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Das Herz des Dauphin


Louis Charles de Bourbon wurde am 27. März 1785 in Versailles als zweiter Sohn Ludwigs XVI. und dessen Gemahlin Marie Antoinette geboren. Nach dem Tod seines älteren Bruders Louis Joseph 1789 wurde er Dauphin (Thronfolger).




Ludwig XVII.
Das französische Volk stürmte im August 1792 die Tuilerien und brachte die königliche Familie in den Temple.  Am 3. Juli 1793 wurde er von seiner Schwester Marie Thérèse Charlotte im Temple getrennt. Ein Jacobiner, Schuster Simon, sollte den Dauphin zu einem „guten“ Bürger erziehen.


Der Dauphin Louis Charles mit seinem Kerkermeister, dem Schuster Antoine Simon nach einem zeitgenössischem Stich.

Nachdem Simon ebenfalls auf der Guillotine hingerichtet worden war, lebte das Kind im Temple-Gefängnis allein auf sich gestellt weiter. Er starb am 8. Juni 1795 im Alter von zehn Jahren – abgemagert, verwahrlost, verlaust. Die Ursache seines frühen Todes ist nicht mit Sicherheit bekannt; es wird eine Tuberkuloseerkrankung vermutet.
Der königstreue Arzt Philippe-Jean Pelletan schnitt sein Herz heraus und konservierte es in Alkohol. Auf Umwegen über Österreich, Italien und Spanien gelangte es 1975 in die Kapelle von Saint-Denis. Dort wird es in einer mit Alkohol gefüllten Kristallurne aufbewahrt.





Im Jahr 2000 haben belgische und deutsche Forscher die Herz-DNA mit der Erbsubtanz von heutigen lebenden Nachkommen Maria Theresias (1717 – 1780) verglichen. Das Herz soll Habsburger Genmaterial enthalten, einige ernsthafte Forscher bezweifeln das. Am 8. Juni 2004 wurde das Herz in der Basilika Saint-Denis beigesetzt.



So die offizielle Geschichte, nun die Recherchen von Schriftstellern/Buchautoren:


Auszug  "Das Geheimnis der Dunkelgräfin" Paul Daehne S. 174/175

Gräfin d´ Adhémar, vormals Palastdame der Königin Marie Antoinette, schrieb in ihren "Souvenirs" mit besonderem Nachdruck: "Ich bezeuge bei meiner Seele, dass der junge Ludwig XVII. nicht im Kerker gestorben ist. Cambacérés, der Mann der Revolution weiß mehr darüber". Diesem großen Rechtsgelehrten, dem Erzkanzler des napoleonischen Frankreich, sind wir bereits auf S.84 als Anwalt der verwaisten Königskinder begegnet. Die Bourbonen haben alles getan, um seines Schweigens sicher zu sein, sie ließen nach seinem Tode den ganzen Nachlaß versiegeln.
Wer ist es nun gewesen, der am 19. Juni 1794 den kleinen Dauphin im Waschkorbe der Schustersfrau Marie Jeanne Simon heimlich aus dem Temple rettete? Witwe Simon starb am 10. Juni 1819, unerschrocken und furchtlos. Im Hospital Rue de Sévres, zwischen Invalidendom und Palais Luxemburg, beichtete sie den Barmherzigen Schwestern: man habe einst ein stummes krankes Kind im Rumpfe eines Schaukelpferdes als Stellvertreter für den Dauphin in die dämmrige Kerkerzelle gebracht.
Das Geständnis ward lebhaft besprochen. Die Bourbonen waren wütend, glaubten aber den Fall mit ein paar Scherzen über die Kopie des trojanisches Rosses abtun zu können. Die Witwe sei verrückt. Doch die störrischen Barmherzigen Schwestern behaupteten aus Überzeugung: "Nein, sie ist nicht verrückt!"


Auszug "Das Geheimnis um eine Königstochter" von R. Boehmker S.282/283

... mußte Marie Thérèse Charlotte so nach und nach die Überzeugung gewinnen, dass Louis Charles am Leben geblieben war. Seine Entfernung aus dem Temple wurde immer als eine bourbonische Aktion hingestellt. Davon mußte auch die Herzogin oft gehört haben. Wir haben an anderer Stelle gesehen, das Charles X. nach dem Tode seines Bruders, 1824, seinen Vertrauten gegenüber unter Hinweis auf die Existenz des Dauphin Bedenken ausgesprochen hat, den Thron zu besteigen. Auch Ludwig der XVIII. hat um die Existenz seines Neffen gewußt. Dieser Gedanke war, wie es heißt, der Alpdruck seines Lebens. Wir haben erfahren, das auch der Herzog Berry und sein Sohn, der Graf von Chambord, nicht an den Tod Ludwig XVII. geglaubt haben. Dass die Herzogin in ständiger Fühlung mit den Bourbonen ebenfalls von dem Weiterleben des Dauphin überzeugt war, kann aus vielen Stellen der einschlägigen Literatur nachgewiesen werden.


