Eine Seite für Hildburghausen

1572 - 1680

Ernestinische Landesherren  
zur Zeit der territorialen Zersplitterung

© Hans-Jürgen Salier,
Salier Verlag Leipzig und Hildburghausen
Ines Schwamm 

1572 – 1680 
 

6. November 1572
Erfurter Teilungsvertrag
Zu Sachsen-Coburg-Eisenach unter Johann Casimir und Johann Ernst gehören aus dem heutigen Landkreisgebiet u. a. die Ämter und Städte Eisfeld, Heldburg, Amt, Stadt und Stift Römhild, Amt Veilsdorf, Städte Hildburghausen und Ummerstadt.

1572 – 1586
Nach dem Wiedereinsetzungsbeschluss von Speyer werden die unmündigen Söhne des geächteten Johann Friedrich II. von Kaiser Maximilian II. in das dezimierte väterliche Erbe eingesetzt (Erfurter Teilungsvertrag vom 06.11.1572).

Bis zur Volljährigkeit u. a. Regentschaft von Kurfürst August v. Sachsen (1526 – 1585), Kurfürst Johann Georg v. Brandenburg (1525 – 1598), Kurfürst Friedrich III. v. d. Pfalz (1515 – 1576). Statthalter wird Graf Burkhard v. Barby.
Damit beginnt eine Folge von ernestinischen Teilungen.

Herbst 1575
Eine Pestepidemie in der Region fordert Tausende Opfer, in Hildburghausen sterben innerhalb kurzer Zeit 289 Menschen.

1578
Visitation. vier Theologen und vier Schulmeister werden in Hildburghausen erwähnt.

In der Visitation heißt es u. a.:
„Sind alle wohl aber Virnius (Wolfgang Virnius – anderer Diakon, d. Verf.) vor allen, im examine befunden worden. Am Sonntag früh predigt der Pfarrer (Stephan Mörlin) das Evangelium. Zu Mittag hat Herr Erhard (Erhard Montanus – erster Diakon) den Catechismum und alle sämtlich das examen. Der andere Diakonus geht zu Dorff; der dritt (Wolfgang Heubner) verricht die übrige Kirchen Arbeit. Am Dienstag erkärt der dritt Diakonus epistolam Dominicalem; Mittwoch Herr Erhard Exodum; Virnius Montag u. Donnerstag epistolam ad Hebraeos; Freytags der Pfarrer Malachiam.“

1578
An der Pfersdorfer Kirche wird vermutlich gebaut. Am Sturz des Sakristei-Ostfensters ist die Jahreszahl 1578 vermerkt. Es handelt sich um einen Erweiterungsbau der Pfersdorfer „St.-Nikolaus-Kirche“. Die Kirche selbst geht bis in die romanische Zeit zurück. 

Um 1580
* Benedikt Faber, Hildburghausen
Bedeutendster zeitgenössischer Komponist in Südthüringen.
Ausbildung in Augsburg, 1604 Anthologie von 29 Motetten Sacrarum cautionum. Editio prima. 1607 – 1631 „Tenorist und Discantgeiger“ in Coburg unter Melchior Frank (Musicus der Sachsen-Coburgischen Hofkapelle). Er hinterlässt eine Vielzahl kompositorischer Werke. 

1580
Ältestes Kirchenbuch in Häselrieth.
 

27. Dezember 1583
† Georg Ernst, letzter Graf v. Henneberg-Schleusingen in Henneberg.
 

Das Henneberger Geschlecht im Mannesstamm ist erloschen.
Das Territorium bleibt als Verwaltungseinheit bis 1660 erhalten. 

In Meiningen wird eine gemeinschaftliche sächsische Regierung eingesetzt. Die Grafschaft Henneberg bleibt Bestandteil des Fränkischen Kreises. Schmalkalden mit Barchfeld fällt an Hessen-Kassel (bis 1866).
Das Kloster Veßra dient als Wittum (Witwensitz) der Gemahlin des Grafen Georg Ernst.

1585
166 Menschen in Hildburghausen sterben an der Pest.

1586 – 1596
Die Herzöge Johann Casimir in Coburg und Johann Ernst in Eisenach regieren gemeinsam das selbstständige Herzogtum Sachsen-Coburg-Eisenach.
 

1586
Nach Übernahme der Regierung durch Johann Casimir beginnt der Neuaufbau der Staatsverwaltung und der Gerichtsbarkeit. Der bisherige Pfleger übt sein Amt im Auftrag des Landesherrn aus, auch wenn es sich bei den Herzögen um die jüngeren Brüder des Kurfürsten handelt. An der Spitze der Regierung befindet sich ein Kanzler, der dem Geheimen Ratskollegium vorsteht (weltliche Oberämter, Konsistorium, Kammer). Sitz der Oberämter ist Coburg, hinzu kommen die Unterämter (Ämter, Kastenämter, Zentämter).
Der Fürst ist alleiniger Träger der Staatsgewalt.

Johann Casimir, Stich aus dem Jahr 1626.
Aus: Ordnung Wie es In des Durchleuchtigen, Hochgebohrnen Fürsten und Herrn, Herrn Johann Casimirs, Hertzogen zu Sachsen ... Fürstenthum und Landen, Orts Francken und Thüringen, in der Kirchen mit Lehr, Ceremonien, Visitationen, und was solchen mehr anhängig, Dann im Fürstlichen Consistorio mit denen verbothenen Gradibus in Ehe-Sachen und sonsten auch im Fürstl. Gymnasio so wol Land- und Particular-Schulen, gehalten werden solle. Verlag Pfotenhauer, 1713.
Sammlung Hans-Jürgen Salier

1588
Hildburghausen und Häselrieth schließen einen Vertrag, den Brunnen am Rasen in einen Trog zum Fahrweg an der Kreismühle herabzuleiten (Kehrweg). Hildburghausen trägt 2/3 der Kosten.

1589
Für Häselrieth ist ein Erb- und Kastenbuch nachgewiesen.

12. November 1591
Unter Kaiser Ferdinand II. kommt es zur Gegenreformation und der Wiederherstellung des Katholizismus im Salzburger Land. Ein Ausweisungspatent für alle Protestanten und Prediger wird erlassen. Einige Ausgewiesene kommen auch nach Thüringen. In Hildburghausen lässt sich u. a. Rupert Pontanius nieder, der Stadtschreiber und Kantor wird. Eine nächste Auswanderungswelle aus dem Salzburger Land folgt 1685.

1592
Der Rat bittet die herzogliche Regierung in Coburg, das Gehölz an der nördlich der Stadt gelegenen Landwehr verwenden zu dürfen. Dem Ersuchen geht ein seit 1579 währender Streit der Stadt mit dem herzoglichen Oberforstmeister v. Wallenrod zu Kloster Mönchröden voraus. Er fordert einen Streifen (2 Ruten = 8 m) beiderseits der 1518 errichteten Landwehr. Die Stadt sieht ihre Rechte beschnitten, da sie den Walddistrikt 1324 von Graf Berthold IV. (VII.) geschenkt bekommen hat.

1592
Die Stadt erhält von Herzog Johann Casimir v. Sachsen-Coburg-Eisenach eine Entschädigung von 300 Gulden für den Rathausneubau. Der Stadtrat hat vom Landesherrn eine wesentlich größere Unterstützung erwartet. Casimir erhält das Landwehrgehölz vom Wiedersbacher Schlag, über das Buch, nach Ebenhards und Wallrabs, in Hildburghausen bis zum Bürgerholz, bis Weitersroda und Kloster Veilsdorf.

1593
Überliefert ist, dass in Häselrieth eine Komödie von Zecher im Beisein des Junkers Philipp v. Heßberg aufgeführt wird. Das Stück ist von Pfarrer Wolfgang Virn einstudiert worden.

1594/95
Neuaufbau des Rathauses. Zimmermann Peter Am End (Amend), aus Hildburghausen, und die Steinmetzen Jakob und Hans Brückner, Heßberg, werden für den Neubau bzw. die Reparatur des 1572 zerstörten Rathauses aufgedungen. Trotz wiederholter Umbauten im Innern und unterschiedlicher Nutzung in den nachfolgenden Jahrhunderten bleibt das äußere Erscheinungsbild des Rathauses bis in die heutige Zeit weitgehend unverändert.

Stadtwappen (rechts) an der Westseite des Rathauses
Stadtwappen und Zunftzeichen künden von der Kraft und dem Selbstbewusstsein des Bürgertums.
Foto: Bernhard Großmann, 1978

1594
Wegen der Türkengefahr muss für 30 Mann ein Bewaffneter gestellt werden, im Amt insgesamt 103 Mann.
 

1595
„Ists im April so kalt gewesen, daß auch die Vögel über den Eyern erfrohren und theils aus der Lufft herabgefallen und sich greiffen lassen.“
(Güth: Poligraphia Meiningensis. – S. 307) 

4. Dezember 1596

Erbteilung des Herzogtums Sachsen-Coburg-Eisenach 

1. Herzogtum Sachsen-Eisenach unter Herzog Johann Ernst. 

2. Herzogtum Sachsen-Coburg unter Herzog Johann Casimir.

Zum Herzogtum gehören die ehemalige Pflege Coburg und das Fürstentum Gotha:

. Ämter und Städte: Coburg, Heldburg, Eisfeld, Sonneberg mit Neuhaus-Schierschnitz, Gotha, Tenneberg und Waltershausen, Treffurt;

. Amt, Stadt und Stift Römhild;

. Städte: Neustadt a. d. Haide (b. Coburg), Rodach, Ummerstadt, Schalkau, Hildburghausen, Weida, Neustadt a. d. Orla, Pößneck, Triptis, Auma, Ziegenrück;

. Amt Veilsdorf;

. Klosterämter Sonnefeld und Mönchröden;

. Hälfte des Erfurter Geleits, Hälfte des Schutzgeldes zu Nordhausen;

. Einlösungsrecht für die anlässlich der Grumbachschen Händel an Kursachsen verpfändeten Ämter Arnshaugk, Neustadt/Orla, Weida, Ziegenrück.

