumindest ein Hinweis auf die Brüderinnen stehen. Das konnte nämlich Friedrich von Schiller noch nicht wissen. Und was machen wir mit dem dritten Geschlecht, prognostisch mit dem vierten. – So ganz nebenbei: Alfred Emmert darf auch eine andere Meinung als Sie haben. Dass wir seiner Meinung sind, ist kein Zufall, sondern Realität. Auch wir dürfen anderer Meinung sein als Sie und können den Herrn Bundespräsidenten etwas anders einschätzen als der sogenannte Mainstream. Aber eine andere Meinung sofort an die rechte Ecke zu stellen, ist schon dumbes Denken.

Es lebe das Kabarett! In uns und um uns!

            Frau Schildburg und Herr Hausen

            Hildburghausen



Teil 296  16. Januar 2018

Windeln am Römersbach in Hildburghausen und
Das Aushängeschild an Brauseweins Stirn

Frau Schildburg etwas knurrig zu Herrn Hausen: Wer die vielen Windeln am Hildburghäuser Römersbach entsorgt, ist nachvollziehbar. Es ist dieselbe Art von Mensch, die ihre Kinder am Häfenmarkt auf die Rosenbeete machen lässt oder sonst ihre Exkremente mitten in der Stadt entsorgt … . Das wird noch ein Riesenproblem, mit dem sich unser Städtchen die nächste Zeit zusätzlich rumplagen muss, und niemand wird es offen aussprechen. Man könnte ja Hass schüren und die rechte Unvernunftsecke stärken. Nichts sagen und erdulden, das ist aber auch keine Lösung. Oder sind wir schon soweit?

Mit der SPD geht es weiter bergab, in Thüringen haben sie schon mit der Koalition der Linken verloren, das Aushängeschild kann sich Brausewein an die Stirn nageln, denn er hat den unanständigen und unverträglichen linken Brei zusammengerührt und das Volk gelinkt.

Herr Hausen:
Der Name Brausewein ist bei Dir auch schon fester Bestandteil. Nein, das wird nichts mehr mit der alten Tante SPD. Weder so noch so. Auch von Verzwergung kann bei mir kaum die Rede sein, die SPD macht sich flüssiger als Wasser, nämlich überflüssig. Wenn die Generation der Mittfünfziger noch altert, die vielen Genossen im Beamtenstand in den Rathäusern oder an der pädagogischen- oder an der Rentnerfront aufgebraucht sind, muss man sich –zumindest in Thüringen – um die Fünf-Prozent-Klausel kümmern. Nach dem langweiligen Schnarchen des linken Robin-Hood-Vereins, der Mischung aus Stasi, bürgerlichen Revoluzzertums und eines eigenartig verstanden Humanismus unter dem tapferen Bodo hat auch eine Menge mit den Windeln zu tun. Voller Inbrunst kann man da nicht mehr singen: „Wann wir schreiten Seit‘ an Seit‘ und die alten Lieder singen und die Wälder widerklingen“. Das beinahe zur Hymne gewordene Lied aus den Jahren 1914/15, das auch gerne die Nationalsozialisten und Kommunisten mit ergänzenden Strophen gesungen haben, ist nicht mehr der Hit. Das Lied klingt eher wie ein missverstandener Trauergesang.




Teil 295  6. Januar 2018

Es lebe das Jahr 2018 mit seinem 1. und 6. Januar an der Spitze


Frau Schildburg sorgenvoll zu Herrn Hausen:
Immer noch ist Weihnachtszeit. O, du fröhliche! Und heute ist der „Öberschte“, die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland sind da, die Weisen aus dem Morgenland: Caspar, Melchior, Balthasar. Andere sagen, das CMB hat nicht viel mit ihnen zu tun, eher „Christus mansionem benedical“ (Gott segne dieses Haus!). Egal, was da aus Kirchenkreisen gesagt wird, dass der Tag der Heiligen Drei Könige nicht, aber auch gar nichts mit dem Stärkeantrinken zu tun habe, das sei ein krankmachender Volksbrauch. Das juckt mich nicht. Heute werde ich mir in trauter Familienseligkeit Stärke antrinken und kräftig essen: Schinken, Hackepeter, Mistenflitzerschenkel, vielleicht auch noch ein Rindersteak. Kräftig sollte der Abend schon sein.

Herr Hausen: Nicht schlecht, Herr Specht. Da musst du aber noch zur Komatrinkerin werden und mindestens ein halbes Mastschwein alleine verzehren, wenn du dem „Öberschten“ gerecht werden willst. Schau dir doch die inzwischen sanierte und leergeräumte Untere Marktstraße an. Die will niemand mehr. Und der immer leerer werdende Marktplatz. Man sagt, die Geschäfte x, y und z werfen demnächst wie der KO-geboxte Boxer das Handtuch, vielleicht ist es auch schon ein großes Badetuch. Namen nenne ich nicht, sonst droht wieder einer mit dem Gericht. Das ist mir aber scheißegal, weil ich das alles zum Kotzen finde. In der Oberen Marktstraße beginnt ein Leerräumen. Da brauchen wir auch keine Sanierung mehr und denkmalgerechtes Straßenpflaster schon gar nicht. 
Die letzte Rechnung bekommt die Firma aus Themar mit dem großen Kran ausbezahlt, zum Hochklappen der Bürgersteige.

Frau Schildburg:
Ich sehe es aus praktischen Gesichtspunkten. Da bleibt doch wenigstens für den Citymanager mindestens ein Ladengeschäft, vielleicht auch noch welche für den hochwohllöblichen Stadtrat mit seinen tieffliegenden Träumereien von einer belebten City gemeinsam mit dem Herrn Bürgermeister. In Birkenhäselrabshausen im wirtschaftlich boomenden Deutschland ist genügend Platz für die Expansion.

Herr Hausen: Bei der sprudelnden Konjunktur bleibt hoffentlich einer zum Lichtausmachen übrig. Prosit! Mein Sekt sprudelt unaufhörlich. Du hast es schon gesagt, dass die Heiligen Drei Könige und das Stärkeantrinken oder der Umtrunk, nichts, aber auch gar nichts mit den Heiligen Drei Königen zu tun haben, sagt das kirchliche Bodenpersonal. Aber Sekt ist auch fraglich. Ein Bock sollte es sein, denn in Hildburghausen werden sehr viele Böcke geschossen. Tun wir alles, dass Hildburghausen prosperiert. Ja, ich sehe deine kritischen Augen. Das Wort bedeutet „gedeihen, es zu Wohlstand bringen“. Ob das mit ausgeräumten Straßen geht, bezweifle ich. Prosit!


 
Schildburghausen Teil 61-120

Schildburghausen Teil 1-60


Mäzen: Wohltäter, der für Geschenke gefeiert wird, die er zum größten Teil vom Finanzamt bezahlen lässt.
(Ron Kritzfeld
[eigtl. Fritz Kornfeld]
* 1921
deutscher Chemiker und Aphoristiker)
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