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Botenlauben, Graf Otto

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Graf Otto von Botenlauben

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um 1175             
† um 1244 bis 1247


   
Biografisches zu Graf Otto von Botenlauben


Der Minnesänger, Kreuzfahrer und Klostergründer Otto Graf von Botenlauben ist der vierte Sohn des Grafen Poppo VI. von Henneberg und seiner Gemahlin Sophia, geborene Gräfin von Andechs und Markgräfin von Istrien. Vermutlich wurde er 1175 auf der Henneburg bei Meiningen geboren. Der hennebergische Graf zeichnet erstmals seit 1206 als Graf von Botenlauben (Otto de Botenlouben). Er benennt sich nach der Burg Botenlaube bei Bad Kissingen. 1197 befindet er sich am Hof des Stauferkaisers Heinrich VI. und gehört zu seinem Gefolge in Sizilien. Im gleichen Jahr nimmt er am Kreuzzug nach Palästina teil. Im Königreich Jerusalem bringt er es zu Ansehen und Wohlstand und heiratet Beatrix Courtenay, die Tochter und Alleinerbin des königlichen Seneschalls (Schatzmeister) Joscelin III. von Edessa. Sie gehört zur französischen Führungsschicht, die Tochter des Titulargrafen von Edessa. Im Oktober 1208 vermacht er dem Hospital der Hafenstadt Akkon, der Krondomäne des Kreuzfahrerstaates Jerusalem, eine reiche Schenkung. Bis 1220 lebt er in Syrien, unterbrochen von einigen längeren Reisen auch nach Deutschland. Die unsichere Existenz des Kreuzfahrerstaates veranlasst ihn, seinen orientalischen Besitz an den Deutschen Orden zu verkaufen und in die Heimat zurückzukehren.

Otto und Beatrix stiften 1231 das Zisterzienserkloster Frauenroth bei Bad Kissingen, von Graf Otto zu Ehren und Lob der Heiligen Jungfrau Maria (Novale sanctae Mariae cella dominarum) genannt. Zur Finanzierung vertauscht bzw. verkauft er 1234 die Herrschaft Botenlauben sowie Besitzungen in über 80 Gemeinden bis nach Thüringen hin, so auch in Hildburghausen, an das Stift Würzburg und zieht sich mit seiner Gemahlin in das Kloster Frauenroth zurück.
 

Der erste urkundliche Nachweis Hildburghausens (14. März 1234) findet sich in dem Werk „Regesta diplomatica necnon epistolaria historiae Thuringiae“ (1869 - 1939) des Historikers Otto Dobenecker.

Um das Kloster zu schützen, unternimmt der in Jahre gekommene Graf Otto im Auftrag von Papst Gregor IX. einen Waffengang zur Zerstörung der benachbarten Burg Burkardroth. 1242 gibt er das vorbehaltene Wohnrecht auf Burg Botenlaube auf.

Die beiden Söhne Otto und Heinrich sowie sein Enkel Albert sind dem geistlichen Stand beigetreten. Ottos Linie ist damit ohne Erben erloschen. Graf Otto von Botenlauben verstirbt vor Februar 1244 bei Kissingen.

Ottos überlieferte Lieder sind im Code Manesse
(Manessische Liederhandschrift), in der Weingartner-Liederhandschrift, ein Gedicht unter dem Namen Niune in der Kleinen Heidelberger Liederhandschrift und im Codex Buranus (Carmina Burana) erhalten. Seine Lieder gehören zu den bedeutenden der mittelhochdeutschen Literatur, auch wenn von ihm nur wenige Werbe- und Tagelieder sowie ein Leich bekannt sind.

Der Epitaph in der Frauenrother Klosterkirche gehört zu den wertvollsten Werken mittelalterlicher Steinplastik. Die Burg Botenlaube ist im Bauernkrieg vom Aurarer Haufen zerstört, das Kloster im Dreißgjährigen Krieg geplündert und beschädigt worden.

Biografie aus "Hildburghausen - Kleine Chronik", Hans-Jürgen Salier, Salier Verlag

Mir hât ein wîp herze unde lîp betwungen

Kaum jemand will hören, was er nicht hören will.
(Dick Carvett
* 1936
US-amerikanischer Talkmaster)
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