Veranschlagter Gesamtwert des Fürstentums = 1.355.959 Gulden,

Jahreseinkünfte = 67.974 Gulden. 

1596 – 1633
Die Veste Heldburg ist im Alleinbesitz von Herzog Johann Casimir.
 

1597
Wallonisches Kriegsvolk zieht zum Kampf gegen die Türken durch das Amt. 

1598
† Holtzheuser, Johannes Holthusius Hilperhusanus (* um 1523, vermutlich in Holzhausen b. Heldburg).
Theologe, Komponist, Poet.
Besuch der Hildburghäuser Lateinschule, Lehramt in Ravensburg. Ab 1549 Studium der Theologie in Wittenberg, Pfarrer in Burgpreppach b. Haßfurt, Markt Bergel, Gestungshausen. Ab 1551 einige bedeutende Kompositionen Compendium cantionum (Augsburg, 1567), Eine kleine deutsche Musica für die Schülerlein auf dem Lande (Nürnberg, 1586). Gedichte, auch lateinische, (gedrucktes) Poem über den Orkan, der am 14.09.1572 Hildburghausen heimsucht. 

1598
† Lucas May, Kassel (* 1522, Römhild).
Luther-Schüler, Theologe, Pädagoge, Dramatiker, Rektor der Ratsschule in Hildburghausen (1550 – 1561)
 

1598
Im Heckenbühl werden Grenzsteine mit dem sächsischen Wappen und der Jahreszahl 1598 aufgestellt.
 

14./15. September 1599
Landesherr Johann Casimir vermählt sich auf der Veste Heldburg mit seiner zweiten Gemahlin, Margaretha, Gräfin v. Lüneburg. Großes Gefolge mit mehreren Fürsten, 55 Adligen, 1.214 Pferden. Seine erste Frau, Herzogin Anna, Tochter des Kurfürsten August v. Sachsen, muss einen Fehltritt mit dem Ritter Ulrich v. Lichtenstein bis zu ihrem Tod (1613) in Gefangenschaft büßen.

Um 1600

Hildburghausen hat etwa 2.500 Einwohner, ca. 100 Hektar Land werden landwirtschaftlich genutzt. Die Flächen liegen zumeist im Werratal bzw. nordöstlich Richtung Weitersroda. Die Stadt verfügt mit ca. 800 ha Wald über einen beträchtlichen Besitz.
Zu den Ratsteichen zählen der Feuerteich, der Bohrteich bei der Oberen Mühle, der Gemauerte Teich, der Hechtteich, Obere und Untere Kuhtränke sowie der Obere und Untere Teich in Kaltenbronn. 

1601
Das Häfnerhandwerksbuch zählt 13 Meister.
 

1601
Die Peter und Paul geweihte Kirche in Gerhardtsgereuth, eine Filiale von Wiedersbach, muss sich in den Zeitläuften einer Vielzahl von Erweiterungen und Umbauten unterziehen. Das Gotteshaus wird vergrößert, und ein beschieferter Turm als Dachreiter in Form einer Welschen Haube wird aufgesetzt. Dort wird ein Glockengeläut untergebracht. Auch das am südöstlichen Eckstein eingemeißelte lateinische Kreuz, vermutlich ist es eine Kennzeichnung des Grundsteins. Es stammt aus der Zeit. Die genaue Bedeutung ist jedoch noch nicht geklärt worden. 

1602
Älteste bekannte Wallrabser Dorfordnung. Es ist auch darin festgelegt, dass die Menschen aufeinander Rücksicht nehmen, dass die Feldfrüchte in der Erntezeit geschützt werden, dass Straßen und Plätze sauber gehalten werden. Wer beim Stehlen ertappt wird, muss den Schaden ersetzen und eine Strafe in die Gemeindekasse einzahlen. Das Nachbargeld beträgt bei Aufnahme als Ortsbürger 35 Gulden, beim Abschied 12. Die Instandsetzung der Wege und Straßen sowie die Dorfwache obliegen allen Bürgern. Wer den Forderungen nicht nachgekommen ist, muss Geld in die Dorfkasse einzahlen. In der Dorfschänke werden nur friedliche Gespräche gewünscht. Wer Streit beginnt, muss das Zechgelage bezahlen.
 

Um 1602 – 1604
An der Ratsschule wirkt als Rektor der bei Coburg geborene Jakob Rosenfeld, der Beachtliches als Poet und Dramenschreiber leistet. R. lässt u. a. auf dem Marktplatz Hildburghausen die Komödie des Terentius (Terenz) Eunuchus in lateinischer Sprache aufführen.
 

1605
Hildburghausen wird Adjunktur (Vertretung) der Superintendentur Eisfeld.
 

1606
Aus der Zeit stammt das alteste noch erhaltenes Kirchenbuch.
 

28. Februar 1607
Augustin Schuffner, von Baltzig, der Wolffen Schmiden erstochen hat, wird gerichtet.
 

3. Juni 1608
Das Stadtfähnlein (300 waffenfähige Männer) wird gemustert.
 

1608
Gebott und Verbott“ der Stadt Hildburghausen in 55 Artikeln wird vom Rat aufgestellt und in jedem Jahr bei der Bürgermeister- und Baumeisterwahl verlesen.
 

14. April 1609
Im Stadtbuch wird vermerkt, dass Barbara Meierin, die alte Apothekerin, verstorben sei. Vermutlich wird die Apotheke in der Mönchhofstatt in der Apothekergasse (damals Nonnengasse) weiter betrieben.
 

1609
Das sächsische Wappen wird vermehrt um die Wappenfelder Jülich, Cleve, Berg, Henneberg, Mark und Ravensberg.
 

1610
Für die Ratsschule wird vom Kirchenvorstand und dem Stadtrat eine für die Zeit sehr moderne Schulordnung für Lehrer und Schüler erlassen. In ihr wird betont, dass zur wahren Freiheit das Einhalten ehrenvoller Gesetze gehört.
Aber auch Normen des menschlichen Zusammenlebens werden betont. Es wird u. a. festgelegt, dass die Schüler gottselig zu leben haben, ferner seien ehrbare Bürger, Jungfrauen und Matronen zu grüßen. Sie sollen sich nicht dünkelhaft verhalten, sich ihr Haar kämmen, den Mund ausspülen und die Kirche nicht mit Obstresten verunreinigen. 

1611
„Den 1. Maji ist ein solcher Frost eingefallen, daß nicht allein der Wein und Getraid, sondern auch das Gehöltz erfrohren, darauf die Früchte sehr theuer worden.“
(Güth: Poligraphia Meiningensis. – S. 312) 

1611
Ältestes Kirchenbuch in Ebenhards.
 

1612
Das Gasthaus am Steinweg (vor dem Oberen Tor, heute Eisfelder Straße) muss an die Stadtpfarrei einen Erbzins leisten: 1 Fastnachtshuhn und 1 Semmellaib. Das Gasthaus wird im Dreißigjährigen Krieg zerstört.
 

1612
Der mutmaßlich aus Hildburghausen stammende Johann Schermer (auch als J. Schirmer belegt) vervollkommnete in der Kartografie das Reisehilfsmittel Meilenscheibe. Die neuen Meilenscheiben, in Kupfer gestochen, sind in 24 Routensektoren eingeteilt worden, mit bis zu 26 Etappenbenennungen und insgesamt 532 Ortsnamen.
 

19. Dezember 1612
Anna Eyring, Magd des Zentgrafen, wird wegen Kindesmordes in der Werra ertränkt, am 23.01.1613 der Zentgraf Conrad Faigk wegen Ehebruchs am Hochgericht (Galgenspitze) enthauptet.
 

1612
Pfersdorf erhält eine eigene Pfarrei, seit dieser Zeit wird ein Kirchenbuch geführt. Leimrieth wird Tochtergemeinde (Filial) von Pfersdorf.
 

1613 – 1634
Im Hildburghäuser Kirchenbuch werden 16 Hexen und 1 Hexenmann erwähnt, die verbrannt werden: 10 aus Streufdorf, 2 aus Hildburghausen, 2 aus Wallrabs, je eine Person aus Bedheim, Leimrieth, Pfersdorf.
Im Herzogtum Coburg erreichen die Hexenverbrennungen während der Herrschaft des ansonsten staatsmännisch klug regierenden Johann Casimir ihren Höhepunkt. Im Amt Hildburghausen gibt es („relativ“) wenige Opfer.
Die Hinrichtungen der wegen Zauberei oder Hexerei verurteilten Personen weiten sich teils zu Volksfesten aus.
Die Richtstätte in Hildburghausen befindet sich im 17. Jahrhundert an der Wiedersbacher Straße, an der Galgenspitze, wie der Platz noch Jahrhundert später bezeichnet wird. Der Galgen hat auf einem runden Turm mit einer 1 Meter hohen Brüstung gestanden, bis ca. 1820 sind bauliche Reste vorhanden gewesen.
Zu den Hinrichtungen von Einwohnern aus den Dörfern des Gerichtsbezirks müssen die betreffenden Gemeinden auf ihre Kosten Zeugen entsenden.
 

