Eine Seite für Hildburghausen

Weber, Carl Maria


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Carl Maria von Weber


getauft 20.11.1786, Eutin

† 05.06.1826, London

  Carl Maria von Weber, Bild von Caroline Bardua, 1821 - wikipedia

 

 Komponist, Pianist 

Da, wie damals allgemein Sitte, Neugeborene ein bis zwei Tage nach der Geburt getauft worden sind, kann man davon ausgehen, dass Carl Maria von Weber am 18. oder 19. eventuell auch schon am 17. November 1786 geboren worden ist. Auf keinen Fall stimmt das vom Vater in seiner Biografie verzeichnete Geburtsdatum des 18. Dezember 1786 (das Carl Maria ursprünglich sogar in seiner Autobiografie übernommen hat), denn im Kirchenbuch der evangelischen Gemeinde von Eutin ist zweifelsfrei der Tauftag 20. November 1786 richtig dokumentiert worden. Allerdings ist hier der Taufname „Maria“, der für männliche Täuflinge als Indiz für katholische Frömmigkeit in der Familie gilt, nachträglich, vermutlich nach 1802, ergänzt worden. Aus graphologischer Sicht ist erwiesen, dass es sich um einen Nachtrag handelt und nicht um eine Korrektur während des Eintragevorgangs. 1797 unterschreibt der elfjährige Weber einen Brief an seinen Lehrer Heuschkel noch mit Ihr getreuer Schüler Carl von Weber. Warum und wann der Nachtrag erfolgt ist, lässt sich nicht ermitteln. Denkbar wäre, dass der pragmatisch denkende Vater seinen katholischen Glauben im evangelischen Eutin verschweigen oder zumindest nicht hervorkehren will. 

Carl Maria ist das erstgeborene Kind aus der zweiten Ehe von Franz Anton von Weber mit der Sängerin und Schauspielerin Genovefa Brenner. Der Vater Franz Anton ist schwäbisch-alemannischer Herkunft. 1734 zu Zell im Wiesental (Schwarzwald) geboren, erhält er eine musikalische Ausbildung. Künstlerisch zweifelsohne begabt, muss man ihn aber wohl eher als einen Lebenskünstler und Abenteurer bezeichnen, der sich aus Geltungsbedürfnis das Adelsprädikat selbst zugelegt hat. Er ist der Onkel von W. A. Mozarts Frau Constanze und nacheinander Offizier, Verwaltungsbeamter, Musikdirektor, Kapellmeister und führt schließlich als Direktor der von ihm gegründeten „von Weberschen Schauspielgesellschaft“ ein unstetes und wechselvolles Leben. Seine erste Ehefrau Maria Anna Fumetti, Tochter eines Hoffinanzrates, stirbt im Jahre 1783. Die Mutter von Carl Maria, Genovefa, stammt aus Marktoberdorf im Allgäu. Hier wird sie am 2. Januar 1764 als viertes Kind des fürstbischöflichen Hofschreiners Markus Brenner (* 26.03.1731 – † 01.08.1793) und dessen Ehefrau Maria Victoria, geb. Hindelang (* 22.03.1733 – † 26.09.1773), geboren. Nach dem Tod ihrer Mutter hat Genovefa Aufnahme bei ihren beiden Tanten in Italien gefunden, wo sie eine Gesangsausbildung erhält. 1784 kommt sie als Mitglied der „Italienischen Singspieler-Gesellschaft“ nach Wien. Im Sommer 1785 reist der verwitwete Franz Anton mit seinen beiden Söhnen Fridolin (* 1761 – † 1833) und Edmund (* 1766 – † 1828) nach Wien, wo sie bei Joseph Haydn Musikunterricht erhalten. Hier lernt der 51-jährige Weber die junge, hübsche Genovefa Brenner kennen. Was die 21-jährige Sängerin bewogen haben mag, mit dem 30 Jahre älteren, ehemals „Lübeckischen Kapellmeister“ und „Fürstbischöflichen Hofkapellmeister zu Eutin“ am 20. August 1785 die Ehe einzugehen, ist und bleibt ein Rätsel. Mit ihrer Heirat wird Genovefa zugleich Stiefmutter von fünf Kindern aus der ersten Ehe von Franz Anton. Es sind dies neben den bereits erwähnten Fridolin Stephan und Franz Edmund: Maria Eva (* 1760), Maria Anna (* 1768) und Franz Joseph (* 1772).