Auszug  "Das Geheimnis der Dunkelgräfin" Paul Daehne S.186/187
General Larochejacquelin weilte am Lager der Sterbenden, deren ehernes Herz schmolz. Während sich tiefe Schatten über ihre Auszüge bereiteten, flüsterte sie in Fieberphantasien: "Mein Bruder ist nicht im Temple gestorben; dass ist der Alpdruck meines ganzen Lebens! Suchen Sie ihn auf! Frankreich wird nicht glücklich sein, solange er nicht den Thron seiner Väter einnimmt." Aber Naundorff lag schon seit sechs Jahren im Grabe.
Noch mehr Worte wollten sich über die erkaltenden Lippen drängen. Sollte das Geheimnis der Dunkelgräfin gelöst werden? Doch der Todesengel löschte das letzte Lallen aus.

Auszug aus einer Mail
auf die Frage nach dem Herz des Dauphin von Carolin Philipps - Autorin "Die Dunkelgräfin" Das Geheimnis um die Tochter Marie Antoinettes Piper München Zürich, 2012

Zu der Naundorff-Frage kann ich mich nicht zuverlässig ausführlich äußern, weil das ein ganz weites Feld ist und ich mich damit nur am Rande befasst habe. Nur soviel: Zusammen mit vielen französischen Historikern habe ich Zweifel, dass das Herz des untersuchten Kindes aus der Basilika St. Denis in Paris wirklich Louis XVII ist. Bei den Zuständen in den Wirren der Revolution glaube ich nicht, dass irgendjemand es riskiert hätte, das Herz des Dauphin vom Friedhof, wo alles durcheinander geworfen wurden, vor allem die Körper von Adligen, zu holen und aufzubewahren etc. Woher weiß man, dass es sich bei dem untersuchten Herzen nicht um einen der beiden Brüder des Dauphin handelt? Genetisches Material aus der chaotischen Zeit  ist m.E. immer mit vielen Fragezeichen zu versehen und kann nicht für einen eindeutigen wissenschaftlich nicht anfechtbaren Beweis, wofür auch immer, herhalten. (s. a. Ambelain, Crimes et secrets d`état. 1785-1830, p.64ff) 
 



Auszug "Das Geheimnis des Dunkelgrafen" Mark de Lannoy S. 186

Die Zeitung Echo de Paris berichtete am 4. Februar 1907, dass eine gewisse Madame de Pommerol im Auftrag des österreichischen Kaiserhauses eine Kopie eines unbekannten Manuskripts des Tagebuchs der Prinzessin anfertigen ließ, in dem Ludwig XVII. nicht starb.

Auszüge aus: Kluge,Kurt (Novelle).-Reprint. Herausgegeben von Clemens Richter. Salier Verlag Leipzig und Hildburghausen, 2012, Seiten VII-XIX Aus dem Leben der Dunkelgräfin ( Marie Therese Charlotte von Frankreich)von Helga Rühle von Lilienstern und Hans-Jürgen Salier
Bastian Salier schrieb im Vorwort in "Das große Geheimnis von Hildburghausen": "und es gibt noch eine dritte Fraktion....: Jene, die eine Aufklärung verhindern möchten, weil sie das Ergebnis fürchten, aus welchem Grund auch immer. Manche möchten nur den wunderbaren Mythos erhalten, der natürlich auch die Orte des Geschehens in interssanterem Licht erscheinen lässt. Andere sind sich der Tragweite sehr bewusst, die ein eindeutiger Beweis mit sich brächte: Er würde Teile der europäischen Geschichte nach 1795 möglicherweise in ein ganz anderes Licht tauchen, denn die wichtigsten europäischen Herrscherhäuser und auch der Vatikan sind in diesem Fall meist unrühmlich verstrickt. Warum sonst sollten sich Generationen von Herrschern so große Mühe gegeben haben, die Identität zweier Personen selbst nach deren Tod zu vertuschen, wenn es sich nicht um außergewöhnlich wichtige Persönlichkeiten gehandelt hätte?"
   Unseren Report von 2008 "Auf den Spuren der Dunkelgräfin haben wir "An Stelle eines Nachworts" mit den Worten des großen französischen Romanciers Honore' de Balzac enden lassen: "Es gibt zwei Arten von Weltgeschichte. Die eine ist die offizielle, verlogene, für den Schulunterricht bestimmte, die Geschichte ad usum Delphini. Die andere ist die geheime Geschichte, welche die wahren Ursachen der Ereignisse birgt, aber auch die Schändlichkeiten..."


Bilder ohne Quellenangabe stammen aus dem Band „Das große Geheimnis von Hildburghausen“ (Mit freundlicher Genehmigung Salier Verlag Leipzig und Hildburghausen, Helga Rühle v. Lilienstern und Hans-Jürgen Salier)

Wenn Wahlen irgendwas verändern würden, dann wären sie doch schon längst verboten.
(Ein Manchmal-Zweifler an der gegenwärtig praktizierten Demokratie, 2015)
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