25. Juni 1613
An der Richtstätte ist Ottilie Caspar Finkens Weib „Zauberey wegen verbrant worden, hat sich erkant, christlich und geduldig erzeigt, biß an die gerichtstete (Gerichtsstätte) gesungen und gebetet“.
 

1613
Casimirianischer Abschied. Landesherr Johann Casimir will den Einfluss des Landadels zugunsten der Zentralgewalt einschränken. Nach heftigen Auseinandersetzungen wird die Verfassungsurkunde unterzeichnet. Sie ist darüber hinaus bis 1806 für das Herzogtum Coburg gültig.
 

1613
Die große Kirchenvisitation leitet der Dogmatiker Johann Gerhard, Pfarrer in Heldburg. Er gilt als einer der bedeutendsten Theologen seiner Zeit und wird an die Universität Jena berufen. Er ist Schöpfer der Casimiriana.
 

1614
Der Stadtrat erhebt von den Wochen- und Jahrmärkten Zoll- und Stadtgeld für eingeführte Waren fremder Händler, Einheimische sind davon befreit. Die Märkte dauern zumeist drei Tage und sind zoll- sowie geleitsfrei.
 

1614
Der Türmer wird Hausmann genannt. Er hat auch das Rathaus in Ordnung zu halten: Säuberung der Amtsstuben, er muss heizen, für Brennmaterial und frisches Wasser sorgen.
 

17. Juli 1614
Margaretha Westhäuser, Streufdorf, und Margaretha Schmied, Wallrabs, werden der Hexerei bezichtigt und verbrannt.
 

1614
Vor dem Römhilder Tor, zwischen dem heutigen Puschkinplatz und der Gerbergasse, wird das Gebäude des späteren Gasthauses zur Post erbaut.
 

1. Januar 1615
Kurfürst Johann Georg erlässt eine neue Wald-, Holz- und Forstordnung.
 

1616
Eine Frau aus Bedheim und der Hexenmann Kasper Neundorffer aus Streufdorf werden der Hexerei bezichtigt und verbrannt.
 

1617
Die Ebenhardser Dorfordnung wird erlassen, sie wird 1681 revidiert.
 

1617
Zu drohendem Preisverfall bei Schaffleisch und Wolle schränkt Herzog Johann Casimir das Marktrecht für Auswärtige ein. Zur Überwachung der Schafhaltung werden Schafmeister bestellt.
 

1618
Der Landesfürst erlässt ein Edikt, dass ungehorsame Bürger das Bürgerrecht verlieren.


„Im Herbst dieses Jahrs ist ein grosser schrecklicher Comet mit einem sehr langen Schwantz am Himmel gesehen worden, welcher etliche Wochen gestanden und seine Wirckung in folgenden Jahren bey währendem Dreyssigjährigem teutschen Krieg mit vieler tausend Menschen Schaden und Untergang genugsam erwiesen.“
(Güth: Poligraphia Meiningensis. – S. 316) 

1618
In Wallrabs zählt man 20 Mannschaften, ca. 100 Personen.
 

1618 – 1648.   Dreißigjähriger Krieg 

1618 – 1624. Böhmisch-Pfälzischer Krieg 

1608
Die protestantische Union steht unter Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz; die Katholische Liga 1609 unter Herzog Maximilian I. v. Bayern; 1609 Böhmischer Majestätsbrief des Kaisers Rudolph II. Für die drei böhmischen Stände wird Religionsfreiheit gewährt.
1618 Böhmischer Aufstand wegen Verletzung des Majestätsbriefs, auslösendes Moment ist der sog. Prager Fenstersturz. Böhmen gibt sich eine eigene Verfassung, Ferdinand II. wird als böhmischer König abgesetzt, Friedrich V. von der Pfalz wird König; 1620 Niederlage gegen Ferdinand II. (mit Unterstützung Spaniens und des Feldherren Tilly am Weißen Berg b. Prag). Die Union trennt sich von Friedrich V. und löst sich 1621 auf. Tilly erobert die Pfalz. Maximilian I. v. Bayern erhält die pfälzische Kur. 

1618 – 1631
Seit Ausbruch des Kriegs steht der Landesherr, Herzog Johann Casimir v. Sachsen-Coburg, auf kursächsischer Seite. Mit diplomatischem Geschick versteht er es, das Territorium bis 1631 aus dem Kampf der Mächte herauszuhalten (Wahlspruch: „frid ernert, unfrid verzert“).
Nach seinem Regierungsantritt lässt Johann Casimir Verteidigungsanlagen bauen, besonders Veste Coburg, und bringt sie militärtechnisch auf einen modernen Stand. Anlage von Waffenarsenalen und Rüstkammern, Erfassen der waffenfähigen Männer, Eingliedern in Fähnlein und militärische Ausbildung. 

1618 – 1622
Keine Truppendurchzüge und Kontributionen (Kriegssteuern).
 

1619 – 1622
1. Kipper- und Wipperzeit – Währungsverfall, Geldspekulation und Verarmung des Volkes.
In der sogenannten 1. Kipperzeit treiben die Kipper und Wipper ihr Unwesen. Die Bezeichnungen Kipper und Wipper stammen aus dem Niedersächsischen.
Kippen bedeutet, auf der Waage betrügerisch zu wiegen und auch Geld zu beschneiden und zu wippen, das schwere Geld von der Waagschale zu werfen. Die Zahl der kaum noch zu kontrollierenden Münzstätten erhöht sich. Es kommt zu fortwährenden Münzverschlechterungen (minderwertiges Geld, geringe Edelmetallanteile. Aus relativ billigem Kupfer wird oft unbegrenzt Geld für betrügerisch handelnde Landesherren und Münzmeister geschlagen). Der Geldhandel blüht, während das Volk verarmt und Handel und Gewerbe verkommen. Es folgen Münzverrufe (Geld wird außer Kurs gesetzt), zudem verschwindet vollwertiges Geld und wird gehortet. Mühelos lässt sich damit kurzzeitiger Gewinn erwirtschaften, enorme Preissteigerungen sind die Folge.
Der relativ kurzfristige Wohlstand des gemeinen Mannes sinkt rapide ab, und vor allem junge Männer lassen sich von den Soldatenwerbern bei Durchzügen begeistern od. entziehen sich der feudalen Ausbeutung. Viele Mägde folgen dem Tross, da ihre persönliche Lebenssituation schier aussichtslos ist. 

1620
Unter den Innungszeichen am Torbogen der ehemaligen Kaufhalle des Hildburghäuser Rathauses befindet sich auch ein Horn, darunter die Initialen J. H. Das Kirchenbuch erwähnt zu jener Zeit einen Briefboten Jobst v. Hausen.
Die Herkunft des Horns ist umstritten. Es kann auch als Symbol der Hirten und Turmwächter gedeutet werden, evtl. auch für die Post. Es wird vermutet, dass sog. Metzgerposten aus dem südwestdeutschen Raum, die ein Horn im Wappen führen, auch die Region berühren. 

1622
Coburger Münzedikt. Die mit Kupfer von alten Braukesseln vermischten Münzsorten werden so herabgesetzt, dass ein Taler nur noch 7 Gute Groschen Wert hat. Die neu errichtete Hildburghäuser Münzstätte prägt nur Kupferheller, der Schaden bleibt jedoch relativ begrenzt.
 

1623
Herzog Johann Casimir erlässt eine Taxordnung für Handelswaren, Handwerksprodukte, Tag- und Gesindelohn. Abgaben und Steuern müssen mit altem Geld beglichen werden, denn das neue (minderwertige) der Kipper- und Wipperzeit wird von den Landesherren nicht anerkannt und angenommen, auch wenn es in ihren eigenen Münzstätten geprägt wird.

1623
Erste Truppendurchzüge lassen das Land verarmen. Gewalt und sittliche Verrohung nehmen zu und behindern das Zusammenleben der Menschen.
Mit militärischen Führern wird vereinbart – zumeist gegen entsprechende Geldbeträge oder Proviantlieferungen –, die Innenstadt Hildburghausens nicht zu betreten, sondern nur die Vorstädte.
 

Juli 1623
325 kaiserliche Reiter kommen aus dem Böhmischen über Coburg, Eisfeld und das Werratal abwärts in Richtung Norddeutschland, um sich mit der Armee Tillys zu vereinigen.
 

Ab 1624
Der protestantische Herzog Johann Casimir bekennt sich zu Kaiser und Reich. Kaiser Ferdinand II. bestätigt Casimirs Treue in einem Brief an Albrecht v. Wallenstein. Johann Casimir wird 1624 u. a. zu Beratungen zwischen den Kurfürsten von Mainz und Sachsen sowie dem Feldherrn Tilly nach Schleusingen geholt. Ein Übergreifen des Kriegsbrandes in das Gebiet zwischen Rennsteig und Main lässt sich jedoch auf Dauer nicht verhindern.
 

1625 – 1629. Dänisch-Niedersächsischer Krieg
Kampf um die Vorherrschaft im Ostseeraum. 1626 siegt Tilly über Christian IV. v. Dänemark. Sieg Wallensteins b. Dessau. Vordringen bis Jütland, Belagerung Stralsunds; 1629 Friede von Lübeck: Verpflichtung Dänemarks zur Nichteinmischung. Restitutionsedikt: Beschlagnahmte geistliche Güter müssen zurückgegeben werden. 1630 Kurfürstentag in Regensburg: Ferdinand III. wird Kaiser, Entlassung Wallensteins. Es kommt zu einer Kräfteverschiebung zugunsten der katholischen Liga. 