Von Wien reist das frisch vermählte Paar ins ferne Eutin, wo der Ehemann eine Anstellung als Stadtmusikus erhalten hat. Im Spätherbst 1786 wird Carl Maria geboren. Trotz guter Einkünfte lebt die Familie ständig in Geldnöten. Als es zu Auseinandersetzungen mit der Stadt kommt, kündigt Franz Anton seinen Dienst. Er verkauft seine Pension und gründete mit dem Geld die „von Webersche Schauspielgesellschaft“, deren Rückgrat die Familie gewesen ist und zieht mit der Wanderbühne fortan durch die Lande. 

In der Zeit des Wanderlebens ist Genovefa eine ganz wichtige Person für die Entwicklung ihres kleinen Sohnes. Bei ihr findet der Junge Geborgenheit und Nestwärme. Als geistig rege und gebildete Frau vermittelt sie ihm nicht nur Schulkenntnisse, sondern auch menschliche und moralische Verhaltensweisen und Hinwendung zum christlichen Glauben. 

Zu den ersten Stationen der abenteuerlichen und strapaziösen Wanderschaft gehört auch Meiningen. Hier gastiert die Webersche Truppe sieben Monate und gibt 70 Vorstellungen. Gleich zu Beginn der Gastspiele stirbt Carl Marias kaum vier Wochen alter Bruder Georg Friedrich Carl. Trotz anfänglicher Erfolge endet der Aufenthalt in der Meininger Residenz mit einem finanziellen Fiasko. Im April 1790 verlässt die Webersche Schauspielerschar Meiningen. Nach Nürnberg und Erlangen gastiert man 1793/94 in Bayreuth. Wohl aus finanziellen Erwägungen fusioniert die Truppe mit der von Daniel Gottlieb Quandt. Mit dem Quandtschen Ensemble reist die Familie Weber Anfang Mai 1794 zum ersten Mal nach Hildburghausen, wo sie im Gasthaus „Zum Weißen Schwan“ logiert. Nach kurzem Gastspiel trennt man sich jedoch wieder von Quandt, und vom Juni bis September 1794 erhält Genovefa ein Engagement als Sängerin und Schauspielerin am Theater in Weimar. Über Salzburg, wo die Geschäfte recht schlecht gegangen sind, kommt die Familie Weber Anfang 1796 ein zweites Mal nach Hildburghausen. 

Der Theaterprinzipal Weber wird sicher bei seinem ersten Gastspiel bemerkt haben, dass in der Hildburghäuser Residenz unter der Regierung des volksverbundenen Herzogs Friedrich und dessen kunstsinniger Gemahlin Charlotte, die auch eine bemerkenswerte Sängerin gewesen ist, eine beachtliche Musikkultur herrscht, und er hofft, hier nicht nur eine günstige Gelegenheit für Darbietungen seiner Theatertruppe, sondern vor allem endlich einen guten Musiklehrer für seinen inzwischen neunjährigen Sohn Carl Maria zu finden. Als die Webersche Truppe in Hildburghausen eintrifft, ist Genovefa ernsthaft erkrankt. Während Franz Anton mit seiner kranken Frau und Carl Maria in Hildburghausen zurückbleibt, zieht nach kurzem Gastspiel der Rest der Theatergesellschaft weiter, um ihren Verpflichtungen an anderen Orten nachzukommen. Die kleine Familie bezieht eine bescheidene Wohnung in der 3. Etage im Hause des Bäckers Haupt in der Oberen Marktstraße 21 (heute Nr. 43).  