1626
Herzog Johann Casimir, er ist gleichzeitig Bischof der Landeskirche, erlässt die Casimiriana, eine detaillierte Kirchenordnung, die im Wesentlichen im Herzogtum Coburg bis ins 20. Jahrhundert Gültigkeit hat.
 

1626 – 1633
Der aus Rodach stammende Simon Schnetter ist Pfarrer in Hildburghausen, sein aus der St.-Lorenz-Kirche gerettetes Bild hängt heute in der Christuskirche.

23. bis 25. Juli 1627
Durchzug von Oberst Caspar Plarrer mit 4 Kompanien Fußvolk, die Kosten von 1.078 Gulden. Kaiser Ferdinand II. gibt die Zusage, dass das Land zu schonen sei. Überschrift im Hildburghäuser Kirchenbuch „Christe Deus miseris subveni tristibus horis/Qui pius Christo moritur non turbida sentit.“ („Christus, unser Gott, komm uns Armen in schweren Stunden zu Hilfe./Wer fromm in Christus stirbt, der leidet nicht.“)

1629

Herzog Johann Casimir erlässt eine Gerichts-Ordnung die Hexerey betreffend (nach dem Vorbild des Hexenhammers von 1487), die Hexenverfolgung steigert sich zum neuen Höhepunkt.

Brief des Fürstlich Sächsischen Schöffenstuhls vom 10. Dezember 1629. Das Schreiben enthält Ano rdnungen zum Verhör der als Zauberin (Hexe) angeklagten Katharina Richartin.

1630
„Im Januario ist es so warm gewesen, daß auch die Haselnüß-Stauden geblühet.“
(GÜTH: POLIGRAPHIA MEININGENSIS. - S. 328)

Hexenverbrennung. Zeitgenössischer Stich, um 1525

1630 – 1635. Schwedischer Krieg

1630 landen die Schweden unter König Gustav II. Adolf. 1631 Eroberung Magdeburgs durch Tilly. Sieg der Schweden b. Breitenfeld. 1632 dringen die Schweden bis nach Süddeutschland vor, Wallenstein wird zurückgerufen. Tilly fällt 1632 bei Rain am Lech. Die Schlacht b. Lützen entscheiden die Schweden für sich, König Gustav II. Adolf fällt. 1633/34 Heilbronner Bund, Bündnis der Schweden mit protestantischen Ständen (Fränkischer, Schwäbischer- und Rheinischer Reichskreis). 1634 Ächtung und Ermordung Wallensteins in Eger wegen seiner eigenständigen Politik. Niederlage der Protestanten in der Schlacht b. Nördlingen. 1635 Sonderfriede zu Prag zwischen Kaiser Ferdinand III. und Johann Georg I. v. Sachsen. 


1631

Bis 1631 kann Herzog Johann Casimir mit seiner regional friedenssichernden Neutralität das kleine Fürstentum Coburg vor größtem Leid und Elend bewahren. Nach dem Leipziger Fürstentag, dem Fall Magdeburgs (20.05.1631) und den beispielhaften schwedischen Kriegserfolgen unter König Gustav II. Adolf nach seiner Landung auf Usedom (04.07.1630) tritt Johann Casimir in den Krieg auf schwedischer Seite ein. Damit werden z. B. die benachbarten Bistümer Bamberg und Würzburg Feindesland. Aus freundlichen Nachbarn werden Feinde. Raub, Mord, Brandschatzungen und die moralische Verrohung nehmen in dem ohnehin verarmten Land immer mehr zu.
Truppendurchzüge 1631 (Auswahl), zumeist militärische Einheiten des Grafen Tilly, Feldherr der katholischen Liga, zur Belagerung Magdeburgs.
- 05./06.02.             9 Kompanien Schönbergsche Reiterei.
- 06. – 12.02.          Graf v. Fürstenberg mit einem Regiment zu Fuß
                                und 70 Munitionswagen, an einem Tag müssen
                                4 1/2 Zentner Karpfen geliefert werden.

- 14.03.                   5 Kompanien Baumgartsche Reiter.
- 01.05. – 06.06.     Regiment des Obersten Sigmund v. Schlamersdorf
                                zum
"Pernoctieren" (zur Einquartierung).
-                               Graf v. Fürstenberg mit seinem Regiment zu Fuß
                                 nimmt nochmal Quartier in der Stadt.
- 11.09.                    400 Mann aus der Armee General Altringers. (Es sind u. a. zu liefern:
                                 56 Ztr. Fleisch, 5.600 Laib Brot, 96 Pfd. Butter, 16 Schock Eier,
                                 192 Strich Hafer, 16 Wagen für Kranke)
 

Nach der Schlacht bei Breitenfeld b. Leipzig (17.09.1631) schlagen die Schweden und Sachsen unter König Gustav II. Adolf die kaiserlichen Truppen Tillys vernichtend. Der König will nach Wien, wird aber in Nürnberg von Herzog Albrecht v. Wallenstein gehindert. Der Schwedenkönig will in Sachsen überwintern, Wallenstein rückt nach. Herzog Bernhard v. Sachsen-Weimar schickt sieben Kompanien Dragoner unter Befehl des schwedischen Obersten Georg Christoph v. Taupadel zur Verstärkung der Veste-Besatzung nach Coburg. 

25. September 1631
Gustav II. Adolf ernennt Wilhelm v. Sachsen-Weimar (* 11.04.1598 – † 17.05.1662) zum schwedischen Statthalter in Thüringen. Auf Befehl des Schwedenkönigs muss er Truppen aufstellen. Das Hauptquartier und die Kriegskanzlei befinden sich in Erfurt.
 

Herbst 1631
Ein kaiserlicher Commissarius meldet aus Schweinfurt den Anmarsch des Generalwachtmeisters v. Altringer mit 9.000 Mann, der Generalstab wird in Streufdorf untergebracht. Der Hildburghäuser Zentgraf wird beauftragt, Proviant und Wein herauszugeben.
 

1631
In Schleusingen trifft Gustav II. Adolf mit 40.000 Mann, aus Ilmenau kommend, ein. Bürgermeister und Ratsherren von Hildburghausen erkennen, dass den Nachbarorten geholfen werden muss, in der Hoffnung, dass es zu einem Vorbeimarsch in Richtung Königshofen kommt. Hildburghausen bleibt verschont.
 

Winter 1631/32
Der Amtsschosser berichtet über die Schweden, dass die armen Leute mit Geld und anderen Pressuren so hoch gemartert und geplagt worden seien, dass solches bei währendem Kriegswesen niemals vom kaiserlichen Kriegsvolk so übermütig erfolgt. „Sie haben den Tag bis in die Nacht und an den Morgen gesoffen, haben Gottes vergessen, die Gläser zerworfen, sind mit Pferden in die Stuben geritten, mit acht oder zehn Musketen zugleich in der Stuben gegen den Ehren losgebrennet, daß derselben davon kohlschwarz geworden und Entzündung zu befahren. Auch haben sie die Fenster hinausgeschlagen und mit Rennen und Schießen auf der Straße tumultiert.“

Weihnachten 1631
Major v. Bodendorf rückt mit 3 Kompanien und 500 Pferden in Hildburghausen ein. Bürger müssen Schweres erleiden. Beim Abzug wird eine sog. Ranzion (Freikaufsumme) verlangt.
Große Proviantlieferungen werden für die bei Schleusingen lagernde schwedische Armee bereit gestellt, um die Truppe der Stadt fernzuhalten.
 

1632
Neue Kriegssteuern (Recruiten- oder Kontributionsgelder) werden zu vier Terminen verlangt (Kiliani, Jacobi, Bartolomai, Michaeli). Die Stadtkasse ist leer, in Schweinfurt und Coburg müssen Schulden aufgenommen werden.
Chronisten berichten, dass manche der im 30-jährigen Krieg geschundenen Bürger aus der ohnehin fast ständig leeren Stadtkasse entschädigt worden sind. In einer Rechnung von 1632 heißt es: „ fl. 8 gr. für 46 Viertel Wein in Hans Wilik, des Baders Haus, den beschädigten Bürger“ oder „3 fl. dem Schlundwirt und seinem Weib zur Labsal wegen bekommener Schläge.“

1632
Im Herzogtum Coburg werden Hexenprozesse und -verbrennungen mit blindem Eifer weiter forciert.
 

28. September 1632
Höhepunkt für das Herzogtum ist die Einnahme Coburgs und die Belagerung der Veste durch 8.000 Mann unter Befehl Wallensteins und des bayerischen Kurfürsten Maximilian. Oberst v. Taupadel trotzt mit 650 Mann dem sieggewohnten Friedländer.
Abbruch der Veste-Belagerung. Getreu seiner Maxime, dass der Krieg den Krieg ernähre, gibt Wallenstein das Coburger Land zur Plünderung frei. Eisfeld, Rodach, Heldburg, Ummerstadt und viele Dörfer in der Umgebung erleiden Entsetzliches. 

1. Oktober 1632
Nach Hildburghausen kommen immer mehr Flüchtlinge, etwa 1.000 werden geschätzt. Sie berichten von Grausamkeiten. Der berühmt gewordene Erlebnisbericht des Pfarrers Martin Bötzinger aus Poppenhausen b. Heldburg ist ein erschütterndes Dokument. Er, der sich nach Gräueltaten der Soldateska nach Hildburghausen rettet, schreibt u. a. über die vielen in der Stadt eintreffenden Flüchtlinge und dass andererseits Bürger die Stadt verlassen und in den nahen Wäldern Schutz suchen wollen.
 

2. Oktober 1632
Eine Abteilung Kaiserlicher zieht in Hildburghausen ein.
Lorenz (Lorz) Schüßler († 16.07.1633), Stadtfähnrich, Kommandant der Wache, der früher bei kaiserlichen Truppen gedient hat, ist am oberen Tor postiert. Im Anführer erkennt er einen Kriegs- und Zeltkameraden. In dem an der Nordseite des Marktes gelegenen Gasthof Schlundhaus verhindert Schüßler mit Zureden und Versprechungen die Vernichtung der Stadt. Bürgermeister Paul Waltz schenkt dem kaiserlichen Offizier ein massiv silbernes Schiffchen mit einem Steuermann aus Gold, außerdem die Abendmahlskelche der St.-Lorenz-Kirche. An verschiedenen Stellen der Stadt und auf dem Marktplatz werden nachts Scheiterhaufen entfacht, die den rings um die Stadt lagernden Söldnern signalisieren, dass die Stadt brenne. Sie wird von den am Morgen einziehenden Wallensteinschen Soldaten ausgeraubt, das Hausinventar zusammengeschlagen und das Vieh weggetrieben. Die Stadt wird aber nicht niedergebrannt.


Ines Schwamm und Hans-Jürgen Salier haben 2016 den in Vergessenheit geratenen Roman des heute unbekannten Schriftstellers Friedrich Sack aus dem Jahr 1924 im Salier Verlag Leipzig und Hildburghausen neu herausgegeben, ein eindrucksvolles Sittengemälde aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Titelbild: Ausschnitt „Soldaten plündern einen Bauernhof während des Dreißigjährigen Krieges“ von Sebastian Francx (1573 – 1647), Historisches Museum, Berlin

26. Mai 1633
Das Schenksches Regiment mit 200 Mann und 50 Pferden ist in der Stadt.
 

1633
Ein in Häselrieth einquartierter Leutnant und ein Korporal liefern sich ein Duell, bei dem der Korporal sein Leben verliert.
 

16. Juli 1633
† Herzog Johann Casimir v. Sachsen-Coburg
(ohne Nachkommen),
die Selbstständigkeit des Herzogtums ist beendet.
Das Land fällt an seinen Bruder, Johann Ernst v. Sachsen-Eisenach. 

Ab 27. August 1633
In der Schlacht bei Nördlingen wird das schwedisch-protestantische Heer unter Bernhard v. Weimar und dem schwedischen General Horn von den Kaiserlichen geschlagen. Flüchtende werden nach Südthüringen verfolgt. Die kaiserliche Vorhut wird von leichter kroatischer Reiterei gebildet, die grausame Spuren hinterlässt. Es folgt das kaiserliche Hauptheer (15.10.) unter Johann Ludwig Graf Isolani, General der Kavallerie. Es kommt von Schweinfurt, Königshofen, zwischen Dingsleben und St. Bernhard, an die Werra, weiter nach Schleusingen (bleibt verschont) bis Suhl. In einem Reitergefecht werden die Weimarischen unter Herzog Wilhelm besiegt.
 

1634
Drei Hildburghäuser Pfarrer werden von den kaiserlichen Söldnern gefangen gesetzt und von den Bürgern für 320 Taler freigekauft.

In den Chroniken der Region befinden sich viele Berichte, dass besonders evangelische Pfarrer Zielscheibe der verrohten Soldateska sind, z. B. Pfarrer Eisenschwimmer aus Stressenhausen (1635), der greise Pfarrer Heider aus Ebenhards, Pfarrer Rosenfeld, Bedheim. 

16. Oktober 1634
Gallustag. Die Region wird vom kaiserlichen Reitergeneral Johann Ludwig Hektor Graf von Isolani mit seinen Kroaten erobert. Der Feldherr ist zyprischer Herkunft und führt ein grausames Regiment mit Brandschatzung, Raub, Folter und Massenmord, nachdem sich die Weimarische Reiterei bereits am 09.10. fluchtartig Richtung Suhl zurückgezogen hat. Der Einfall des von Wallenstein abgefallenen Isolani ist als ein Strafzug des Kaisers gegen die mit Schweden verbündeten thüringischen Fürsten zu betrachten.
Themar muss entsetzlich leiden.

1634
Thomas Häfners Ehefrau Catharine wird wegen Hexerei eingezogen und torquiert (gefoltert). Sie stirbt einige Tage nach ihrer Entbindung und wird als Hexe verbrannt.

1634
Kittels Schwester zieht mit schwedischen Soldaten ins Hurenleben.

1634
Der Bürger Hans Weber wird von Kaiserlichen erschossen, als er die von ihnen weggetriebenen Ochsen wieder holen will.

1634
Hunger und Pest wüten in Hildburghausen. Im Kirchenbuch heißt es: „Dieses Jahr hat die Pest allhier ziemlich regieret, kam die Leute an it frost oder hitz, nam den kopf ein und trieb jezuweilen auch beulen, doch kamen auch etliche wieder auf und wurden gesunden, sahen aber gar gelb und übel aus ..."
In einem städtischen Bericht wird geschrieben, dass viele Hausväter davongegangen und viele gestorben seien. In den Häusern seien viele Soldaten und Offiziere und haben keinen Wirt. In Hildburghausen leben 72 Bürger, in Ebenhards 8, in Häselrieth 29, in Leimrieth 7, in Wallrabs keiner.

Das Tabakrauchen kommt während des Kriegs in Mode. Seeleute bringen den Tabak aus Amerika mit.

1634/35
Die Kaiserlichen unter General Lamboy besetzen Coburg und belagern vom 26.10.1634 bis 27.03.1635 die Veste. Mit einer Kriegslist (gefälschter Brief) wird die Veste erobert, im Dezember 1635 wird sie geräumt.


Die Soldateska wütet in einem Dorf.
(zeitgenössischer Holzstich)

1635 – 1648. Schwedisch-Französischer Krieg

Die sächsischen Fürsten befinden sich durch die kaiserliche Kriegsfurie unter Druck, von ihrem schwedischen Bündnispartner bekommen sie kaum Unterstützung. Man sucht nach einem Vergleich und will die Schweden aus dem Land vertreiben. Frankreich (kath.) ist mit Schweden (protestantisch) im Bündnis – bourbonisch-habsburgische Gegenseite. Es gibt keine militärischen Entscheidungen. Immer mehr Kriegsvolk od. marodierende Soldaten ziehen auf eigene Faust raubend, sengend und mordend durchs Land. Seit 1644/45 finden Verhandlungen für einen Friedensschluss statt.

24.10.1648 Westfälischer Frieden

1635
Sonderfriedensschluss in Prag

Der Kaiser hebt das Restitutionsedikt von 1629 auf, damit gewinnt er (30.05.) Kursachsen, Brandenburg und die protestantischen Reichsstände. Zu ihnen gehört auch das Fürstentum Sachsen-Eisenach unter Herzog Johann Ernst (1566 – 1638). Ein Teil davon ist das 1633 verwaiste Sachsen-Coburg (und damit auch Hildburghausen). Der „Frontwechsel“, die einst verbündeten Schweden sind nun Feinde, zieht für die Region ein grässliches Martyrium, vor allem Verwüstungen, nach sich.

Die Kriegsschauplätze liegen zumeist in Böhmen, Niederdeutschland und am Rhein. Der Südthüringer Raum, vor allem die Grafschaft Henneberg, wird zu einem gigantischen Truppendurchzugsgebiet, die Menschen müssen durch den führungslos gewordenen Kleinkrieg entsetzlich leiden.

5. Juli 1635

Beitritt Herzog Wilhelms v. Sachsen-Weimar und seiner Brüder (ausgenommen Bernhard) zum Prager Frieden, damit ist das Bündnis mit Schweden beendet. Trotzdem bleibt Erfurt bis 1650 Hauptstützpunkt der Schweden.

Ende August 1635

Das schwedische Sperreutersche Reiterregiment zieht erfolglos durch das Werratal, um vor allem die von Kaiserlichen belagerte Festung Königshofen mit Proviant auszustatten. Ende 1635 ergibt sich Königshofen dem kaiserlichen Feldherrn, Graf v. Hatzfeld.
 

1635
Dem Kreismüller Kaspar Kempf in Hildburghausen werden von einem Soldaten 2 Finger abgehackt, K. stirbt an den Folgen der Verletzung.
 

1635
Zur Erfüllung dringender Pflichten borgt die Stadt in Schweinfurt und Coburg Geld.
 

1635
Zwei von vier Lehrern sterben in Hildburghausen an der Pest. Der Schulunterricht muss bis 1642 von zwei Lehrern gehalten werden, dann wieder mit vier.
 

1635
„In der Stadt Hildburghausen und in den umliegenden Dörfern herrscht eine solche Hungersnot, dass Raben, Hunde, Katzen, Eicheln und Gras, Kleien und Durschen zur Nahrung dienten; Betten, Getäfel von den Wänden und Stubenböden für einen Bissen Brot verkauft werden. Auch Beispiele des Kannibalismus sind aus der Region bekannt. An Hunger und Pest sterben 534 Menschen, der Friedhof wird erweitert. Menschen, die es noch schaffen, spannen sich zum Feldbau noch selbst an den Pflug, und der kaiserliche Oberst läßt seine Soldaten mithelfen. Für Auslösung der 3 gefangenen Geistlichen werden 320 Tlr. von den Bürgern aufgebracht, die von 1636 – 1641 aus dem Gotteskasten wieder zurückgezahlt werden. Leerstehende Häuser werden abgerissen, um das Holz als Heizmaterial zu verwenden. Die Angestellten der Stadt können nicht mehr bezahlt werden.“
(Nach Human)

1635
In Häselrieth sterben insgesamt 50 Menschen, nahezu alle über 40 (im August allein 15), Ursache ist zumeist die Pest.