Franz Anton, selbst ein guter Geiger und Kontrabass-Spieler, hat schon frühzeitig das musikalische Talent seines Sohnes erkannt und will aus ihm ein Wunderkind à la Mozart machen. Doch dem Vater und dem Stiefbruder Fritz (Friedolin), den beiden Lehrern des kleinen, schwächlichen Carl Maria, mangelt es offensichtlich an pädagogischen und musik-methodischen Fähigkeiten, so dass der Knabe den Unterricht mit der Zeit als lästig empfindet und der Erfolg somit erst einmal ausbleibt. Aber in Hildburghausen findet man schließlich in dem 23-jährigen Kammermusikus, Hoforganisten und Komponisten Johann Peter Heuschkel, einem Lehrerssohn aus Harras, den richtigen Mann. Bei ihm erhält der junge Weber den ersten systematisch geordneten Unterricht im Klavierspiel und Tonsatz. Heuschkel stellt hohe Anforderungen an seinen talentierten jungen Schüler. Gleichzeitig ist er ihm aber auch ein lieber, väterlicher Freund. Die strenge Schule erweist sich für Carl Maria von großem Segen. Er selbst sagt später in seiner Autobiografie: „Den wahren, festen Grund zur kräftigen, deutlichen und charaktervollen Spielart auf dem Claviere und gleiche Ausbildung beider Hände, habe ich dem braven, strengen und eifrigen Heuschkel in Hildburghausen zu verdanken.“  

In Hildburghausen hat Carl Maria schnell Freunde gefunden. Sie kommen aus angesehenen Familien, wie denen des Diakons Pistorius, des Buchhalters Frühwirth und des Jägereiverwalters Leiner. Mit seinen Spielgefährten hat das schwächliche, aber pfiffige Kerlchen so manchen Streich ausgefressen. So geht er auf dem Markt herum, nascht aus allen Körben Kirschen und hat sich so den Bauch voll geschlagen, ohne zu bezahlen. Auch soll er seinen Freunden gelehrt haben, gefangene Maikäfer zu verzehren. 


Wohnhaus Carl Maria von Weber 1796-1797

Das Hauptverdienst Heuschkels in der musikalischen Bildung Webers besteht wohl vor allem darin, dass er es verstanden hat, das Interesse und die Begeisterung für die Musik bei dem Knaben wieder geweckt, ihn erneut in den Bann der Musik gezogen und das außergewöhnliche Talent des Jungen in die richtige Bahnen gelenkt zu haben. So kann man sagen: Hildburghausen ist ein entscheidender Wendepunkt in Webers Leben und der Beginn der Karriere des großen deutschen Komponisten.

In Hildburghausen wird Carl Marias Mutter erneut schwanger. Am 14. Juni 1797 kommt das Schwesterchen Maria Adelheid Antoinette zur Welt und erhält am 16. Juni in der Stadtkirche (seit 1921 Christuskirche) die Taufe. Als es Genovefa im Herbst 1797 gesundheitlich wieder besser geht, hält es den ruhelosen Franz Anton in Hildburghausen nicht länger. Der elfjährige Carl Maria muss vorerst weiterhin das Abenteuerleben seines Vaters teilen.

In Salzburg wird der Hof- und Domorganist Johann Michael Haydn, der jüngere Bruder von Franz Joseph Haydn, Carl Marias Lehrer. Am 18. März 1798 stirbt in Salzburg die Mutter Genovefa an Schwindsucht. Nach ihrem Tod löst sich die Webersche Wanderbühnentruppe auf. Als Ende 1798 auch noch die kleine Adelheid der Erde übergeben werden muss, übersiedelt der Vater nach München. Hier erhält Carl Maria als Schüler des Hoforganisten Johann Nepomuk Kalcher Kompositionsunterricht. Kalcher muss man das Hauptverdienst an der theoretisch-kompositorischen Elementarausbildung des jungen Weber zurechnen. Zur gleichen Zeit bekommt er eine Gesangsausbildung bei dem Gesangsmeister Johann Evangelist Wallishauer, genannt Valesi.  

Nachdem sich der junge Weber auf Betreiben seines Vaters auch mit der neu aufgekommenen Technik des Lithographierens beschäftigen muss, wird er erneut Schüler von Michael Haydn. 1802 unternimmt Carl Maria mit seinem Vater musikalische Reisen nach Norddeutschland. Auf der Rückreise führt sie ihr Weg noch einmal nach Hildburghausen. Der Aufenthalt hier dauert zehn Tage. Sicherlich werden beide Heuschkel besucht haben, und es ist zu vermuten, dass Carl Maria bei dieser Gelegenheit hier auch konzertiert hat. Von Hildburghausen geht die Reise nach Wien, wo der inzwischen zum Jüngling herangewachsene Carl Maria seine Studien bei Georg Joseph Vogler, genannt Abbé Vogler, fortsetzt. 

Mit 18 Jahren wird Weber Kapellmeister am Breslauer Stadttheater, mit 20 Jahren Musikintendant des Herzogs Eugen Friedrich von Württemberg-Öls auf dessen Schloss Carlsruhe bei Brieg in Oberschlesien. Als die napoleonische Armee 1807 in Schlesien einmarschiert, wird der Herzog als General zu den alliierten Truppen gerufen. Er vermittelt Weber an seinen Bruder Ludwig Alexander als Privatsekretär und Klavierlehrer von dessen Töchtern nach Stuttgart. Webers Hauptaufgabe hat vornehmlich darin bestanden, Geld für die aufwändige, nach Versailler Vorbild geführte Hofhaltung seines Brotherrn zu beschaffen und dessen Schulden zu „regulieren“. Durch Unbesonnenheit seines Vaters (er entwendet dem Sohn 800 Gulden, die dieser vom Herzog für den Ankauf von Pferden erhalten hat) sieht sich Carl Maria zu finanziellen Manipulationen veranlasst. Diese führen im Endergebnis zu einem Gerichtsprozess, in dem er verurteilt worden ist, seine Schulden im Verlaufe der nächsten Jahre zurückzuzahlen. Darüber hinaus wird er im Februar 1810 mit seinem Vater des Landes verwiesen. 

Um seine Studien zu vervollkommnen, nimmt Weber noch einmal Unterricht bei Vogler in Darmstadt. Von 1810 bis 1813 unternimmt er mit seinem Freund, dem Münchener Klarinettisten Heinrich Joseph Bärmann, ausgedehnte Konzertreisen durch Deutschland, in die Schweiz und nach Prag. Carl Maria nutzt diese Reisen, um sich einen Namen zu machen und hofft, dadurch eine feste Anstellung zu finden. In Berlin erreicht Weber die Nachricht vom Tode seines Vaters. In sein Tagebuch schreibt der Sohn: „... Es ist unendlich schmerzlich für mich, daß ich ihm keine glücklichen Tage mehr bereiten konnte. Gott segne ihm alle große Liebe, die er zu mir hatte und die ich nicht verdiente, und die Erziehung, die er mir geben ließ. Requiescat in pace.“ Anlässlich eines Konzertes in Prag 1813 trägt man Weber die Position des Musikdirektors am Ständetheater in Prag an. Für ein Jahresgehalt von 2.000 Gulden nimmt er die Stellung an, damit aber auch eine hohe Verantwortung und Arbeitslast. Als es Ende 1815 zu Auseinandersetzungen mit dem städtischen Theaterausschuss kommt, kündigt Weber seinen Vertrag. 