Zwölfseitiger Botenbrief aus Stressenhausen bei Hildburghausen aus dem 1636 an Ferdinand II. in Wien. Ein Landadliger wendet sich wegen strittiger Herrschaftsangelegenheiten an den Kaiser des Heiligen Römischen Reichs.
Sammlung Hans-Jürgen Salier

20. Februar 1637
Hauptquartier General Isolanis, 1 Regiment Kroaten, Kosten: 20.305 Gulden.


18. April 1637. Vierseitiger Brief (Rechtsangelegenheit) von Hildburghausen an den Amtmann zu Heldburg mit Präsentatum mit zweifachem „Cito“-Vermerk (Cito = eilt) (links unten)
Sammlung Hans-Jürgen Salier

1637
Der Friedhof um die St.-Lorenz-Kirche ist mit Gräbern überfüllt. Im Stadtkirchenbuch heißt es: „Demnach wegen der streifenden Soldaten große Unsicherheit und die zu Bedheim im Quartier liegenden den Hilperhäusern heftig gedrohet, auch ohnedem der Gottes=Acker in 2 Jahren ganz belegt und der neue noch nicht ausgebaut ist, hat man aus Not auf dem Kirchhof in die Stadt begraben müssen, darzu man mit Michael Thein, Tuchmacher den Anfang gemacht. Sobald die Unsicherheit vorüber, soll der neuere Kirchhof ausgebauet werden. Es darf auch Niemand aufs Feld, den Acker zu bestellen.“
(Stadtkirchenbuch. 1637. Zitiert nach Human: Chronik der Stadt Hildburghausen, der Diözese und des Herzogtums. – 1886 und 1999, S. 3) 

23. Oktober 1638
† Johann Ernst v. Sachsen-Eisenach Kinderlos
, Linie erlischt.

1638 – 1640
Wegen der Kriegsereignisse wird die Teilung des verwaisten Herzogtums vorerst ausgesetzt. Das Herzogtum wird provisorisch verwaltet von Wilhelm v. Sachsen-Weimar, Johann Philipp v. Sachsen-Altenburg, nach seinem Tod von dessen jüngerem Bruder, Friedrich Wilhelm II. v. Sachsen-Altenburg. 

1. Februar 1639
Von 406 Wohnungen sind in Hildburghausen noch 159 vorhanden, von 300 Stk. Rindvieh noch 95, von 500 Schafen noch 20, von 200 Schweinen 53. In Häselrieth sind von 49 Wohnungen noch 22 bewohnt, von 100 Stk. Rindvieh noch 8 vorhanden, von 80 Schweinen noch 1, von 700 Schafen 0, von 883 Acker werden noch 160 bestellt.

Während des Dreißigjährigen Krieges haben die Schweden in den von ihnen kontrollierten Gebieten ein funktionierendes Postsystem aufgebaut. Der abgebildete Brief aus Erfurt an das Hennebergische Kanzleiamt, präsentiert am 5. Juli 1639, enthält Kontributionsforderungen des schwedischen Generalfeldmarschalls.

23. Oktober 1639 bis 20. Januar 1640
Der schwedische Oberst Königsmarck ist mit vier Kompanien in Hildburghausen.

22./23. Januar 1640

Der Kapitän einer als Besatzung zurückgelassenen Kompanie brennt aus strategischen Gründen die beiden Hildburghäuser Vorstädte nieder.

25. Januar 1640
Der Kapitän übergibt die Stadt an den kaiserlichen Generalwachtmeister v. Mercy, Kommandeur bayerischer und würzburgischer Truppen, nachdem zehn Schüsse aus zwei Kartaunen (große Geschütze) vom Stadtberg abgefeuert worden sind. Eine später im Stadtgraben gefundene Kugel wiegt 26 Pfund. Die Stadt wird von den Kaiserlichen geplündert, eine Kompanie wird hierher verlegt.
 

13. Februar 1640
Teilungsvertrag
Die Herzöge v. Sachsen-Weimar und Sachsen-Altenburg schließen in Altenburg einen Vertrag zur Aufteilung des verwaisten Herzogtums Sachsen-Eisenach.
2/3 fallen an Sachsen-Weimar (Eisenach-gothaischer Landesteil, coburgische Ämter und Städte Heldburg, Eisfeld, Ummerstadt, Veilsdorf); 1/3 fallen an Sachsen-Altenburg unter Friedrich Wilhelm II. v. Sachsen-Altenburg (Teile der ehemaligen Pflege Coburg mit Ämtern und Städten Coburg, Rodach, Römhild, Hildburghausen, 1/2 Schalkau, Neustadt a. d. Haide, Sonneberg; die Klosterämter Mönchröden, Sonnefeld und das Gericht Gerstungshausen). 

Zentgrafen der Zent Hildburghausen

Wilhelm Crusenbach        (1463)
Contz Nemptweck            (1484)
Hans Puntziger                  (1508)
Wolff Wild                           (1529)
Valtin Schultheiß               (1557)
Conrad Faigk                      (1613)
(Am 23.01.1613 wird F. wegen Ehebruchs enthauptet, seine Magd Anna Eyring wird am 19.12.1612 wegen Kindesmordes in der Werra ertränkt.)
Laurenz (Lorz) Schüßler (Retter der Stadt Hildburghausen im 30-jährigen Krieg) 

1640
Das neugegründete Hildburghäuser Zentamt (Bisher wird Hildburghausen von Heldburg, das an Sachsen-Weimar fällt, mitverwaltet) kommt an Sachsen-Altenburg, es erhält einen Vorstand mit dem Titel eines Amtsverwalters, nach Stiftung der Residenz Bezeichnung Zentamtmann, Rat oder Amtmann.
 

20. bis 30. Mai 1640
Die gesamte bayerische Armee rückt ein, die Kosten belaufen sich auf 41.000 Gulden.
 

9. Juni 1640
Vier Kompanien unter Gilli de Hassi hauen die Tore ein, „nach einem Vergleiche Herzog Friedrich Wilhelms 100 Mann derselben zu Fuß und 30 Reiter hier verköstigt.“
 

Juni 1640
Das kaiserliche Heer kommt von Saalfeld über Steinheid und vereinigt sich im Werratal mit der kurbayerischen Armee (9.000 Mann), marschiert über Hildburghausen nach Königshofen und Neustadt/Saale.

1642
Der hochgebildete und tief im Luthertum verwurzelte Herzog Ernst (der Fromme) reformiert noch zu Kriegszeiten sein Land. Besondere Schwerpunkte legt er – neben der Überwindung der Kriegsschäden – auf die Entwicklung von Handel und Handwerk sowie das Kirchen- und Schulwesen von der Volksschule bis zur Universität. Sein Schulmethodus, das erste moderne Schulpflichtgesetz (Schulmethodus oder Bericht, wie nächst göttlicher Verleihung, die Knaben und Mägdlein auf den Dorfschaften und in den Städten, die untersten Classes der Schuljugend im Fürstentum Gotha kurz und nützlich unterrichtet werden können und sollen).
Er gilt als die Geburtsurkunde der deutschen Volksschule. Die Schrift ist verfasst worden vom Gothaer Gymnasiumsrektor Andreas Reyher (1601, Heinrichs bei Suhl – 1673) und ist im Wesentlichen bis 1810, bis zur Einführung der neuen Pestalozzischen Lehrmethoden durch Dr. Carl Friedrich Nonne, auch Grundlage des Unterrichts im Fürstentum Sachsen-Hildburghausen.
Der Herzog setzt in der Folgezeit die allgemeine Schulpflicht bis zum 12. Lebensjahr durch.
In Deutschland spricht man seinerzeit davon, dass die Bauern Herzog Ernsts gelehrter seien als anderswo die Städtebürger und Edelleute.
In der Zeit seiner Regentschaft entwickelt er sein Land zu einem in Europa bewunderten Staatswesen.

Brief des Pfalzgrafen bei Rhein und Erztruchsess Johann Friedrich an Herzog Friedrich Wilhelm zu Coburg (geschrieben am 20.12.1643), mit Präsentatum.
Sammlung Hans-Jürgen Salier

27. April 1644
Der kaiserliche Rittmeister Jung fällt in die Stadt ein, dann Zaradeck, Mercy und Knigge. Das marodierende Kriegsvolk bringt großes Leid.
 

24. Dezember 1644
† Herzog Albrecht v. Sachsen-Eisenach.
Das Land wird geteilt. Herzog Ernst I. (der Fromme) v. Sachsen-Gotha erhält Coburger Ämter, Städte Heldburg, Ummerstadt, Eisfeld, Klosteramt Veilsdorf. 

1645
In Hildburghausen gilt als Kirchenordnung der Gothaische Synodalschluss, ab 1647 die Agende Ernsts (der Fromme).
 

1646
Viele Flüchtlinge kommen nach Hildburghausen, nachweislich aus Stressenhausen, Häselrieth, Ebenhards (Mebritz), Crock, Suhl.

30. Januar 1646

Hildburghausen wird Superintendentur (bisher Adjunktur), oberste Kirchenbehörde ist bis zur Stiftung des Fürstentums Sachsen-Hildburghausen das Konsistorium in Coburg, die Superintendentur befindet sich bis zum Zeitpunkt in Eisfeld. Zur S. gehören die Orte der einstigen Adjunktur: Veilsdorf, Bürden, Heßberg, Häselrieth, Mebritz (Ebenhards), Pfersdorf; hinzu kommen Streufdorf, Simmershausen, Stressenhausen, Eishausen, Steinfeld, Adelhausen, Massenhausen, Heßberg. Streufdorf wird Adjunktur für Eishausen, Simmershausen, Bedheim, Stressenhausen und später Pfersdorf.
Erster Superintendent wird der hiesige Pfarrer Melchior Weigler, er stirbt im gleichen Jahr. Nachfolger wird der aus Rossach stammende Johannes Elfflein.
 

1647
Der Erb-General-Oberst-Postmeister Lamoral Claudius Franz von Taxis erhält von Kaiser Ferdinand III. den Auftrag, zwischen Wien und Dänemark eine Postverbindung aufzubauen (über Nürnberg – Bamberg – Coburg – Thüringer Wald). Die Linie wird scharf attackiert und die Durchfahrt durch das Herzogtum verboten, weil der Herzog u. a. um den Verlust einer wichtigen finanziellen Einnahmequelle fürchtet.
 

24. Oktober 1648
Westfälischer Frieden. Der 30-jährige Krieg ist beendet. 

- In Münster wird Frieden zwischen dem Kaiser und den Reichsständen mit Frankreich geschlossen,

- in Osnabrück mit Schweden.

Den Niederlanden und der Schweiz wird die Unabhängigkeit bestätigt.

 

Das Vertragswerk des Westfälischen Friedens gilt bis 1806 als Reichsgrundgesetz. Die Macht des Kaisers wird zu Gunsten der Fürsten geschwächt. Die Territorien werden neu geordnet. Die Thüringer Fürsten erhalten die souveräne Landeshoheit nach innen und außen. Sie haben das Recht, mit ausländischen Mächten Bündnisse zu schließen. Die staatliche Zerrissenheit, die erst 1920 beendet wird, spiegelt sich auch auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Hildburghausen wider.


„Der freud- und friedenbringende Postreuter“ als Botschafter des Westfälischen Friedens, 1648


Im Internationalen Jahr des Friedens organisierte die Postverwaltung der Vereinten Nationen in Wien mit dem Briefmarken-Sammler-Verein "Niedersachsen" e.V. Osnabrück von 1928 eine Briefmarkenschau. Abgebildet ist der offizielle Gedenkumschlag der UNOPax 86 vom 20. bis 24. Juni 1986.
Als Frankatur sind zu sehen, das Postwertzeichen der Bundesrepublik Deutschland vom 20. Juni 1986 und zwei Postwertzeichen der UN-Postverwaltung in New York (ebenfalls zum gleichen Ereignis  am 20. Juni 1986 emittiert). Auf dem Zudruck des Sonderumschlags sind die Unterschriften und Siegel des Osnabrücker Friedensvertrags von 1648 abgebildet.

15. – 17. November 1648
Im städtischen „Schlundhaus“ Hildburghausen wird mit den Quartiermeistern von fünf schwedischen Kompanien die Verteilung der Reiter auf die Interimsfriedensquartiere ausgehandelt.
(Quelle: Kreisarchiv Hildburghausen, R 345) 

1649
In Stadt und Umland Eintreibung der im Westfälischen Frieden vereinbarten Geldsummen (für Coburger Land ca. 80.000 Taler).

1631 – 1649

Die Bevölkerungsverluste im 30-jährigen Krieg im Gebiet des heutigen Landkreises sind im Vergleich zum Reich (ca. 40 %) überdurchschnittlich hoch und erst Mitte des 18. Jahrhunderts ausgeglichen (1631 leben in 13 Ämtern und 148 Orten der ehemaligen Grafschaft Henneberg 58.150 Einwohner, 1649 sind es nur noch 18.900. Bevölkerungsverlust: 67,5 %).
 

19. August 1650
Friedensfest zur Beendigung des Dreißigjährigen Krieges in Hildburghausen (in einigen Quellen auch am 11.08.).
 

Bilanz:
Hildburghausen wird als eine der wenigen Städte in der Region nicht niedergebrannt. Von ca. 2.500 Einwohnern vor dem Krieg leben noch etwa 600 in der ausgeplünderten und verwahrlosten Stadt, darunter viele Flüchtlinge. Die tatsächliche Zahl der Opfer ist nicht zu ermitteln.
Die für das Handwerk wichtige Schafzucht liegt danieder. Der Feldbau geht auf ein knappes Viertel zurück (ca. 113 Acker). Die Finanzverhältnisse des Landes, der Städte und Gemeinden sind zerrüttet.
Die Straßen sind – vor allem wegen des marodierenden Kriegsvolks – höchst unsicher. Nur allmählich beginnt sich das Leben zu normalisieren. Hungersnöte und Seuchen plagen die Menschen weiterhin. 

1650
Der Türmer der Stadt musste „auch musikalisch sein, denn zu seinem Amt kam das des ‚Stadtpfeifers‘ mit Lohnzuschlag. Die Stadtmusikanten bestanden aus 8 Mann: 6 Trommler und 2 Pfeifer. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, bei eintretender Nacht musizierend durch die Straßen zu ziehen, zum Zeichen, dass die Stadttore geschlossen wurden. Sie spielten aber auch zu anderen Anlässen. Erst 1832 wurde die Turmwärterstelle von derjenigen des Stadtmusikus abgetrennt. Es war ein harter Beruf mit wenig Romantik trotz der schönen Aussicht. Der Türmer war zwar der ‚höchste’ Beamte der Stadt, aber mit dem niedrigsten Gehalt. Ohne eine Frau war dieses Amt fast nicht ausführbar, denn immer musste einer wachen. Nie konnten sie etwas gemeinsam unternehmen. Immer mussten sie die Uhr im Auge behalten, denn die Bürger wollten ja zu den bestimmten Zeiten ihre ‚Tröter’ hören. Wie aus dem Stadtbuch zu ersehen ist, musste auch die Weinglocke geläutet werden. Die Weinglocke, auch Spinnglöckchen, Rats-, Wacht- und Bürgerglocke genannt, wurde seit 1496 abends, 7 Uhr, zum ersten Mal geläutet – ‚auf das Jedermännig aus den Weinhäusern heimgehe’, die beim Achterläuten noch sesshaft Angetroffenen wurden mit 5 alten Groschen ‚gebüßt’. Später wurde die Glocke nur noch von Michaelis (08.05.) bis Lichtmess (02.02.) um 8 Uhr geläutet. Weiter an den Gottesdiensten am Sonntag und zu den Gemeindewahlen."
(Roß, Karl-Heinz: Nachtwächter und Türmer. Freies Wort, 30.08.1990, leicht bearbeitet) 

1651
Der Herzog erlässt eine Gebührenordnung für Gerichte, eine Apothekerordnung, eine Verordnung für Jahr- und Tagelohn u. a.
 

1651
Ältestes Kirchenbuch in Bürden.
 

1651
Magister Casper Lützelberger von Häselrieth (Pastor Eccl.
Coriletanus quae Christo ad montem St. Ottilie colligitur) wird erwähnt. 

2. Januar 1652
Verordnung zur Wiedereinführung der Gottesfurcht, des christlichen Wandels und guter Polizei. Ferner wird befohlen, Schulen und Kirchen zu errichten und wüst liegende Ortschaften wieder zu besiedeln. Die Aufbauarbeit ist schwierig und zögert sich wegen fehlender finanzieller Mittel hinaus.
 

1653
Die Kaiserliche Reichspost unter Thurn und Taxis richtet eine Reitpostlinie ein von Bamberg über Baunach – Ermershausen – Milz – Meiningen – Schmalkalden – Gotha.
Coburg und Hildburghausen werden umgangen, weil der Landesherr die Genehmigung u. a. aus strategischen Gründen versagt.
 

1653
Herzog Ernst (der Fromme) erlässt eine neue Landesordnung (1666 erweitert), die etwa 150 Jahre Grundlage der Rechtsprechung in den ernestinischen Ländern ist.
 

1653
In Hildburghausen wird ein geistliches Untergericht eingerichtet, das bis 1829 besteht.
 

12. Juli 1655
* Ernst (ab 1680 – 1715 Herzog v. Sachsen-Hildburghausen), 6. Sohn Herzog Ernsts (d. Fromme) auf Schloss Friedenstein in Gotha.
Ernst stiftet 1680 das Fürstentum Sachsen-Hildburghausen, das 1806 den Haustitel „Herzogtum“ erhält. 

1657
Das Haus neben der Superintendentur wird für schulische Zwecke angekauft (heutiger Immanuel-Kant-Platz, Christuskirche).
 

1659
Ein Jahrzehnt nach der Beendigung des 30-jährigen Kriegs werden in Hildburghausen noch 216 Mann und ca. 60 Witwen in 190 Wohngebäuden gezählt (167 in den Ringmauern, 23 vor dem Eisfelder Tor).
 

9. August 1660
Endgültige Verteilung des hennebergischen Erbanfalls von 1583.
5/12 kommen an die Albertiner, Linie Sachsen-Naumburg-Zeitz (nach Erlöschen der Linie 1718 an Kursachsen, Dresden): Ämter Suhl, Schleusingen, Kühndorf mit Kloster Rohr, Domäne Veßra, Benshausen.
Von den übrigen 7/12 fällt die Hälfte an Sachsen-Altenburg: Ämter Themar, Meiningen, Maßfeld, die andere Hälfte an Sachsen-Weimar und Sachsen-Gotha.
Sachsen-Gotha besitzt bis zur Teilung des gothaischen Gesamthauses 1680/81 die dominierende Rolle als Führungs- und Sammlungsmacht der Region.
 