Nach kurzem Zwischenaufenthalt in Berlin – er hat sich dort die Stelle eines Hofkapellmeisters erhofft, sie aber nicht erhalten – entscheidet er sich für Dresden, um dort die angebotene Position des Musikdirektors der „Deutschen Oper“ zu übernehmen. Mit der Verleihung des Titels „Königlich Sächsischer Kapellmeister“ ist seine Anstellung auf Lebenszeit garantiert und damit auch die materielle Sicherheit, einen Hausstand zu gründen. Am 4. November 1817 heiratet Carl Maria von Weber die Sängerin Carolina (Lina) Brandt (* 19.11.1794 – † 23.02. 1852), Tochter des Violinisten und Sängers Christoph Brandt und der Schauspielerin Christina Brandt, geb. Hartmanns. Aus dieser Ehe gehen drei Kinder hervor: Maria Caroline (* 22.12.1818 – † Apr. 1819), Max Maria (* 25.04.1822 – † 28.04.1881) und Alexander Victor Maria (* 06.01.1825 – † 1844). 

Wie zu seiner Breslauer und Prager Zeit stürzt sich Weber mit großem Eifer in die Arbeit. Er legt für das Orchester eine neue Sitzordnung fest und führt den Taktstock ein. Bis dahin wird das Orchester vom Dirigenten vom Klavier aus sitzend geleitet und schwierige Einsätze gibt dieser mit der Hand. Weber widmet all seine Kraft dem Erstarken einer deutschen Opernkunst. Aber er hat einen schweren Stand gegen die vom Dresdner Hof begünstigte italienische Oper. 

Trotz seines angegriffenen Gesundheitszustandes gönnt sich Weber nur wenige Schaffenspausen. Seine drei Meisterwerke auf dem Gebiet der Oper (und wohl überhaupt), „Der Freischütz“, „Euryanthe“ und „Oberon“, erleben in Dresden ihre Schöpfung. Die Uraufführung des „Freischütz“ 1821 am Königlichen Schauspielhaus in Berlin (in Dresden scheitert die Aufführung auf Grund der Machenschaften der „allmächtigen Italiener“) gilt als die Geburtsstunde der deutschen romantischen Opernkunst. Der übergroße Erfolg und die außergewöhnlich hohe Beliebtheit des „Freischütz“ beim Publikum bringen Weber das Angebot ein, eine Oper für das Kärntnertor-Theater in Wien zu komponieren. Als Vorlage wählt er die historische Fabel „Euryanthe“ nach der altfranzösischen Erzählung von der „schönen und tugendhaften Euryanthe von Savoyen“. Am 23. Oktober 1823 findet in Wien die Uraufführung der Oper „Euryanthe“ statt. 

Ein schleichendes Lungenleiden, hervorgerufen durch die Strapazen in der Kindheit, durch die vielen Konzertreisen und die fast ständige Arbeitsüberlastung, verschlechtert sich von 1821 an zusehends. Um die Familie im Falle seines Todes finanziell abgesichert zu wissen, übernimmt er, bereits todsterbenskrank, den Auftrag, für das Londoner Covent Garden Theatre die Oper „Oberon“ zu komponieren und in London einzustudieren. Weber reist im Februar 1826 nach London. Am 12. April leitet er die Uraufführung. Sie hat sich zu einem seiner größten Triumphe gestaltet. Kontraktgemäß dirigiert der Meister noch elf weitere Vorstellungen. Doch das feuchte englische Klima beschleunigt Webers Ende. Am Morgen des 5. Juni 1826, einen Tag vor der geplanten Heimreise, finden ihn seine englischen Freunde tot in seinem Bett.  

Das ganze musikalische London trauert um den großartigen Musiker. Am 21. Juni 1826 begleiten über 2.000 Menschen den von vier Rappen gezogenen Leichenwagen und die 16 Trauerkutschen zum katholischen Hauptfriedhof. In der Kapelle St. Mary of Moorfields findet Weber seine erste Ruhestätte. 