1664
Der Herzog erlässt eine Feuerordnung, in der festgelegt wird, dass jeder Hausbesitzer folgende Löschgeräte zur Verfügung haben muss: lederne Eimer, Feuerhaken, Leiter, Handspritze.
 

1667
† Johannes Elfflein ist erster Superintendent in Hildburghausen. Er ist seit 1646 tätig und gilt als Wiederhersteller des Kirchenvermögens nach dem 30-jährigen Krieg.
 

24. Februar 1667
† Johann Klipper, Haina – (* 1604, zwischen 23.07. und 02.08., Hildburghausen)
Magister, Pfarrer, Literat
1633 Subdiakon, 1634 – 1651 Archidiakon in Römhild, anschließend Pfarrer in Haina. Seine zwischen 1634 und 1650 verfasste Reimchronik besitzt geschichtlichen Quellenwert (Kurtze Beschreibung der feindlichen Einfälle, Einquartirungen, Plünderungen Durchzüge und darbey vorgangenen Preßuren und Exactionen in der Statt und Dorffschafften der Herrschafft Römhildt Von Anno .1634. biß .1650. einfeltig auffgesetzt von M. Johanne Klipper Pfarrern zu Heyna Ao. 1660).
 

22. April 1669
† Herzog Friedrich Wilhelm II. v. Sachsen-Altenburg, dessen Sohn Herzog Friedrich Wilhelm III. v. Sachsen-Altenburg – (* 12.07.1657 – † 14.04.1672) wird sein Nachfolger. Der minderjährige Herzog steht unter Vormundschaft der Brüder seiner Mutter, Magdalene Sibylle aus der wettinisch-albertinischen Linie (Dresden): Kurfürst Johann Georg II. v. Sachsen (1613 – 1680), Herzog Moritz v. Sachsen-Zeitz (1619 – 1681).
 

1669
Der Landesherr Herzog Ernst I. (d. Fromme) v. Sachsen-Gotha setzt zur Aufrechterhaltung von christlicher Ordnung und Zucht Disziplininspektoren für die Kirchgemeinden ein.
 

23. Januar 1672
Eine neue Feuerordnung wird in Hildburghausen erlassen: u. a. Festlegung der Sammelplätze für Handwerker; Instruktion für Nachtwächter, Torwarte, Türmer, Feuerrufer; Verantwortlichkeiten für Leitern, Einreißhaken, Handspritzen. Die Bewohner werden aufgefordert, bei Feuerruf mit Eimern und Kübeln zum Brandplatz zu laufen.
 

14. April 1672
† Herzog Friedrich Wilhelm III. v. Sachsen-Altenburg, 15-jährig.
Damit ist die Linie Sachsen-Altenburg im Mannesstamm erloschen.
 

16. Mai 1672
Erbteilungsvertrag
Das verwaiste Herzogtum Sachsen-Altenburg wird aufgeteilt.
 

3/4 – einschließlich Coburger Land – fallen an Sachsen-Gotha. Herzog Ernst I. (der Fromme) v. Sachsen-Gotha (* 25.12.1601 – † 26.03.1675), wird Herzog v. Sachsen-Gotha-Altenburg. Ernsts Sohn Friedrich I. übernimmt ab 16.10.1674 die Regierungsgeschäfte.

17. Jahrhundert
Die Gemeinden müssen – wie in vergangenen Zeiten – je einen Heerwagen mit entsprechender Ausrüstung für den Kriegsdienst stellen:
Simmershausen, Bedheim, Roth, Pfersdorf, Leimrieth, Ebenhards, Wallrabs, Steinfeld, Eishausen, Häselrieth, Brünnhof (heute Wüstung); Stressenhausen, Streufdorf, Harras mit Birkenfeld; Veilsdorf, Bürden.
Über den Zustand der Straßen in den Orten heißt es: „Sie haben keine absonderlichen Straßen ...“, man könne also mit dem Zustand zufrieden sein.

6. Oktober 1673
Die Schreinerinnung für das Amt und die Stadt Hildburghausen wird von Herzog Ernst I. in Coburg konfirmiert.

16. Oktober 1674
Herzog Ernst I. (der Fromme) v. S.-Gotha-Altenburg übergibt nach einem Schlaganfall seinem ältesten Sohn Friedrich I. (* 15.07.1646 – † 02.08.1691) die Regierungsgeschäfte.
Ernst verzichtet im „Nexus Gothanus“ (am 09.11.1672 erlassene Ordnung, die vom Erbrecht aller Söhne ausgeht) auf die Einführung der Primogenitur. Diese Entscheidung prägt nachhaltig die Entwicklung der Geschichte des ernestinischen Thüringens, sie ist vor allem für die Zersplitterung bis ins 20. Jahrhundert verantwortlich.
Friedrich I. regiert gemeinsam mit seinen sechs jüngeren Brüdern bis zur Teilung des gothaischen Gesamthauses in sieben Fürstentümer 1680/81.

26. März 1675
† Herzog Ernst I. Nach dem Tod kommt es unter den sieben Brüdern zu Erbzwistigkeiten. Seine Söhne Albrecht und Bernhard erstreben eine Landesteilung.


Herzog Ernst der Fromme von Gotha- Regierungszeit: 1640 – 1675 und seine sieben Söhne: nach den Originalen aus der Sammlung Geheimrat Peter Mavrogordato, Pierato bei Römhild.
Historische Postkarte E. Gieck, Römhild, um 1930
Sammlung Hans-Jürgen Salier

22. Mai 1676
Kaiserlicher Lehnsbrief aus Wien für das Fürstentum Coburg. Auf dem Postkurs Bamberg – Meiningen (seit 1653 haben Meiningen und Milz Reichspoststationen) wird eine relativ unbedeutende Nebenlinie der Kaiserlichen Reichspost unter den Grafen v. Thurn und Taxis eingerichtet. Damit besitzt Hildburghausen Anschluss an das Netz der Kaiserlichen Reichspost.
Ab diesem Zeitpunkt liegen die Geschicke der Hildburghäuser Post in den Händen der Grafen bzw. der Fürsten von Thurn und Taxis (ab 04.10.1695 Erhebung in den Reichsfürstenstand), die bis 1806 das kaiserliche Postregal ausüben und bis 1867 die Thurn und Taxissche Lehnspost betreiben.

300 Jahre Post Hildburghausen 1676 – 1976.
Herausgeber: Philatelistenverband im Kulturbund der DDR, Arbeitsgemeinschaft Hildburghausen.
Entwurf Karte und Sonderstempel: Hans-Jürgen Salier

24. April 1676
Zwischen dem Hildburghäuser Ratswasser der Werra und dem Häselriether Wasser wird ein Grenzstein gesetzt, außerdem einer zwischen Häselrieth und Ebenhards.
 

1676
In Hildburghausen und im Umfeld wird Weinbau betrieben, am Questenberg (Häselriether Berg), an der Veilsdorfer Igilinsburg, in Bedheim.
Flurnamen und Straßennamen zeugen teilweise noch heute vom Weinanbau.
Der Gesandte Nürnbergs, Scipio Gentilis, berichtet dem Landgrafen Moritz v. Hessen in Meiningen von der abscheulichen Qualität des Weins in Hildburghausen: „Hic ubi nativum montes lacrimantur acetum“ („Hier, wo die Berge weinend Naturessig erzeugen“).
 

20. Oktober 1677
Johann Sebastian GüthHildburghausen –
* 29.08.1628, Meiningen
Magister, Generalsuperintendent in Hildburghausen, Chronist
Schulbesuch in Meiningen und Schmalkalden 1647 – 1651. Studium an den Universitäten Jena und Wittenberg (Philosophie, Theologie, alte Sprachen). Magister in Meiningen, 1652 Rektor. 1654 Pfarrei Untermaßfeld, 1657 Subdiakonus, 1661 Archidiakonus in Meiningen. Nach dem Tod seiner zweiten Frau zieht er 1668 mit fünf Kindern nach Hildburghausen und wirkt als Pfarrer und Superintendent.
1676 Chronik Poligraphia Meiningensis.

1677
17 Menschen fallen in Häselrieth einer Ruhrepidemie zum Opfer.

1678

Veilsdorf wird Adjunktur über Bürden, Heßberg, Häselrieth und Mebritz (Ebenhards).

1679

Das Rotgerberhandwerk trennt sich von der Coburger Zunft (einst gemeinsam mit Rodach, Schalkau, Heldburg). In Hildburghausen gibt es drei Lohhäuser.
Die Gerbergasse erinnert noch heute an das für Hildburghausen traditionsreiche Handwerk. Im parallel zur Rückertstraße verlaufenden Straßenabschnitt an der Werra haben die Gerberhäuser mit den sichtbaren Trockenklappen auf den Dachböden gestanden. 

1680
† Veit Pfeffer.
Stadtschreiber
P. stellt nach dem Pergamentbüchlein auf 68 Folioblättern die Originalurkunden, Statuten, Begnadungen usw. zusammen: „... der Stadt Hildburghausen Privilegia, Statuten, handvesten und Gewohnheiten kürztlichen und extracts Weise sampt etlichen sonderbaren Gebräuchen.“

Stadtbücher sind von rechts- und kulturgeschichtlicher Bedeutung. Im Hildburghäuser Stadtbuch ist u. a. auch das eheliche Güterrecht enthalten, das bis 1900 Gültigkeit hat.

Das Amt Hildburghausen. Ausschnitt aus einer Karte, um 1750.
Sammlung Hans-Jürgen Salier


Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde.
(Karl Jaspers
1883 – 1969
deutscher Philosoph)
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