Carl Maria von Weber hat etwa 250 musikalische Werke hinterlassen. Er hat der Nachwelt nicht nur wunderbare Opern geschenkt, obwohl auf diesem Gebiet der Hauptakzent seines Schaffens liegt. Unsere Bewunderung muss auch den Tonschöpfungen gelten, die er für den Konzertsaal geschaffen hat: Sinfonien, Bühnenmusiken, Solokonzerte, Kammermusiken, geistliche Werke und nicht zuletzt eine überaus große Anzahl von Liedern. Sein neuartiger, epocheprägender Instrumentationsstil hat über das Operngebiet hinaus in zahlreichen Werken von Komponisten des 19. und teilweise des 20. Jahrhunderts seinen Niederschlag gefunden. Das Gleiche gilt ebenso für seine virtuose Klaviermusik. Weber ist einer der glänzendsten Pianisten seiner Zeit gewesen. Er ist der erste Dirigent modernen Typs und auf dem ganzen Gebiet der Kunst mit einer Vielfalt von Begabungen gesegnet. Sein Dienstprinzip ist gewesen: „Greife drei Mal in dein Herz und frage Dich, ob Du Recht thust, ehe Du einmal nach der Zufriedenheit Deiner Vorgesetzten schielst!“ Und er sagt dazu weiterhin: „Mit diesem Prinzipe kann man ein großer Mann, wird man immer ein edler Mensch sein, aber man muss verzichten, nach oben hin bequem, und was dasselbe ist, wohl gelitten und befördert zu sein.“  

Im Jahr 1840 ist ein Franzose in der Kapelle von St. Moorfields auf der Suche nach dem Sarg von Carl Maria von Weber gewesen. Schließlich entdeckt er ihn in einer Ansammlung inzwischen aufgehäufter Särge. Er setzt sich dafür ein, dass der Sarg geborgen wird. Aber erst vier Jahre danach gelingt es, die sterblichen Überreste des großen deutschen Komponisten nach Dresden zu überführen. Am 15. Dezember 1844 werden die Gebeine Carl Maria von Webers in der Weberschen Familiengruft auf dem Katholischen Friedhof in Dresden-Friedrichstadt zur letzten Ruhe gebettet. Für den Trauerzug hat Richard Wagner nach Motiven der „Euryanthe“ eine Trauermusik komponiert. In seiner Trauerrede spricht er Worte der Liebe und Verehrung.

Am 30. Juli 1893 hat der Hildburghäuser Gesangverein „Liedertafel“ anlässlich seines 50-jährigen Bestehens am Haus Obere Marktstraße 43 eine Gedenktafel angebracht: „Hier wohnte Carl Maria von Weber 1796 – 1797“.  

Nach: Ingward Ullrich: Hildburghäuser Musiker. Reihe: Schriften zur Geschichte der Stadt Hildburghausen, Band 4. – Verlag Frankenschwelle KG, Hildburghausen 2003 – 3-86180-129-9

 

200. Geburtstag von Carl Maria v. Weber
am 4. November 1986
Sonderblock und Sonderstempel der Deutschen Post der DDR

 

Abbildung:
Porträt Carl Maria von Weber nach einem Stich aus der Deutschen Staatsbibliothek, Programmzettel der Uraufführung der Oper „Der Freischütz“, Schauspielhaus in Berlin und rechts im Vordergrund Figurinen von H. Stürmer aus dem Jahr 1821


20. Juni 1986 Sonderausgabe der Deutschen Bundespost 200. Geburtstag Carl Maria von Weber

mit Ersttagsstempel Bonn

Abbildung: C. M. v. Weber mit Notenhandschrift ("Gloria" aus der Messe Es-Dur)

Lernen ohne zu denken, ist eitel, denken, ohne zu lernen, gefährlich.
(Konfuzius
551 v. Chr. – 479 v. Chr.
chinesischer Philosoph)
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